mini|Alban von Stockhausen (2025) Alban Ada von Stockhausen (* 1978) ist ein deutscher Ethnologe und Museumskurator. Seit Januar 2023 ist er Direktor des Völkerkundemuseums Heidelberg.

Alban von Stockhausen, Sohn des Glasmalers Hans Gottfried von Stockhausen, studierte von 1999 bis 2007 Ethnologie, vergleichende Religionswissenschaft und ostasiatische Kunstgeschichte an der Universität Zürich, wo er 2011 mit der Arbeit Imag(in)ing Naga: The pictorial Ethnography of Hans-Eberhard Kauffmann and Christoph von Fürer-Haimendorf promovierte. Er ist verheiratet mit der Ethnologin Marion Wettstein.

Im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte verbrachte er mehrere Jahre in Nordostindien und Nepal, wo er sich insbesondere mit Fragen zu lokalen Identitäten, Mythologien und Ritualpraktiken auseinandersetzte, aber auch mit historischen Fotografien und Museumssammlungen. Seine Forschungen sind von zentraler Bedeutung für das Verständnis von Kultur und Geschichte der Naga. Durch kritische Kontextualisierung historischer Fotografien ermöglichen sie Einblicke in soziale Organisation, materielle Kultur, Alltag und koloniale Repräsentationen der Naga in den 1930er Jahren und zeigen zugleich auf, wie ethnografische Fotografien die westliche Wahrnehmung dieser Gesellschaften aktiv prägten. Darüber hinaus kuratierte von Stockhausen zahlreiche internationale Ausstellungen und engagierte sich in der Lehre, insbesondere an den Universitäten Wien, Zürich, Bern und London. Von 2015 bis 2022 war er Kurator für Ethnographie am Bernischen Historischen Museum.

Zum Januar 2023 übernahm Alban von Stockhausen die Leitung des Völkerkundemuseums Heidelberg von Margareta Pavaloi, dessen inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung er seither maßgeblich prägt. Unter seiner Leitung wird das Museum schrittweise von einem klassischen ethnologischen Sammlungsmuseum zu einem partizipativen, digital orientierten Kulturmuseum weiterentwickelt. Er setzt dabei auf innovative Vermittlungskonzepte, die ethnologische Sammlungen mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten, kultureller Vielfalt und technologischen Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz verknüpfen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Demokratisierung musealer Deutungshoheit durch partizipative Formate, der Erweiterung des Publikums sowie der Positionierung des Museums als gesellschaftlich relevanter Bildungs- und Begegnungsraum. Auf diese Weise sollen das Museum und seine kulturhistorisch bedeutenden Sammlungen bekannter und einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Forschungs- und Ausstellungsprojekte (Auswahl)

2021/22: Kurator der Ausstellung Mythos Samurai, Bernisches Historisches Museum. Oktober 2011–September 2016: Postdoc beim Forschungsprojekt Ritual, Space, Mimesis among the Rai of Eastern Nepal unter der Leitung von Martin Gaenszle am Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde der Universität Wien, finanziert durch den Österreichischen Wissenschaftsfonds, angegliedert an das Center for Nepal and Asian Studies (CNAS) der Tribhuvan-Universität, Kathmandu. Oktober 2010–November 2012: Langzeitfeldforschung in Nepal zu Beziehungen zwischen Ritual und Landschaft bei den Dumi Rai in Ost-Nepal. August 2012: Kurator der Ausstellung Postcards and Beyond: The Mukunda Bahadur Shrestha Photo Collection in der Siddartha Art Gallery, Kathmandu. 2006–2010: Teilprojektleitung im Forschungsprojekt Material Culture, Oral Tradition and Identity among the Naga of Northeast India unter der Leitung von Prof. Michael Oppitz, finanziert durch den Schweizer Nationalfonds. Mai 2010: Konzert und Ausstellung Le voce dei Naga in Onsernone in Mosogno. 2009/10: Projektberatung für das Fürer-Haimendorf-Archiv-Digitalisierungsprojekt an der School of Oriental and African Studies, University of London. Januar bis März 2009: Multimedia-Installation Mode in Nagaland als Teil der Ausstellung Naga - Eine vergessene Bergregion neu entdeckt im Museum der Kulturen Basel. Dezember 2008: Multimedia-Installation Weihnachten in Nagaland als Teil der Ausstellung Naga - Eine vergessene Bergregion neu entdeckt im Museum der Kulturen Basel. Juni 2008 bis September 2009/Februar bis Juni 2012: Co-Kurator der Wanderausstellung Naga: Schmuck und Asche im Völkerkundemuseum der Universität Zürich bzw. im Weltmuseum Wien. 2004/05: Co-Kurator der Ausstellung Gefässe für das Heilige – Indische Gegenstände reden von Religion des Völkerkundemuseums der Universität Zürich.

Einzelnachweise

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