Meik Briest (* 1965Greenlight Podcast: Episode 54 - Narben des Krieges. Mit Einsatzveteran Meik Briest in Genthin) ist ein Oberstabsfeldwebel d. R. des Heeres der Bundeswehr. Er wurde im Juli 1999 im Rahmen des deutschen KFOR-Einsatzes, kurz nach dem Ende des Kosovokriegs schwer verletzt und verlor dabei einen Teil seiner rechten Gesichtshälfte. Briest gilt seitdem aufgrund seiner markanten Gesichtsverletzung in den Medien, dem Bund Deutscher EinsatzVeteranen und der Bundeswehr als „vermutlich eines der bekanntesten Gesichter der Bundeswehr“, als „das Gesicht des Krieges“ oder als eines „der Gesichter der Veteranenbewegung“.
Leben Briest stammt aus dem sachsen-anhaltischen Genthin und erlernte nach der Schule zunächst den Beruf des Landmaschinen- und Traktorenschlossers. Während dieser Ausbildung verpflichtete er sich 10 Jahre für die Laufbahn des Berufsunteroffiziers in der Nationalen Volksarmee der DDR.
Militärische Laufbahn Ausbildung und erste Verwendungen in der NVA Vor dem Eintritt in die NVA war Briest bereits Mitglied der Sektion Fallschirmspringen der Gesellschaft für Sport und Technik und absolvierte an der GST-Fallschirmsprungschule in Halle-Oppin eine Fallschirmsprungausbildung und 12 Fallschirmsprünge. Sein Karriereziel war ursprünglich Kampfschwimmer zu werden, was aber aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich war.
Am 1. November 1983 trat Briest als Unteroffiziersschüler in die Unteroffiziersschule II „Kurt Bennewitz“ in Delitzsch ein. Dort erhielt er eine Ausbildung zum Gruppenführer Fernaufklärer. Nach dieser Ausbildung wurde er zum Unteroffizier befördert. Er wurde zunächst für einen kurzen Zeitraum als Gruppenführer im Aufklärungsbataillon AB-9 der 9. Panzerdivision in Torgelow eingesetzt. Auf eigenen Wunsch konnte Briest später als Gruppenführer zur Spezialaufklärungskompanie 5 (vergleichbar mit Fernspähern) in Hagenow wechseln und wurde dort im Laufe der Jahre als stellvertretender Zugführer sowie Versorgungsunteroffizier und Fallschirmwart eingesetzt. In der Spezialaufklärungskompanie 5 erreichte Briest bis zur Auflösung der NVA im Dezember 1990 den Dienstgrad eines Stabsfeldwebels.
Dienst in der Bundeswehr Nach seinem Dienst in der NVA wurde Briest als Nachschubfeldwebel in das Sanitätsbataillon 410 in Perleberg und dort 1992 als Berufssoldat in die Bundeswehr übernommen. Während der Auflösung des Sanitätsbataillons 410 wechselte Briest im Jahr 1996 in die Kampfmittelbeseitigung und erhielt dort weitere Ausbildungen, unter anderem zum Feuerwerker und Kampfmittelbeseitiger. Etwa sechs Monate nach seinem Unfall im Kosovo trat Briest den Dienst wieder an und war bis zum Ende seiner Dienstzeit 2026 als Schießsicherheitsfeldwebel und Ausbilder für die Einsatzvorbereitende Ausbildung zum Thema „Counter-Improvised Explosive Devices“ (Feststellung, Aus- und Bewertung sowie Abwehr von improvisierten Sprengfallen) auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow eingesetzt. Daneben betreute Briest die Munitionsmustersammlung des Truppenübungsplatzes. Nach dem Unfall 1999 nahm er noch an weiteren vier Auslandseinsätzen teil und verlängerte seine Dienstzeit in dem Zeitraum zweimal.
Einsatz und Verletzung im Kosovo 1999 Briest wurde nach dem Kosovokrieg als Kampfmittelräumer im Kosovo eingesetzt um Sprengfallen, Minen und Blindgänger zu räumen. Am 13. Juni 1999 war er beispielsweise am Dulje-Pass für die Untersuchung des Leichnams von Stern-Fotograf Volker Krämer auf Sprengfallen verantwortlich..loyal 14. April 2025 Am 3. Juli 1999 räumte sein Team in einem Dorf in der Nähe von Prizren eine 250-Kilo-Bombe. Auf dem Rückweg fuhren sie an einer großen Wiese vorbei, auf der einheimische Bauern Heu einbrachten. Der Bereich war zuvor durch die NATO im Rahmen der Operation Allied Force mit Streubomben vom Typ CBU-87/B (428-kg-Streubombe mit 202 BLU-97-Bomblets) bombardiert worden. Die BLU-97-Bomblets hatten eine durchschnittliche Blindgängerrate von rund 5 %. In ungeeignetem Gelände mit weichem Boden betrug die Blindgängerrate bis zu 30 %. Einige der Einheimischen erklärten dem eingesetzten Sprachmittler, dass sie etwas gefunden hätten, das wie Minen aussähe. Briest ging zur Erkundung vor und fand auf dem Weg zur Wiese mehrere Bomblets, die Einheimische dort abgelegt hatten. Er vereinbarte mit den Bauern, dass sie ihre Arbeit für diesen Tag einstellen und am Folgetag die Bomblets geräumt würden.
Auf dem Rückweg zum Transportpanzer erschien ein Einheimischer aus einem Gebüsch und kam mit einem Gegenstand in Form einer Getränkedose auf Briest und einige andere Einheimische zu, um ihn zu übergeben. Der Einheimische stand etwa 20 Meter entfernt als Briest in aufforderte, den BLU-97-Blindgänger vorsichtig abzulegen. Beim Ablegen explodierte der Blindgänger, was zu zwei Toten und mehreren Schwerverletzten führte.
Briests rechte Gesichtshälfte wurde von der Explosion und Splittern zerrissen und er erlitt einen Schädelbasisbruch. „Ich hatte ein faustgroßes Loch im Gesicht. Augenhöhle und Gaumen, der Oberkiefer rechts – alles war zerstört.“ Er wurde zunächst im Feldlazarett Prizren notoperiert und noch in derselben Nacht über das mazedonische Skopje nach Köln und von dort ins Bundeswehrkrankenhaus Koblenz verlegt. Bis 2016 wurde Briest mehr als 40 Mal und insgesamt mehr als 60 Mal operiert, um sein Gesicht zu rekonstruieren.
Privates Briest ist verheiratet und hat mehrere Kinder. Er war mehrfacher Teilnehmer der Invictus Games; 2017 im kanadischen Toronto, 2018 im australischen Sydney sowie 2023 in Düsseldorf und trat dort in den Disziplinen Bogenschießen, Indoor-Rowing, Kugelstoßen, Diskuswerfen und Schwimmen an.Ministerin will Invictus Games nach Deutschland holen
Literatur Alfons Mais (Hg.): Über Leben: Versehrte im Heer zwischen Pflichtgefühl, Angst und Hoffnung, BeBra Verlag 2023, ISBN 978-3-89809-233-3 Colla Schmitz: Ins Gesicht geschrieben in Y – Das Magazin der Bundeswehr, 11/2016, S. 98–102 Marcel Böhnert, Julia Egleder: Deutschlands Veteranen: (über)leben nach dem Einsatz, E. S. Mittler & Sohn 2023, ISBN 978-3-8132-1127-6
Weblinks Gesichter des Lebens. Soldat Meik Briest Invictus Games 2023. Dreimal für Deutschland: Oberstabsfeldwebel Meik Briest tritt erneut bei Spielen an Spuren einer Sprengfalle. Die Versehrung schaut jeden Morgen aus dem Spiegel Bundeswehr-Soldat bei Invictus Games:Vom Schlachtfeld ins Schwimmbad Kultur: Porträt: Das Gesicht des Krieges Tagesspiegel vom 25. August 2001 ttt – titel, thesen, temperamente vom 29. Juni 2025: Deutschland wird "kriegstüchtig" ab 03:50
Einzelnachweise
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