Der Kapverden-Sturmtaucher (Calonectris edwardsii) ist eine endemisch auf den Kapverdischen Inseln vorkommende Vogelart aus der Ordnung der Röhrennasen.
Merkmale Kapverden-Sturmtaucher erreichen eine Körperlänge von 42 bis 47 Zentimetern und eine Flügelspannweite von 101 bis 112 Zentimetern. Die Schwanzlänge beträgt 115 bis 130 Millimeter. Die Geschlechter ähneln sich farblich. Das Obergefieder ist überwiegend bräunlich und variiert von sandfarben oder hell graubraun vom Nacken bis zum Bürzel und bis zu schwarzbraun an Flügeln und Schwanz. Der Scheitel ist meist dunkler als Nacken und Rücken. Oft zeigt sich ein dünnes, U-förmiges, weißliches Band an den Oberschwanzdecken am Bürzel. Die Unterseite von Körper und Flügeln ist weißlich. Der 40 bis 45 Millimeter lange Schnabel ist gelbgrau.
Ähnliche Arten Der ähnliche Sepiasturmtaucher (Calonectris diomedea) ist mit einer Flügelspannweite von 117 bis 135 Zentimetern größer als der Kapverden-Sturmtaucher.
Verbreitung und Lebensraum Der Kapverden-Sturmtaucher kommt als Brutvogel ausschließlich auf den Kapverdischen Inseln vor. Mehr als die Hälfte des weltweiten Bestands brütet auf Ilhéu Raso (ca. 6500 Paare), der Großteil des restlichen Bestands brütet auf der benachbarten Insel Ilhéu Branco (ca. 3500 Paare). Kleinere Kolonien befindet sich auf Brava sowie an Berghängen und Küstenklippen der Inseln Santo Antão, São Nicolau und Santiago. Zwischen Mitte November und Ende Februar/Anfang März sucht die Art ihre Winterquartiere auf. Diese sind bisher nur unzureichend erforscht, es liegen jedoch vielfache Nachweise von der Ostküste Nordamerikas sowie von den Küstengewässern des südwestlichen Atlantiks, von Südbrasilien bis Zentralargentinien im Zeitraum zwischen November bis Februar vor. Weitere Nachweise gibt es aus Marokko (im März), Mauretanien (Oktober), Senegal (Anfang Juni und häufig im Oktober/November) und Guinea-Bissau (Januar).
Lebensweise Auf den Kapverden leben die Vögel in Brutkolonien. Die gesamte Nahrungsaufnahme erfolgt auf See und besteht aus kleinen Fischen, Tintenfischen und anderen Meeresorganismen. Nach der winterlichen Abwesenheit erreichen die geschlechtsreifen Vögel Ende Februar und im März ihre Brutkolonien auf einer Insel. Dort nisten sie in Felsspalten, auf Felsen vor der Küste oder unter großen Felsblöcken. Die Weibchen legen ein einzelnes Ei, das von Mai bis Juli bebrütet wird. Die Jungvögel werden von Ende September bis Mitte November flügge.
Bestand und Gefährdung Der Kapverden-Sturmtaucher ist in seinen Vorkommensgebieten im Rückgang begriffen und wird deshalb von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „near threatened = potentiell gefährdet“ geführt. Die Art wurde seit Langem von der einheimischen Bevölkerung zum Nahrungserwerb gejagt. Die Mitglieder von BIOSFERA (einer Umweltorganisation mit Sitz auf den Kapverden) konnten jedoch die Bejagung durch Fischer auf Jungvögel weitgehend erfolgreich verhindern. Neue Gefährdungen ergeben sich durch die invasiven, verwilderten Hauskatzen (Felis catus), den Beifang von Fischerkähnen sowie durch industrielle Fischereiflotten.
Literatur del Hoyo, J., N. Collar, and G. M. Kirwan: Cape Verde Shearwater (Calonectris edwardsii), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Editors), Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2020
Weblinks
Einzelnachweise Cape Verde Shearwater (Calonectris edwardsii), Wind Birds Cape Verde Shearwater, Birdfinding del Hoyo, J., N. Collar, and G. M. Kirwan: Cape Verde Shearwater (Calonectris edwardsii), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Editors), Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2020 Rote Liste Cape Verde Shearwater, iucnredlist.org, eingesehen am 6. Mai 2026,
Kategorie:Sturmvögel Kategorie:Endemisches Tier