Rudolf Leonhard Karl Schäfer (* 5. Mai 1885 in Mannheim; † 8. März 1941 in SpabrückenStandesamt Wallhausen: Sterbeurkunde Nr. 7/1941.) war ein deutscher Architekt und paramilitärischer Aktivist. In der Zeit der Weimarer Republik war er Vorsitzender des rechtsextremen Blücherbundes.

Leben und Tätigkeit Schäfer war ein Sohn des Architekten Leohard Schäfer (1856–1925) und seiner Ehefrau Paula, geb. Grimm. Er selbst wurde später Diplomingenieur und führte schließlich den Titel eines Regierungsbaumeisters.

1920 war Schäfer in den Kapp-Putsch verwickelt. Kurz danach wurde er in Haft genommen, da er in den Plan einer Synagogensprengung verwickelt gewesen sein soll.Andreas Werner: SA und NSDAP. "Wehrverband", "Parteitruppe" oder , 1964, S. 36.

Seit 1919 stand Schäfer mit Hellmuth von Mücke in Verbindung. Schäfer gründete damals einen Jugendbund in Hessen, der sich später mit dem von Mücke geführten Mücke-Bund vereinigte. Aufgrund Differenzen in der Frage, wie es mit dem Bund weitergehen sollte, entzweiten die beiden sich aber schließlich. Der Konflikt gipfelte in einer Aufforderung Schäfers an Mücke, sich einem Duell zu stellen. Hierzu kam es aber nicht. Stattdessen wurden beide Jugendbünde im November 1920 wieder voneinander getrennt.Hellmuth von Mücke - der Mann der "Emden" Vom Kriegshelden zum Pazifisten?, 2016, S. 164f.

1921 kam Schäfer während der deutsch-polnischen Grenzkämpfe in Oberschlesien während des 3. Oberschlesischen Aufstandes mit dem Freikorps Oberland in Kontakt, das zu den Freiwilligenverbänden gehörte, die damals nach Schlesien zogen, um auf deutscher Seite an den Grenzkämpfen teilzunehmen.

Wohl Anfang der 1920er Jahre war Schäfer bei der Zollbaugesellschaft in München angestellt, aus der er schließlich entlassen wurde.

Ab 1921 war Schäfer dann in der Leitung des aus dem Freikorps hervorgegangenen Bundes Oberland tätig. Als der Bund sich im September 1922 aufgrund von inneren Konflikten spaltete, gehörte Schäfer zu dem sich abspaltenden bürgerlichen Flügel des Bundes. Dieser wurde unter dem Namen Treu Oberland in einen eigenen Bund umgewandelt, der politisch zu der Linie des nachmaligen Generalstaatskommissars Gustav von Kahr neigte. In den folgenden Monaten riss Schäfer sukzessive die Führung der neuen Organisation an sich, die am 3. Februar 1923 schließlich in Blücherbund umbenannt wurde.

In Schleißheim errichtete Schäfer eine Geschäftsstelle des Blücherbundes. Nach der französischen Besetzung des Ruhrgebiets im Januar 1923 konzentrierte Schäfers Organisation mit Wissen bayrischer Behörden Waffen im Schleißheim, um für einen für möglich gehaltenen Kampf mit den Franzosen gerüstet zu sein.

Ideologisch war der Blücherbund unter Schäfers Führung durch einen ausgesprochenen Antisemitismus und durch eine ausgesprochene Tendenz zum Aktivismus und zur Gewalt gekennzeichnet. Die Frankfurter Ortsgruppe plante beispielsweise, die dortige Synagoge mit Handgranaten zu sprengen, während sich die Gläubigen in dieser trafen.

Einem Monolog Hitlers während des Zweiten Welktriegs zufolge hatte Schäfer ihm 1923 Waffen aus einem seiner Depots angeboten, die er (Hitler) aber der Einwohnerwehr überlassen habe.Monologe im Führer-Hauptquartier 1941-1944, 1980, S. 251.

Im Februar 1923 war Schäfer einigen Quellen zufolge hintergründig in den Fememord am Studenten Karl Baur (Femeopfer) verwickelt.

Ehe und Familie Schäfer heiratete am 7. September 1910 in Darmstadt Luise Leopoldine Elvira Schutter (* 13. April 1887 in Aachen). Die Ehe wurde am 10. März 1922 geschieden.

Schriften Die Konstruktionsstähle und ihre Wärmebehandlung, Berlin/Heidelberg 1923.

Literatur Ulrike Claudia Hofmann: Verräter verfallen der Feme! Fememorde in Bayern in den zwanziger Jahren, 2000.

Einzelnachweise

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