Karl Giermann (* 14. Oktober 1872 in Greifswald; † 20. Mai 1946 in Nürnberg) war ein deutscher Gewerkschafter und Mitglied des Bayerischen Landtags.
Leben Nach dem Abschluss der Bürgerschule in Greifswald („Tertia-Abschluss“) absolvierte Karl Giermann eine Ausbildung zum Schlosser, Spengler und Maschinenbauer und ging anschließend für fünf Jahre auf Wanderschaft, die ihn nach Nürnberg führte. Dort erhielt er 1897 für sich, seine Ehefrau und die vier Kleinkinder die bayerische Staatsangehörigkeit. Er engagierte sich in der Politik, wurde 1893 als „Volljähriger“ Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und arbeitete als Metallarbeiter (Schlosser, Maschinenbauer und Werkzeugmacher) in Nürnberg, wo er von 1908 bis 1919 Mitglied des Gemeindekollegiums und zugleich Funktionär des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes war. 1908 gehörte er neben anderen Sozialdemokraten zu den Gründern der Baugenossenschaft Gartenstadt Nürnberg eG, die sich die Errichtung von Sozialwohnungen zum Ziel gesetzt hatte. 1911 waren bereits 96 Wohnungen in der Gartenstadt Nürnberg fertiggestellt. Von Dezember 1910 an fungierte er als SPD-Parteisekretär in Nürnberg und war 1. Vorsitzender des Nürnberger Gemeindekollegiums.
Vom 12. Januar 1919 bis zum 6. Juni 1920 gehörte er dem 1. Bayerischen Landtag an, gewählt im Stadtkreis Nürnberg. In den folgenden Wahlperioden kandidierte er erfolgreich für die SPD und blieb bis zur Auflösung des Parlaments durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 im Amt. Giermann kam vom 30. Juni 1933 bis zum 5. Februar 1934 im KZ Dachau in Schutzhaft. Ende des Jahres wurde er aus Franken ausgewiesen und durfte Nürnberg nicht mehr betreten.Friedrich-Ebert-Stiftung: Portal zur Geschichte der Sozialdemokratie (Digitalisat) Er zog nach München, wo er im Gefängnis München-Stadelheim vom 9. November bis zum 16. Dezember 1936 inhaftiert wurde.Opfer und Verfolgte des NS-Regimes aus den bayerischen Parlamenten (Digitalisat)
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt er eine Beschäftigung bei der Stadtverwaltung Nürnberg, wo er die Leitung des Personalamtes übernahm. Giermann war Aufsichtsratsvorsitzender im Großkraftwerk Franken und Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt Nürnberg sowie der Nürnberger Wohnungsbaugenossenschaft.Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit: Bayerischen Abgeordneten auf der Spur (Digitalisat)
Wegen seiner Verdienste um die Stadt Nürnberg wurde im Stadtteil Langwasser die Karl-Giermann-Straße nach ihm benannt.
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Einzelnachweise
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