Der Friedhof Weitmar ist ein kommunaler Friedhof in Weitmar, einem Stadtteil von Bochum. Er unterteilt sich in zwei Betriebsteile, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten angelegt wurden, und hatte eine Gesamtfläche von 16,1 ha.Stadt Bochum: Konzept zur Anpassung der Friedhofsflächen an den zukünftigen Bedarf im Stadtbezirk Bochum-Südwest. 2015 Teile sind zurzeit in der Planung einer Bebauung.
Der Friedhof weist zusammen mit dem Weitmarer Schlosspark mindestens 30 Arten von Koniferen und 18 andere immergrüne Gehölze auf, sowie eine Vielzahl von sommergrünen Gehölze wie etwa Eisenholz (Parrotia persica) und andere.Armin Jagel, Ingo Hetzel: Exkursion: Bochum-Weitmar, städtischer Friedhof und Schlosspark, Koniferen und andere Immergrüne. 3. März 2013. In: Jahrbuch des Bochumer Botanischen Vereins 5 79-80, 2014
Standort Heinrich-König-Straße mini|Gedenkstätte Heinrich König auf dem Kommunalfriedhof Weitmar Bis Anfang der 1920er Jahre gab es in Weitmar nur den katholischen und evangelischen Friedhof. Nach dem Ruhraufstand von 1920 weigerten sich die christlichen Kirchen neun Gefallene Bürger aus der Gemeinde auf ihren Friedhöfen zu bestatten. Auf Initiative des Amtsmann Heinrich König hin wurde 1924 der Kommunalfriedhof an der Straße Am roten Hirsch (heute Heinrich-König-Straße) angelegt. Die Fläche, ein Stück des Weitmarer Holzes gehörte vorher zu den Besitzungen der Eigentümer von Haus Weitmar, Berswordt-Wallrabe, Heinrich König „rang“ den adeligen Grundbesitzer das Stück Land ab um einen Friedhof zu errichten auf dem „alle Bürger ohne Ansehen ihres Glaubensbekenntnisses und ihrer parteipolitischen Bindungen beigesetzt werden können“. Auf „seinen“ Friedhof wurde auch König selber, eines der bekanntesten Opfer des NS-Terror in Bochum, beigesetzt. Seiner Umbettung im April 1946 nach Weitmar wohnte über 10.000 Teilnehmer bei, es war einer der ersten Massenaufmärsche nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der Friedhof wurde auf einer Fläche von ca. 3 ha angelegt.Karten und Luftbilder bei Stadtgeschichtliche Themen Bochums Die Trauerhalle wurde 1955 fertig gestellt. Die Glasfenster sind von dem Bochumer Künstler Egon Becker. Er wurde um 1960 auf die heutige Fläche von 6,7 ha erweitert. Am Rand des Weitmarer Holzes wurde 2019 ein Gräberfeld für naturnahe Bestattung eingerichtet.
Weitere Persönlichkeiten, welche auf dem Friedhof bestattet sind:
Georg Buchner, Mitbegründer der weltlichen Schulen in Bochum Friedrich Adam Gorka Willi Geldmacher, Oberbürgermeister von Bochum Franz Pierenkämper Philip Sommerlad, Redakteur des sozialdemokratischen Volksblatt, NS-Opfer und Stadtverordneter nach 1945
Weiterhin finden sich hier über 100 Gräber von Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, darunter auch russische Kriegsgefangene.
Standort Schloßstraße Um 1966 wurde südlich des Weitmarer Schlossparks ein neuer Friedhof mit einer Kapelle angelegt und schon Mitte der 1970er erweitert. Die Fläche beträgt 9,4 ha. Der Bereich ist nun für die allgemeine Nutzung geschlossen. Teile des Betriebsgeländes dieses Standorts sollen mit Wohnhäusern bebaut werden.
Siehe auch Liste von Friedhöfen in Bochum
Einzelnachweise
Weitmar