mini|Die venezianische Kirche im Plan des Jacopo de’ Barbari, um 1500 (Detail) mini|Der Ponte San Domenego (Sankt-Dominikus-Brücke) beim ehemaligen Klosterkomplex im Jahr 2017 mini|Erinnerungstafel an das Geburtshaus Tiepolos San Domenico, auch San Domenego, war eine vom frühen 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1807 bestehende Kirche nebst Kloster und Hospiz im venezianischen Sestiere Castello. Das zugehörige Kloster war ab 1560 Sitz des Inquisitionsgerichts und wurde unter Napoleon abgerissen, um Platz für die dort geplanten weitläufigen parkähnlichen Gartenanlagen, die Giardini napoleonici, zu schaffen.
Geschichte Der Komplex entstand ab 1312 für zwölf Mönche auf testamentarische Verfügung des Dogen Marino Zorzi. Kirche und Konvent wurden 1317 fertiggestellt. Zunächst dem Kloster San Zanipolo unterstellt, machte es der später seliggesprochene Dominikaner Giovanni Dominici im Jahr 1391 unabhängig. Erster Prior wurde Tommaso Ajutamicristo. Allerdings wurde Dominici 1399 aus Venedig ausgewiesen.
1506 erfolgte eine größere Renovierung, und nochmals 1539/1540. 1581 beherbergte das Kloster 31 Ordensbrüder. 1586 wurde beschlossen, eine vollständige Renovierung durchzuführen. Die vier Jahre später begonnenen Arbeiten dauerten bis 1609.
Ab 1560 war der Komplex Sitz des Inquisitionsgerichts. Im dortigen Gefängnis wurde ab dem 23. Mai 1592 Giordano Bruno vor seiner Auslieferung nach Rom eingekerkert; in Rom kam er am 27. Februar 1593 an. Jedes Jahr am 29. April verbrannten die Mönche an einer nahegelegenen Brücke die im Laufe des Jahres der Zensur unterworfenen und verbotenen Bücher.Giuseppe Tassini: Curiosità veneziane, Giusto Fuga, Venedig 1915, S. 209.
1807 wurde die Kirche mitsamt dem Grabmal der Cassandra Fedele abgerissen, um den von Napoleon vorgesehenen, weitläufigen Gärten Platz zu machen. Die Mönche mussten nach San Zanipolo umziehen, als Napoleon das Kloster auflösen ließ.
Literatur Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, S. 30. Emmanuele Antonio Cicogna: Delle Inscrizioni Veneziane, Bd. 1, Giuseppe Orlandelli editore, Venedig 1824, S. 107–154. (digitalisiert beim Münchener Digitalisierungszentrum) Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 70–76. (Digitalisat) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 53 f. („S. Domenico. Prediger Mönche“). (Digitalisat)
Weblinks
Anmerkungen
San Domenico Domenico Kategorie:Dominikuskirche Kategorie:Zerstört in den 1800er Jahren Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Venetien