Kim Im-soon (; * 20. März 1925 in Sangju, Provinz Nord-Gyeongsang) ist eine südkoreanische Sozialarbeiterin, Gründerin der Einrichtung Aikwangwon auf Geoje und Trägerin des Ramon-Magsaysay-Preises von 1989. Im Jahr 1994 erhielt sie zudem den Ho-Am-Preis.
Leben Kim Im-soon schloss 1949 ein Studium der Hauswirtschaft an der Ewha Womans University ab und kam während des Koreakriegs nach Geoje, nachdem ihr Ehemann verschwunden war. Dort arbeitete sie als Lehrerin, versorgte ihre Tochter und nahm 1952 sieben ausgesetzte Säuglinge auf, aus denen die spätere Einrichtung Aikwangwon hervorging. Aikwangwon begann in einer einfachen Hütte auf einem Hang über der Bucht von Koje und wurde mit Hilfe von Verwandten, Freunden, Kirchengemeinden und früheren Kommilitoninnen schrittweise erweitert. Bis 1978 hatte Kim Im-soon Hunderte Waisen betreut; im selben Jahr wandelte sie Aikwangwon angesichts sinkender Waisenzahlen in ein Heim für Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen um. Im April 2025 wurde Kim Im-soon bei einer Zusammenkunft koreanischer Träger des Ramon-Magsaysay-Preises in Seoul als Preisträgerin von 1989 vorgestellt und im Zusammenhang mit ihrem 100. Lebensjahr gewürdigt.
Wirken Kim Im-soons Arbeit fußte auf Fürsorge, Ausbildung und Rehabilitation, indem sie Einrichtungen für ältere Waisen und bedürftige Mädchen, eine technische Schule für Jungen, eine Kindertagesstätte, eine Sonderschule sowie 1986 das Dandelion-Haus für schwer mehrfach behinderte Kinder aufbaute. Außerdem unterstützte sie Hilfsorganisationen bei der Suche nach besonders bedürftigen Menschen auf Geoje, wirkte an der Gründung des Christlichen Koje-do-Krankenhauses mit und unterstützte örtliche Initiativen wie Familienplanung, eine Kreditgenossenschaft, eine Kinderbibliothek und eine Familienrechtsberatungsstelle. Die Stiftung des Ramon-Magsaysay-Preises zeichnete sie 1989 aus und begründete dies mit ihrer Erziehung verlassener und behinderter Kinder zu Erwachsenen in einer von Schönheit und Liebe geprägten Umgebung. Aikwangwon blieb auch nach den Anfangsjahrzehnten mit der U.S. Navy verbunden; im Jahr 2012 wurde die Einrichtung als Schule und Heim für 240 Bewohner sowie als Tagesbildungsort für mehr als 200 weitere Schüler beschrieben. Die Geoje-Aegwang-Schule war seit ihrer Eröffnung im Dezember 1979 auf Sonderpädagogik und berufliche Ausbildung von Schülern mit Behinderungen ausgerichtet und soll nach einer Vereinbarung zwischen Bildungsbehörde und Geoje Aegwangwon 2029 in eine öffentliche Einrichtung umgewandelt werden.
Literatur Kim Im Soon. In: The Ramon Magsaysay Awards. Band 10, The Ramon Magsaysay Award Foundation, Manila 1995, S. 186–201
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