Rosario Encarnacion (* 15. Januar 1910 in Aliaga, Nueva Ecija; † 1986) war eine philippinische Lehrerin und Gemeinschaftsorganisatorin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Silvino Encarnacion die Gemeinschaftsgenossenschaftliche Kreditunion Bantug in Science City of Muñoz, Nueva Ecija, aufbaute. Für diese Arbeit erhielt sie 1968 zusammen mit ihrem Ehemann den Ramon-Magsaysay-Preis.

Leben Rosario Encarnacion wurde Anfang 1910 in Aliaga in der Provinz Nueva Ecija geboren und verlor früh ihre Eltern. Sie besuchte die Highschool in Cabanatuan, unterrichtete zunächst dort und wechselte später an die Grundschule von Bantug. In Bantug lernte sie Silvino Encarnacion kennen, den sie 1946 heiratete. Sie blieb als Lehrerin tätig und setzte zugleich ihre eigene Ausbildung fort, die sie 1968 abschloss. Bantug war eine arme ländliche Gemeinde am Fuß der Sierra Madre, deren Bewohner überwiegend als Pächter auf größeren Landgütern arbeiteten und stark von Regenfeldbau, Verschuldung und Abgaben an Grundbesitzer abhängig waren. Rosario und Silvino Encarnacion engagierten sich in der öffentlichen Arbeit des Barrios und unterstützten auch auswärtige Besucher, darunter Angel Mandac von der Philippinischen Bewegung zum Wiederaufbau des ländlichen Raums. Rosario Encarnacion wurde 1971 pensioniert und starb 1986.

Wirken Angel Mandac kam 1960 nach Barrio Bantug, um dort für die Gründung einer Kreditgenossenschaft zu werben, worauf Rosario Encarnacion und ihr Ehemann die Initiative aufnahmen und Nachbarn für das Vorhaben gewannen. Aus dieser Arbeit entstand im Mai 1960 die Gemeinschaftsgenossenschaftliche Kreditunion Bantug, die mit 17 Mitgliedern und 73 Pesos an Einlagen begann. Zur Zeit der Auszeichnung durch die Ramon-Magsaysay-Preisstiftung hatte die Kreditgenossenschaft 181 Mitglieder und Vermögenswerte von 26.447,52 Pesos. Rosario Encarnacion war in der Genossenschaft Vorsitzende des Kreditausschusses, während Silvino Encarnacion als Schatzmeister und Geschäftsführer tätig war. Die Stiftung hob hervor, dass die Genossenschaft weder die größte noch die vermögendste Kreditgenossenschaft der Philippinen gewesen sei, sich aber durch Integrität und Kreativität ausgezeichnet habe. Mit den Mitteln ihrer eigenen Bank konnten Mitglieder kleine Unternehmen finanzieren, Häuser verbessern, Studiengebühren für Kinder bezahlen und in Saatgut sowie Dünger investieren. Die Auszeichnung würdigte insbesondere die sorgfältige Verwaltung einer Kreditgenossenschaft, welche das Leben in einem einkommensschwachen Barrio verbesserte, ohne faule Kredite entstehen zu lassen. In ihrer Dankesrede verpflichtete sich Rosario Encarnacion, nicht nur in Bantug, sondern überall dort zu dienen, wo entsprechende Hilfe gebraucht werde.

Einzelnachweise

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