Wolfgang Alexander Schocken (; geboren 20. August 1908 in Berlin; gestorben August 1995 in Cambridge (Massachusetts)) war ein deutsch-israelisch-US-amerikanischer Violinist und Musikpädagoge.

Leben Wolfgang Alexander Schocken war ein Sohn des Juristen Wilhelm Schocken und der Malerin Renate Meyer, einer Tochter des Reichstagsabgeordneten Alexander Meyer.Barbara von der Lühe: Die Emigration deutschsprachiger Musikschaffender in das britische Mandatsgebiet Palästina. Ihr Beitrag zur Entwicklung des israelischen Rundfunks, der Oper und Musikpädagogik seit 1933. Frankfurt am Main: Lang, 1999, S. 210 Er hatte zwei ältere Brüder, die wegen der Judenverfolgung in Deutschland in die USA emigrierten. Er erhielt von 1917 bis 1924 Violinunterricht bei Helene Croner und danach von Max Rostal und von 1922 bis 1926 Kompositionsunterricht bei Erich Walter Sternberg. Er setzte seine Ausbildung bei Otakar Ševčík am Prager Konservatorium fort und machte 1928 eine Prüfung. Seit 1926 trat er öffentlich auf und spielte auch in Michael Taubes Kammerorchester und bei Radio Berlin. Er unterstützte Carl Flesch bei der Herausgabe seiner Kunst des Violinspiels und studierte Komposition bei Hugo Leichtentritt. Schocken beantragte 1932 die Zulassung zur staatlichen Musiklehrerprüfung, die ihm vom Preußischen Kultusministerium nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wegen seiner jüdischen Herkunft versagt wurde.

Schocken emigrierte 1933 über die Türkei nach Palästina, wo er sich der Haganah anschloss. Er unterrichtete am von Emil Hauser gegründeten Palestine Conservatory (Palästina Konservatorium) und trat in verschiedenen Formationen als Kammermusiker auf.

Im Jahr 1972 übersiedelte Schocken in die USA und unterrichtete am MIT und an der Boston University.

Schocken war mit Elfriede Süsskind verheiratet, sie hatten zwei Kinder, und in zweiter Ehe ab 1970 mit Ruth WeinbergerRuth Schocken Obituary, in: Boston Globe, 7. Februar 2012 (1914–2012), die ebenfalls aus Berlin geflohen war.

Schriften (Auswahl) Otakar Sevcik: The man and his work. London, 1944 Elements of playing the violin. Tel Aviv, 1960 The Calculated Confusion of Calendars: Puzzles in Christian, Jewish and Moslem Calendars. New York, 1976 The Calendar of the Mayas: Broken Cogwheels of Eternity. 1986

Literatur Schocken, Wolfgang Alexander, in: Joseph Walk: Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. München: Saur, 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 333 Schocken, Wolfgang Alexander, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,2. München: Saur, 1983, S. 1045 Barbara von der Lühe: Die Emigration deutschsprachiger Musikschaffender in das britische Mandatsgebiet Palästina. Ihr Beitrag zur Entwicklung des israelischen Rundfunks, der Oper und Musikpädagogik seit 1933. Frankfurt am Main: Lang, 1999, S. 209f.

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