Graham Ryder (* 28. Januar 1949 in Bridgnorth; † 5. Januar 2002 in Webster (Texas)) war ein englischer Geologe und Mondforscher.

Leben Graham Ryder wurde am 28. Januar 1949 in Bridgnorth, im Osten der Grafschaft Shropshire, als Sohn von Frederick und Elizabeth Ryder geboren. Dort absolvierte er das Gymnasium und studierte anschließend an der Universität von Wales in Swansea, wo er 1970 seinen Bachelor-of-Science-Abschluss in Geologie machte. Anschließend ging er in die Vereinigten Staaten an die Michigan State University, wo er 1974 mit der Dissertation A rationale for the origins of massif anorthosites (Eine Erklärung der Herkunft von Anorthositen in Massiven) promoviert wurde. Nach seiner Promotion setzte er seine Forschungen am Smithsonian Astrophysical Observatory fort und arbeitete anschließend für die Northrup Services Inc. am Lyndon B. Johnson Space Center in Houston (Texas). Von 1983 bis zu seinem Lebensende gehörte er zum wissenschaftlichen Stab des Lunar and Planetary Institute in Houston.

Ryders Hauptinteresse galt dem Mond. Seine ersten Mondforschungen machte er im sogenannten Imbrium Consortium, einer Gruppe unter John Armstead Wood am Smithsonian Astrophysical Observatory zur Identifizierung von Ejekta aus dem Mare Imbrium auf Basis von Mondproben des Apollo-Programms. Er stellte in den folgenden Jahren viele geologische und petrologische Analysen an, worüber er allein oder als Koautor in einer Vielzahl von Arbeiten publizierte. Er gehörte zu den Ersten, die erkannten, dass der Mondvulkanismus nicht erst am Ende des sogenannten großen Bombardements einsetzte, wie bis dahin angenommen, sondern bereits erheblich früher und dass dessen Spuren vom Bombardement weitgehend zerstört wurden. Besonders hervorzuheben ist auch seine Mitarbeit an den mehrbändigen Katalogen zu den Mondproben der Apollo-Missionen 15, 16 und 17, in denen nicht nur über 20.000 Proben beschrieben, sondern auch die veröffentlichten Daten dazu zusammengestellt wurden. Ferner gelangen ihm viele absolute Altersbestimmungen von Mondgesteinen. Neben seinen Mondforschungen interessierte er sich auch für die geologische Geschichte der Erde. Er war Mitautor mehrerer Publikationen über den Chicxulub-Krater und die Kreide-Paläogen-Grenze. Von 1982 bis 1983 arbeitete er an der Universität Münster mit Dieter Stöffler und anderen über Mondproben, Meteoriten und Proben aus dem Stillwater-Komplex in Montana und er unternahm auch Feldstudien im bayerischen Rieskrater.

Ryder war Mitglied der folgenden Gesellschaften: Geological Society of America, American Geophysical Union, Meteoritical Society, American Astronomical Society, National Center for Science Education, American Humanist Association. Graham Ryder starb am 5. Januar 2002 im Alter von fast 53 Jahren im Clear Lake Regional Medical Center in Webster an Komplikationen seines Speiseröhrenkrebses.

Ehrungen Der 1989 entdeckte Asteroid (5479) Grahamryder wurde nach Graham Ryder benannt. Seit 2002 vergibt die Meteoritical Society den Pellas-Ryder-Award an Studenten, die Erstautor einer Arbeit in einem Journal mit Peer Review sind, benannt nach Paul Pellas und Graham Ryder. Die Meteoritical Society verlieh Ryder posthum im Jahre 2003 die Barringer-Medaille. Im Jahre 2006 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Ryder offiziell nach Graham Ryder. Seit 2006 vergibt die Michigan State University das nach Ryder benannte Stipendium Graham Ryder Memorial Scholarship.

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Einzelnachweise

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