Mary Sibande (* 11. April 1982 in Barberton) ist eine südafrikanische Bildhauerin, Malerin und Installationskünstlerin. Ihre Arbeiten sind bekannt für ihre Auseinandersetzung mit südafrikanischer Identität und Geschichte mit Installationen und Skulpturen, die sich mit Themen wie Ethnie, Identität und Geschlecht auseinandersetzen.
Leben und Werk Sibande studierte am Witwatersrand Technikon, wo sie 2004 ein Diplom in Bildender Kunst erhielt. 2007 erwarb sie einen B-Tech-Abschluss an der Universität Johannesburg.
Sibande hat an zahlreichen Residenzen und Stipendien teilgenommen, darunter 2018–2019 die Virginia-C.-Gildersleeve-Professur am Barnard College der Columbia University in New York, 2013 das STAMPS School of Art & Design Fellowship an der University of Michigan in Ann Arbor, das Musée d’Art Contemporain du Val-de-Marne in Paris, 2011 das Smithsonian Artist Research Fellowship in Washington, D.C., das Ampersand Foundation Fellowship 2009 in New York und 2006 die Residenz in der Cité Internationale des Arts Paris. Während ihrer Künstlerresidenz im MAC/VAL Museum für Moderne Kunst schuf sie die Installation A reversed retrogress. scene 2.
Künstlerische Arbeit Sibandes Arbeit bewegt sich zwischen drei Zeitebenen: Die blaue Periode repräsentiert die Vergangenheit, die violette die Gegenwart und die rote Phase die Zukunft, das Erbe der Apartheid. Die Frau steht im Zentrum von ihrem Werk. Ihrer eigenen Person maßgetreu als Skulptur nachempfunden, wird sie durch ihr Alter Ego Sophie vertreten. In ihren ersten Werken trägt Sophie das typische Blau-Weiß einer Hausmädchen-Uniform und zeigt in die Geschichte ihrer eigenen Familie vor dem Ende des Apartheidstaates. Der Wechsel ins Lila nimmt direkten Bezug auf den Purple Rain Protest 1989, als Demonstranten von der Polizei mit lila Farbe aus Wasserwerfern markiert wurden, und erklärt das politische Erwachen. In folgenden Arbeiten benutzt sie die Farbe Rot als Zeichen der Wut der Südafrikaner angesichts andauernder Ungleichheit und Armut.
Sibandes Werk ist von ihren persönlichen Kindheitserfahrungen in Südafrika inspiriert. Ihr Fokus auf das Thema Hausmädchen wird oft als Hommage an ihre Familie verstanden, in der vier Generationen von Frauen als Hausangestellte arbeiteten. 2009 schuf sie Sophie/Elsie zu Ehren ihrer Urgroßmutter, die den westlichen Namen Elsie erhielt, weil ihre Arbeitgeber sich nicht bemühten, ihren afrikanischen Namen zu lernen. Auch andere Familienmitglieder tauchen in ihren Werken auf, beispielsweise Skulpturen, die ihrem Vater in Lovers in Tango (2011) ähneln.
Ihre Werke wurden international in führenden Museen ausgestellt, darunter das Met Breuer in New York, das British Museum in London, das Zeitz MOCAA in Kapstadt, die JAG (Johannesburg Art Gallery) in Johannesburg, Südafrika; das Boston Museum of Fine Arts, das Musée d’art Contemporain de Lyon, die Iziko South African National Gallery in Kapstadt, das Museum of Contemporary Art in Rio de Janeiro, das Kiasma Museum for Contemporary Art in Helsinki, das Museum Beelden aan Zee in Den Haag, das Somerset House in London, das Frist Art Museum in Nashville, Tennessee und das Museum of Arts and Design in New York.
Ihre Werke sind in internationalen Sammlungen vertreten, darunter das Smithsonian National Museum of African Art in Washington, D.C., das Virginia Museum of Fine Arts in Richmond, das Norton Museum of Art in Palm Beach, das University of Michigan Museum of Art in Ann Arbor, das Museum of Contemporary Photography in Chicago, das Zeitz MOCAA in Kapstadt, das Musée d’Art Contemporain du Val-de-Marne in Frankreich und das Iziko South African Museum in Kapstadt.
2024 wurde Mary Sibande von der französischen Regierung mit dem Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde von David Martinon, dem französischen Botschafter in Südafrika, Lesotho und Malawi, überreicht und würdigte Sibandes Verdienste um die Kunst und die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.
Auszeichnungen (Auswahl) 2013: Standard Bank Young Artist Award 2021: Helgaard-Steyn-Preis für ihre Skulptur In the Midst of Chaos, There Is Opportunity 2024: Ordre des Arts et des Lettres
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2006: My Madam’s Things, Goodman Gallery, Johannesburg 2009: Long Live the Dead Queen, Gallery MOMO, Johannesburg 2013: Long Live the Dead Queen, MAC/VAL Musée d’Art Contemporain di Val-de-Marne, Paris 2013: Mary Sibande and Sophie Ntombikayise Take Central Court, Spencer Museum of Art, University of Kansas, Lawrence, Kansas 2013: The Purple Shall Govern, Grahamstown National Arts Festival 2014: The Purple Shall Govern, Iziko South African National Gallery, Kapstadt 2014: The Purple Shall Govern, Standard Bank Gallery, Johannesburg 2019: I Came Apart at the Seams, Somerset House, London 2019: Posing Modernity: The Black Model from Manet and Matisse to Today, Wallach Gallery der Columbia University 2019: Leroy Neiman Gallery der Columbia University 2021: Unhand me Demon! , Chicago 2022: The Wake, Kunstpalais, Deutschland 2022: The Red Ventriloquist, Musée d’art Contemporain de Lyon 2022: A Red Flight of Fancy, SMAC Gallery, Kapstadt 2022: The Red Ventriloquist, Musée d’art Contemporain de Lyon 2023: Blue Purple Red, Frist Art Museum, Nashville 2023: The Armory Show, Javits Center, New York 2025: A Queen Never Dies 2025: Bold Women, Spencer Museum of Art
Gruppenausstellungen 2011: Narratives in Contemporary South African Art, 45. Biennale in Venedig 2013: Lyon Biennale 2016: South Africa: The Art of a Nation, British Museum, London. 2016: Re(as)sisting Narratives at Framer Framed, Amsterdam 2016: District Six Museum, Kapstadt 2017: Another Antipodes/urban axis 017, Perth, Australien Biennale von Dakar 2019: Biennale von Havanna 2025: Narratives in Focus: Selections from PAMM’s Collection, Pérez Art Museum Miami
Weblinks persönliche Website (englisch) Youtube-Video: Bold Women | Artist-in-residence spotlight: Mary Sibande (englisch)
Einzelnachweise
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