Der Mordfall Maria Baumer war ein weithin beachtetes Verbrechen im Jahr 2012, das erst nach acht Jahren polizeilicher Ermittlungen aufgeklärt werden konnte. Die damals 26-jährige Maria Baumer verschwand im Mai 2012 im Landkreis Regensburg. Im Jahr 2020 wurde ihr ehemaliger Verlobter wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Verschwinden und Suche Maria Baumer (* 1986; † 2012) war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens die Landesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) in Bayern. Sie hatte eine Zwillingsschwester. Sie stammt aus Muschenried im Landkreis Schwandorf. Am 26. Mai 2012 wurde sie von ihrem Verlobten Christian F. als vermisst gemeldet.

Laut den damaligen Angaben von Christian F. habe Baumer die gemeinsame Wohnung in Regensburg verlassen, um eine Auszeit zu nehmen, und sich später telefonisch aus Nürnberg oder Hamburg gemeldet. Die Polizei leitete eine großangelegte Suche ein, die unter anderem in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst am 28. Oktober 2012 thematisiert wurde.

Fund der Leiche Am 8. September 2013 fanden Pilzsammler in einem Waldstück bei Bernhardswald (Kreis Regensburg) menschliche Skelettreste. Sie waren mit Brandkalk und Anhydritbinder bedeckt. DNA-Analysen bestätigten kurz darauf, dass es sich um die sterblichen Überreste von Maria Baumer handelte. Neben der Leiche wurden Reste des Medikaments Lorazepam gefunden.

Ermittlungen und Prozess Christian F. geriet früh unter Verdacht, wurde jedoch mangels Beweisen zunächst wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Ermittlungen dauerten Jahre an. Der Durchbruch gelang durch neue toxikologische Untersuchungsmethoden und die Auswertung von Internet-Suchanfragen des Tatverdächtigen.

Das Urteil Im Juli 2020 begann der Prozess vor dem Landgericht Regensburg. Die Anklage legte dar, dass Christian F. seine Verlobte mit einer Überdosis Lorazepam betäubt und anschließend getötet habe, um für eine neue Beziehung frei zu sein.

Am 6. Oktober 2020 wurde Christian F. wegen Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. Die Revision wurde im Juni 2021 vom Bundesgerichtshof abgelehnt und das Urteil ist seither rechtskräftig.

Rezeption Der Fall erregte bundesweit Aufsehen, insbesondere aufgrund der langen Ungewissheit, der Beteiligung der Öffentlichkeit durch TV-Fahndungen und der Persönlichkeit des Opfers als kirchlich engagierte junge Frau. Mehrere True-Crime-Formate befassten sich nachträglich mit der psychologischen Dynamik des Täters und den Ermittlungsmethoden.

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Podcast der Mittelbayerische Zeitung

Einzelnachweise

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