mini|hochkant|Nafsiah Mboi (2014) Nafsiah Walinono Mboi (* 14. Juli 1940 in Sengkang, Südsulawesi) ist eine indonesische Ärztin, Pädiaterin und Politikerin, die von 2012 bis 2014 als Gesundheitsministerin ihres Landes diente. Sie wurde durch öffentliche Gesundheitsarbeit, HIV/Aids-Prävention, Frauen- und Kinderrechte sowie durch den 1986 gemeinsam mit Aloysius Benedictus Mboi erhaltenen Ramon-Magsaysay-Preis bekannt.

Leben Ab 1958 studierte sie Medizin an der Universität Indonesia; in Jakarta lernte sie den späteren Arzt und Gouverneur Aloysius Benedictus Mboi kennen, den sie nach mehrjähriger Beziehung heiratete. Nach dem Medizinabschluss im Jahr 1964 arbeitete sie in Ende auf Flores als erste Ärztin der Region; 1971 schloss sie an der Universität Indonesia die Ausbildung zur Kinderärztin ab und vertiefte anschließend in Gent die Kindergesundheit.

Ihr Ehemann war von 1978 bis 1988 Gouverneur von Nusa Tenggara Timur, und aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. 1990 erwarb Mboi einen Master der öffentlichen Gesundheit am Prinz-Leopold-Institut für Tropenmedizin in Antwerpen; später war sie an der Harvard School of Public Health im Bereich internationale Gesundheit tätig. Von 1992 bis 1997 gehörte sie dem indonesischen Parlament an; später war sie Vorsitzende des UN-Ausschusses für die Rechte des Kindes und von 1999 bis 2002 Leiterin der WHO-Abteilung für Gender und Frauengesundheit in Genf.

Wirken In Nusa Tenggara Timur baute Mboi als Leiterin der kommunalen Gesundheitsdienste und in Frauenorganisationen Programme gegen vermeidbare Kinderkrankheiten auf; die Stiftung des Ramon-Magsaysay-Preises hob besonders ihre Arbeit gegen neonatalen Tetanus, Gastroenteritis und Masern hervor. Das von ihr und ihrem Mann mitgetragene Entwicklungsprogramm wurde 1986 als Anstoß zu sozialer Selbstmobilisierung für fast drei Millionen Menschen gewürdigt. Ab den 1990er-Jahren profilierte sie sich als HIV/Aids-Aktivistin; als Abgeordnete wirkte sie an der Nationalen Strategie zur AIDS-Eindämmung mit, die Kondome als Präventionsmittel anerkannte. Als Sekretärin der nationalen AIDS-Kommission setzte sie ab 2006 auf Koordinierung zwischen Regierung, Zivilgesellschaft, religiösen Gruppen und Privatsektor. Als Gesundheitsministerin betonte sie sexuelle und reproduktive Gesundheitsbildung an Schulen, den Zugang zu antiretroviraler Behandlung und Prävention für Menschen mit hohem HIV-Risiko.

Zu ihren Reformzielen gehörte eine allgemeine Gesundheitsabsicherung: 2014 sollte das BPJS-Programm bestehende Versicherungen bündeln und bis 2019 die gesamte Bevölkerung erreichen. In der Tabakkontrolle bestand Mboi auf der Durchsetzung provokativer Warnbilder auf Zigarettenpackungen; Herstellern, welche die Frist missachteten, drohten Verwarnungen, Geldstrafen und Haftstrafen. International wurde sie 2013 zur Vorsitzenden des Verwaltungsrats des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria gewählt; nach ihrem Ausscheiden würdigte der Fonds im Jahr 2015 ihre Leitung und verlieh ihr den Ehrentitel einer emeritierten Vorsitzenden.

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Einzelnachweise

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