Labbezanga (auch: Labbézanga) ist ein Dorf in der Region Gao von Mali am Ufer des Nigers und an der Grenze zum Staat Niger.Georg Gerster: Below from Above: Aerial Photography. google books Abbeville Press 1986. ISBN 978-0-89659-602-3
Geographie Der Ort liegt am Nordufer des Niger, gegenüber der Flussinsel Arbre (Île de Labbezanga) mit dem Ort Kukiya. Der Niger verläuft dort von West nach Ost und bildet auch die Grenze zum Niger. Nordöstlich des Ortes befindet sich ein symmetrisch-sternförmiges Fort und die RN 17 folgt dem Verlauf des Flusse zur Grenze. Der Grenzort im Niger ist Koutougou (Tillabéri).
Militärgeschichte Die Forces armées maliennes führen einen Grenzposten bei Labbezanga.
Zwischen Juni und August 2020 errichteten Einheiten der Französischen Streitkräfte im Zuge der Opération Barkhane ein befestigtes Fort in Labbezanga im Stil des Renaissance-Baumeisters Sébastien Le Prestre, Marquis of Vauban. Bei ihrer Fertigstellung bezeichnete Le Figaro die Festung als „uneinnehmbar“ („impregnable“). Das Lager wurde am 23. Juli 2020 an die malischen Streitkräfte übergeben.
Angriffe 2023 Labbezanga liegt tief im Gebiet der dschihadistischen Gruppen Dschamāʿat Nusrat al-Islām wa-l-Muslimīn (JNIM) und des Islamischer Staat – Sahel Provinz (ISSP). Das malische Militärlager war Ziel zahlreicher dschihadistischer Angriffe, darunter eines im Juli 2023, bei dem ein Zivilist verletzt wurde. Anfang 2023 forderte die malische Junta, die 2021 an die Macht gekommen war, die Evakuierung der United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali (MINUSMA) bis Ende des Jahres. Etwa zur gleichen Zeit begann die malische Armee mit der russischen Wagner-Gruppe zu kooperieren, nachdem die Junta ein Jahr zuvor die französischen Truppen der Operation Barkhane ausgewiesen hatte.
Am 3. Dezember führte der ISGS zwei Angriffe durch: einen in Ménaka und einen in Labbezanga. Der Angriff in Ménaka richtete sich gegen die regierungsnahen Milizen der Mouvement pour le salut de l’Azawad (MSA – Bewegung zur Rettung von Azawad) und der Groupe d’autodéfense touareg Imghad et alliés (GATIA – Selbstverteidigungsgruppe der Imghad-Tuareg und Verbündete) und endete nach etwa einer Stunde Kampfhandlungen. Während die Kämpfe in Ménaka tobten, griff der ISSP das malische Fort in Labbezanga an. Dieser Angriff sollte die malischen Streitkräfte von Labbezanga ablenken. ISSP-Kämpfer erbeuteten Waffen, Munition und Treibstoff und brannten das Lager nieder, bevor sie es wieder aufgaben.
Malische Beamte gaben in einem Bericht in jener Nacht an, dass bei den beiden Angriffen mehrere Dutzend Dschihadisten getötet und zwanzig gefangen genommen worden seien; diese Angaben ließen sich jedoch nicht verifizieren. In späteren Berichten erklärte die malische Armee, sie habe Luft- und Bodenangriffe gegen die Gruppe durchgeführt. Radio France Internationale (RFI) berichtete, dass bei dem Angriff zwischen dreißig und vierzig malische Soldaten getötet worden seien.. Die malische Junta dementierte die Einnahme des Lagers, doch von der IS-nahen Nachrichtenagentur Amaq veröffentlichte Fotos zeigten die Kämpfer bei der Eroberung des Stützpunktes. Der Angriff war vermutlich die erste Konfrontation zwischen Wagner-Söldnern und ISSP-Kämpfern seit der Ankunft der Söldner in Mali Anfang des Jahres.
Nachdem der Angriff abgeklungen war, besuchten nigrische Soldaten von jenseits der Grenze den Stützpunkt, um malischen Soldaten zu helfen.
Nachwirkungen Am 23. Dezember 2023 besuchte der malische Oberst Ibrahim Samassa das Lager in Labbezanga, das von malischen Soldaten unter der Führung von Souleymane Dembele wiederbesetzt worden war. Samassa gratulierte den Soldaten zur erfolgreichen Verteidigung des Stützpunktes nach dem Angriff vom 3. Dezember. Die malischen Gegenoffensiven trugen den Namen „Operation Moniko“ und dauerten vom 3. Dezember bis zum 25. Januar 2024. Malische Offizielle gaben an, dass im Rahmen der Operation Moniko 65 Dschihadisten getötet und 42 weitere festgenommen wurden.
Medien Labbezanga wird im Film „Sahara“ erwähnt, der auf dem Buch von Clive Cussler basiert. Die beiden Abenteurer „Dirk Pitt“ und „Al Giordino“ machen dort Halt, als sie Mali betreten. Der Ort wird als einer der bedeutendsten Häfen Westafrikas im 19. Jahrhundert beschrieben. Labbezanga ist auch ein wichtiger Handelsplatz. Die meisten Dorfbewohner leben vom Fischfang, die übrigen halten Tiere, wie zum Beispiel Ziegen.
Einzelnachweise
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