Die 100-mm-Panzerabwehrkanone vz. 53 (komplette tschechische Bezeichnung: 100 mm protitankový kanon vzor 53) ist eine in der Tschechoslowakei entwickelte Panzerabwehrkanone mit einem Kaliber von 100 mm.
Entwicklungsgeschichte Im Jahr 1947 verfügte die tschechoslowakische Panzerabwehrartillerie über einen Mix von insgesamt 14 verschiedenen Geschützmodellen aus unterschiedlichen Ländern. Sechs davon stammten aus sowjetischer Produktion, vier aus Deutschland, zwei aus Großbritannien und zwei aus eigener Vorkriegsproduktion.100mm protitankový kanon vzor 53 (tschechisch, abgerufen am 4. Mai 2026) Ab 1948 begannen die Škoda-Werke im böhmischen Pilsen mit der Entwicklung von Panzerabwehrkanonen, die mit der sowjetischen Armee kompatible Munition verwenden konnten. Dabei wurden zunächst Projekte für die Kaliber 76,2 mm und 100 mm unter den Bezeichnungen A19 bzw. A20 verfolgt. Doch schon bald zeigte sich, dass das Kaliber 76,2 mm der Kanone A19 weder die geforderte Durchschlagskraft bot noch die Lafette den Belastungen standhielt. Der Typ A20 wurde schließlich als 100-mm-Kanone vz. 53 im Jahr 1953 in die Armee eingeführt. Damit erhielt die tschechoslowakische Armee Anfang der 1950er-Jahre hochmoderne Panzerabwehrwaffen, die durch einfache Konstruktion, Stabilität beim Schießen, geringe Schusshöhe, einfache Bedienung und hohe Geländegängigkeit überzeugen konnten und qualitativ mit dem Sowjet-Gegenstück mithalten konnte. Im Jahr 1960 waren 598 Exemplare im Bestand der tschechoslowakischen Armee und blieben bis zum Zerfall der Tschechoslowakei im Einsatz.
Technik mini|Aktive Mündungsbremse des Geschützes Das Geschütz war mit einem halbautomatischen Verschluss ausgestattet und soll im direkten Richten eine effektive Schussdistanz von 1.230 Metern erreicht haben. Beim indirekten Schießen soll die maximale Schussweite 21.000 Metern betragen haben. Die Mündungsgeschwindigkeit wird mit 955 m/s angegeben und die Feuerrate betrug maximal 10 Schuss pro Minute. Die eingesetzten Panzerabwehrgranaten sollen in der Lage gewesen sein, auf eine Entfernung von 1.000 Metern noch 140 Millimeter starke Panzerungen zu durchschlagen. Am Geschütz ist eine aktive Mündungsbremse verbaut. Das fahrbare Untergestell des Geschützes ist als Spreizlafette ausgeführt. Die beiden Holme sind jeweils mit einem Erdsporn ausgestattet, welche die Rückstoßkraft beim Feuern in das Erdreich ableiten. Für den Marsch werden die Holme zusammengeklappt und verriegelt. Die Verriegelung nimmt dabei die Öse für das Zugfahrzeug auf. Um ein begrenztes manuelles Manövrieren ohne Zugfahrzeug zu ermöglichen, ist an jedem Holm ein abklappbares Rad mit Vollgummibereifung angebracht.
Nutzerstaaten
: Im Einsatz bei der Nationalgarde Lettlands.The International Institute for Strategic Studies (IISS) (14. Februar 2018). The Military Balance 2018. Routledge. S. 123.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geschütz Kaliber 50 mm bis 100 mm Kategorie:Panzerabwehrkanone Kategorie:Militärische Ausrüstung (Tschechoslowakei)