Der HC Dynamo Pardubice ist ein tschechischer Eishockeyklub aus Pardubice. Bis 2009 war der Verein nach dem Hauptsponsor HC Moeller Pardubice benannt, doch nach der Übernahme der Moeller GmbH durch die Eaton Corporation wechselte auch der Vereinsname. 2011 übernahm erneut die Bank ČSOB das Hauptsponsoring des Vereins. Der 1993 entstandenen tschechischen Extraliga gehört Pardubice ohne Unterbrechung an, damit ist Pardubice mehr als ein halbes Jahrhundert erstklassig.
Geschichte Zuvor nur als Hobbysport betrieben, entwickelte sich im LTC Pardubice ab 1925 organisierter Eishockeysport. 1949 stieg der Verein in die höchste Spielklasse der damaligen Tschechoslowakei auf und bis zu deren Auflösung 1993 nie mehr ab. 1973, 1987 und 1989 wurde der Klub Tschechoslowakischer Eishockeymeister.
Höhen und Tiefen (1991–2002) Vor der Saison 1991/92 nannte sich der Verein in HC Pardubice um, da das Patronat durch TESLA im Zuge der wirtschaftlichen Umwälzungen beendet wurde. Die erste Spielzeit 1993/94 der neuen, rein tschechischen Extraliga begann der Club mit einer Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Mit diesem Kader erreichte der Club das Play-off-Finale gegen den HC Olomouc, in welchem man mit 1:3 unterlag. Trotz dieser Niederlage wurde die Platzierung als Erfolg gewertet, zumal Radovan Biegl als Torhüter des Jahres ausgezeichnet wurde und Richard Král mit 43 Toren die Torjägerkrone gewann. Zudem wurde der damals 18-jährige Milan Hejduk als bester Nachwuchsspieler geehrt und Trainer Marek Sýkora als Trainer des Jahres ausgezeichnet.
In der folgenden Spielzeit konnte die Mannschaft nicht an diese Erfolge anknüpfen und verpasste die Play-offs. Stattdessen musste sie in den Play-downs antreten, in denen sie den insgesamt zehnten Platz belegte. Der Abgang von Stammspielern wie Král oder Biegl wurde durch den Einsatz von Juniorenspielern, unter anderem Petr Sýkora, kompensiert, was aber in der Spielzeit 1995/96 erneut zum Verpassen der Play-offs und zum Antritt in den Play-downs führte. In diesen belegte der in HC IPB Pojišťovna Pardubice umbenannte Club wieder den zehnten Platz.
Im Sommer 1996 verpflichtete die Vereinsführung mit Miloš Říha einen neuen, jungen Cheftrainer, der zusammen mit Josef Paleček die Mannschaft zu erfolgen führen sollte. In der ersten Saison seiner Amtszeit belegte Říha mit dem Team in der Hauptrunde den fünften Platz und erreichte das Play-off-Halbfinale gegen den späteren Meister HC Petra Vsetín. Die Verdienste des Trainers wurden durch die Liga gewürdigt, als diese Miloš Říha als Trainer des Jahres auszeichneten. Zu den aufstrebenden Nachwuchsspielern, die diesen Erfolg ermöglichten, gehörten der damals 25-jährige Dušan Salfický und Milan Hejduk.
2001 begannen umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten an der Eishalle, die nach Beendigung dieser in Duhová Aréna umbenannt wurde. In der Saison 2001/02 wurden zwei Nachwuchsmannschaften des Vereins Landesmeister ihrer Altersklasse, während die Herrenmannschaft in der ersten Play-off-Runde ausschied.
Meisterschaften in Tschechien (seit 2002) mini|links|125px|Logo des HC Moeller Pardubice Der HC Pardubice erreichte in der Saison 2003/04 mit 32 Siegen aus 52 Partien den Gewinn der Hauptrunde. Damit qualifizierte sich das Team für die Play-offs, scheiterte aber in der ersten Runde in sieben Spielen am HC Lasselsberger Plzeň. Mit durchschnittlich 8.200 Zuschauern hatte der HC Pardubice in der Hauptrunde die meisten Zuschauer der Extraliga.
mini|hochkant|Petr Koukal, langjähriger Kapitän des HCP In der folgenden Spielzeit kehrten aufgrund des Lockouts in der National Hockey League viele tschechische Spieler in ihre Heimat zurück. So konnte der HC Pardubice mit Jan Bulis, Michal Mikeska und Milan Hejduk eine komplette Reihe mit NHL-Spielern aufbieten, die am Ende der Hauptrunde die Plätze eins bis drei der Topscorertabelle belegten. Zudem verpflichtete der Verein den slowakischen Torhüter Ján Lašák, der sich zu einer wichtigen Stütze des Teams entwickelte. Am Ende der Hauptrunde belegte das Team, welches von Kapitän Jiří Dopita angeführt wurde, den dritten Tabellenrang und qualifizierte sich damit für die Play-offs. In diesen besiegte das Team zunächst den HC Rabat Kladno und danach die Bílí Tygři Liberec und erreichte damit das Finale um die tschechische Meisterschaft gegen den HC Hamé Zlín. Letzterer wurde mit einem Sweep, also 4:0 Siegen, besiegt. Damit gewann der HC Pardubice den ersten tschechischen Meistertitel der Vereinsgeschichte. Nach der Saison wurde Aleš Hemský als MVP der Play-offs, Ján Lašák mit dem Goldenen Helm sowie Michal Mikeska als Number One ausgezeichnet.hokej.sfrp.cz, Czech Republic 2004/05
Im Sommer 2009 kehrten viele Spieler der sogenannten goldenen Generation aus der National Hockey League nach Tschechien zurück. Zu diesen gehörte auch Dominik Hašek, der sein Comeback beim HC Eaton Pardubice gab. Aufgrund der weltweiten Finanzkrise kürzten die meisten Clubs der Extraliga ihre Budgets um bis zu 25 Prozent.radio.cz, Tschechiens Eishockeyclubs erwartet eine finanziell schwierige Saison Daher mussten die tschechischen Klubs auch verstärkt nordamerikanische oder skandinavische Spieler verpflichten, da diese im Vergleich zu tschechischen Topspielern geringere Gehälter verlangten. Infolgedessen spielen in der Saison 2009/10 so viele nicht osteuropäische Spieler wie noch nie seit Gründung der Extraliga. Der HC Eaton Pardubice verpflichtete so Adam Pineault, Aaron MacKenzie und Jeff Jillson.
Im Finale der Play-offs 2010 traf der Vorrunden-Dritte HC Eaton Pardubice auf den HC Vítkovice Steel. Mit einem Sweep besiegte die Mannschaft aus Pardubice die Stahlwerker aus Ostrava mit 4:0. Dabei gewann der Verein den fünften Meistertitel der Vereinsgeschichte und stellte zwei neue Rekorde auf: Zwölf Siege in den Play-offs hatte bis 2010 keine Mannschaft geschafft und der 45-jährige Torhüter Dominik Hašek war der älteste Spieler, der jemals in der Extraliga auflief.radio.cz, Rekord-Siegesserie und Torwart-Oldie Hašek bescheren Pardubice Eishockeytitel Letzterer trug mit überragenden Leistungen, unter anderem einem Gegentorschnitt von 1,68, drei Shutouts und einer Fangquote von 93,68 Prozent, zu diesem Erfolg bei.
Vor der Saison 2022/23 kaufte der HC Pardubice die 1. Liga-Lizenz des HC Stadion Vrchlabí, mit dem der Klub zuvor kooperiert hatte, und gründete eine neue Mannschaft für die 1. Liga, den HC Dynamo Pardubice B. Die Heimspiele der Mannschaft werden in Chrudim ausgetragen.
Vereinsnamen 1925 LTC Pardubice, später ZSJ Slavia Pardubice, ab 1953 Dynamo Pardubice, ab 1960 Tesla Pardubice, ab 1990 HC Pardubice, ab 1995 HC IPB Pojišťovna Pardubice, ab 2002 HC ČSOB Pojišťovna Pardubice, ab 2003 HC Moeller Pardubice (nach dem Sponsor Moeller GmbH). Mai 2009 bis 2011 HC Eaton Pardubice, bis Juni 2015 HC ČSOB Pojišťovna Pardubice, seitdem HC Dynamo Pardubice.
Erfolge Tschechoslowakischer Meister: 1973, 1987, 1989 Tschechischer Meister: 2005, 2010, 2012 Vize-Europapokalsieger 1974, 1988
Statistik Platzierungen 1937–1993 Saison Hauptrunde Spiele S U N Torv. Punkte Endrunde Trainerhcpce.cz, Přehled trenérů a asistentů u A mužstva 1937/1938 7. Platz 3 0 0 3 1:15 0 – 1950/1951 8. Platz 14 3 2 9 43:71 8 – Emil Zettel 1951/1952 5. Platz 10 0 4 6 31:56 4 Relegation gegen Staré Město 2:0 Bohuslav Rejda 1952/1953 4. Platz 12 5 3 4 47:52 14 Platzierungsspiele; 11. Platz Bohuslav Rejda 1953/1954 6. Platz 10 2 3 5 39:46 7 Relegation gegen Sokol BK Mladá Boleslav 2:0 Bohuslav Rejda 1954/1955 6. Platz 14 4 2 8 54:62 10 – Bohuslav Rejda 1955/1956 4. Platz 12 5 2 5 53:51 12 – Bohuslav Rejda 1956/1957 9. Platz 26 9 4 13 97:101 22 – Bohuslav Rejda 1957/1958 7. Platz 22 12 2 8 97:84 26 – Bohuslav Rejda 1958/1959 5. Platz 22 10 5 7 90:77 25 – Bohuslav Rejda 1959/1960 3. Platz 22 11 4 7 96:77 26 – Bohuslav Rejda 1960/1961 5. Platz 32 15 1 16 109:119 31 – Vladimír Kobranov und Josef Novák 1961/1962 6. Platz 32 10 3 19 118:150 23 – Vladimír Kobranov und Josef Novák 1962/1963 9. Platz 32 13 4 15 130:144 30 – Vladimír Kobranov und Josef Novák 1963/1964 5. Platz 32 14 5 13 157:141 33 – Josef Novák 1964/1965 5. Platz 32 15 3 14 159:153 33 – Josef Novák, ab Dezember 1964 Vladimír Kaiser 1965/1966 5. Platz 36 18 4 14 174:145 40 – Bohuslav Rejda 1966/1967 5. Platz 36 18 4 14 142:134 40 – Bohuslav Rejda 1967/1968 8. Platz 36 9 7 20 118:134 25 – Bohuslav Rejda 1968/1969 4. Platz 36 17 3 16 150:137 37 – Karel Mach 1969/1970 7. Platz 36 13 5 18 131:146 31 – Karel Mach 1970/1971 6. Platz 36 14 5 17 127:135 33 Play-offs verpasst Horymír Sekera 1971/1972 4. Platz 36 17 6 13 124:112 40 – Horymír Sekera 1972/1973 1. Platz 36 24 3 9 154:92 44 Halbfinale 3.2 gegen Bratislava, im Finale 4:2 gegen Dukla Jihlava, Meister Horymír Sekera, Josef Novák 1973/1974 3. Platz 44 23 9 12 151:125 55 – Florián Střída, Josef Novák 1974/1975 2. 44 25 4 15 151:112 54 – Florián Střída, Vlastimil Franc 1975/1976 2. Platz 32 19 6 7 127:92 44 – Florián Střída, Vlastimil Franc 1976/1977 4. Platz 44 20 10 14 175:145 50 – Florián Střída, Vlastimil Franc 1977/1978 7. Platz 44 14 11 19 127:131 39 – Otakar Mareš, Horymír Sekera 1978/1979 6. Platz 44 18 9 17 161:158 45 – Otakar Mareš, Horymír Sekera 1979/1980 10. Platz 44 15 5 24 163:175 35 – Otakar Mareš, Horymír Sekera 1980/1981 7. Platz 44 19 – 25 169:190 38 – Zdeněk Uher, Pavel Beránek 1981/1982 6. Platz 44 20 – 24 183:169 40 – Zdeněk Uher, Karel Franěk 1982/1983 3. Platz 44 24 5 15 180:134 53 – Zdeněk Uher, Karel Franěk 1983/1984 3. Platz 44 22 8 14 150:133 52 – Zdeněk Uher, Karel Franěk 1984/1985 4. Platz 44 22 5 17 159:154 49 – Karel Franěk, Horymír Sekera 1985/1986 4. Platz 34 15 7 12 122:108 37 Viertelfinale 3:2 gegen Dukla Trenčín, Halbfinale 2:3 gegen VTJ Košice, Spiel um Platz 3: 2:1 gegen TJ Litvínov Karel Franěk, Horymír Sekera 1986/1987 1. Platz 34 22 2 10 142:87 46 Viertelfinale TJ Gottwaldov 2:0, Halbfinale VTJ Košice 2:0, im Finale 3:2 gegen Dukla Jihlava, Meister Karel Franěk, Horymír Sekera 1987/1988 6. Platz 34 15 7 12 131:113 37 Viertelfinale 1:3 gegen TJ Sparta ČKD Prag Karel Franěk und Vladimír Martinec 1988/1989 1. Platz 34 23 6 5 158:95 52 Viertelfinale 3.0 gegen TJ Litvínov, Halbfinale 3:0 gegen Sparta Prag, Finale 3:1 gegen Dukla Trenčín, Meister Vladimír Martinec und Vladimír Šťastný 1989/1990 11. Platz 44 10 4 24 183:216 32 1. Platz in der Abstiegsrunde 1990/1991 9. Platz 52 21 9 22 213:211 51 – Vladimír Martinec und Josef Paleček, ab Januar 1991 Karel Franěk und Josef Paleček 1991/1992 6. Platz 38 17 5 16 130:123 39 1. Runde 2:3 gegen HC VSŽ Košice Karel Franěk und Josef Paleček 1992/1993 12. Platz 40 14 3 23 123:161 31 1. Runde 3:0 gegen Motor České Budějovice, Viertelfinale 0:3 gegen HC CHZ Litvínov Zdeněk Uher und Pavel Beránek
Platzierungen seit 1993