mini|San Tommaso Apostolo San Tommaso Apostolo ist eine römisch-katholische Filialkirche in der italienischen Gemeinde Arco im Trentino. Sie befindet sich etwa 5 km außerhalb des Ortszentrums im Ortsteil Padaro.
Geschichte Die unter dem Patrozinium des Apostels Thomas stehende Kirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts in isolierter Lage am nördlichen Ortsrand erbaut.Aldo Gorfer: Solo il vento bussa alla porta. S. 63 Fußnote 19. Sowohl ihre genaue Entstehungszeit als auch ihr Baumeister sind unbekannt. Erstmals dokumentiert ist der Bau 1537 bei einem Pastoralbesuch des Bischofs von Trient im nahegelegenen Arco.Romano Turrini: San Tommaso apostolo a Padaro. S. 280.
Die Verwaltung der Kirche war der Vicinia von Padaro anvertraut, die einen Kirchenverwalter dafür einsetzte. Für den Priester, der an Sonn- und Feiertagen die Messe hielt, kam die Bevölkerung von Padaro auf.
Im Laufe der Zeit wies der Bau erhebliche Bauschäden auf, die einen Neubau notwendig machten. Um 1827 wurde die Kirche im klassizistischen Stil neu errichtet. Fast vierzig Jahre später wurde die kleine Kirche von bischöflichen Visitatoren als „schön, kürzlich restauriert und für ihre Bedürfnisse ausreichend“ befunden.
Aus einem Bericht des Kuraten vom April 1909 geht hervor, dass die Kirche mittlerweile fast zu klein sei, um die angewachsene Bevölkerung von Padaro aufnehmen zu können, und deshalb vergrößert werden sollte. In der Folge wurde der Bau an seiner Südseite erweitert. Zugleich hielt der Kurat, wenige Tage bevor Fürstbischof Celestino Endrici in San Tommaso eine Messe feierte, fest, dass weder die Kirche noch der Haupt- und Seitenaltar geweiht seien.Romano Turrini: San Tommaso apostolo a Padaro. S. 282.
Infolge der 1929 abgeschlossenen Lateranverträge wurde die Verwaltung der Kirche pro tempore dem Erzpriester von Arco anvertraut.
Beschreibung mini|Der einschiffige Innenraum mit dem Chor, Haupt- und Seitenaltar Die Fassade, die zwischen toskanischen Pilastern eingefasst und von einem Giebel mit Okulus abgeschlossen wird, weist ein Mittelportal auf, das von zwei Fenstern flankiert und von einer dritten, profilierten Öffnung überragt wird. Rechts erhebt sich der viereckige Campanile mit einer Glockenstube, die vier Monforien aufweist. Die Nordseite grenzt an den Ortsfriedhof, während im Süden der Baukörper der Sakristei hervorragt.
Der einschiffige Innenraum besitzt ein Tonnengewölbe. Der um eine Stufe erhöhte Chorraum ist schmaler als das Kirchenschiff und ebenfalls mit einem Tonnengewölbe versehen. Das verbindende Element des Innenraums bildet das Brüstungsgesims, das nur an der Rückwand des Chorraums unterbrochen ist.
Innenausstattung Der Hauptaltar aus vergoldetem Holz aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde von einem unbekannten Künstler aus dem Trentino geschaffen. Die Pala stellt die Muttergottes und Jesus in Herrlichkeit dar mit dem Apostel Thomas, Antonius dem Großen, Vigilius von Trient und Johannes dem Täufer zu ihren Füßen.Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda: storia, arte, paesaggio. S. 191. Sie stammt von Giovanni Antonio Zanoni, einem aus Massone bei Arco stammenden Maler, der insbesondere in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wirkte.Romano Turrini: San Tommaso apostolo a Padaro. S. 281.
Links des Triumphbogens befindet sich ein weiterer Holzaltar aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem Sockel des Altaraufsatzes ist links der heilige Petrus und rechts der heilige Paulus abgebildet. Beide sind ebenfalls Werke von Zanoni. Jünger ist dagegen die Pala, die die Grablegung Christi zeigt und von Giuseppe Craffonara (1790–1837) geschaffen wurde.
Zu erwähnen ist noch ein an der rechten Seite des Kirchenschiffs hängendes Gemälde. Das von einem lombardischen Künstler 1584 angefertigte Bild zeigt die Thronende Madonna mit dem heiligen Leonhard und den heiligen Antonius. Anhand des Malstils kann es der Bergamasker Schule zugeordnet werden. Es stammt ursprünglich aus der aufgelösten Franziskanerkirche in Riva del Garda und wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt als Schenkung nach Padaro gebracht.
Die Wandmalereien, mit denen das Tonnengewölbe ausgeschmückt ist, wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen.
Literatur Aldo Gorfer: Solo il vento bussa alla porta. Saturnia, Trient 1981 (4. Auflage). Romano Turrini: San Tommaso apostolo a Padaro. In: Roberto Codroico et al.: Ecclesiae: Le chiese nel Sommolago. Il Sommolago, Arco 2000, S. 280–282. Sara Retrosi, Chiara Tozzi (Hrsg.): Guide del Trentino. Valle dei Laghi e Alto Garda: storia, arte, paesaggio. Temi, Trient 2007, ISBN 88-89706-07-4, S. 190–191.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Trentino Kategorie:Bauwerk in Arco (Trentino) Kategorie:Thomas-Apostel-Kirche (Patrozinium) Kategorie:Kirchengebäude des Erzbistums Trient Kategorie:Filialkirche in Italien Kategorie:Klassizistische Kirche Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Trentino-Südtirol Kategorie:Ersterwähnung 1537 Kategorie:Erbaut im 15. Jahrhundert Kategorie:Erbaut 1827 Kategorie:Kirchengebäude in Europa