Die Bahnstrecke Beograd–Pančevo ist eine elektrifizierte Hauptbahn in Serbien. Die Strecke führt von der Hauptstadt Belgrad (Beograd) in die nordöstlich, auf der anderen Seite der Donau liegende Stadt Pančevo.
Geschichte
Die Gebiete nördlich der Donau um Pančevo gehörten bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zu Österreich-Ungarn; das Königreich Serbien mit der Hauptstadt Belgrad erstreckte sich südlich der Gewässergrenze. Nachdem die Vojvodina mit dem südlichen Teil des Banats im Jahr 1920 mit dem Vertrag von Trianon dem neu gegründeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien) zugeschlagen worden war, bestand Interesse an der Verknüpfung der Eisenbahnstrecken im neuen Reichsgebiet. Eine direkte Verbindung der Eisenbahnstrecken im südlichen Banat, die unter Österreich-Ungarn gebaut worden waren, zum serbischen Eisenbahnnetz südlich der Donau existierte nicht. Eisenbahnbrücken über die Donau befanden sich bis dahin lediglich in Novi Sad und Cernavodă.
Als 1935 die etwa 1500 m lange Pančevački most fertiggestellt worden war, folgte noch im selben Jahr die Eröffnung der Strecke durch die Jugoslovenske Državne Železnice. Sie schloss im Bahnhof Beograd Klanica an die bereits 1899 eröffnete Bahnstrecke Topčider–Beograd Dunav an; der Ausgangsbahnhof wurde in Beograd Dunav umbenannt. Nach Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Pančevački most 1946 wieder errichtet sowie 1965 gänzlich neu gebaut. Bei den NATO-Luftangriffen im Zuge der Operation Allied Force im Frühjahr 1999 wurde die Brücke als einzige Donaubrücke in Serbien nicht zerstört.
Anfang der 1990er Jahre wurde der bereits seit 1976 im Rahmen der Umgestaltung des Eisenbahnknotens Belgrad in Bau befindliche neue Hauptbahnhof Beograd centar sowie dessen elektrifizierte Anbindung durch den 3397 m langen Vračar-Tunnel dem Verkehr übergeben. Der Tunnel mit den beiden unterirdischen Stationen Karađorđev park und Vukov spomenik ist der erste Teil eines geplanten S-Bahn- bzw. U-Bahn-Netzes in Belgrad. Der nicht elektrifizierte Bahnhof Beograd Dunav fungierte aber noch bis zum 30. Juni 2018 weiterhin als Endbahnhof einiger Regionalzüge aus Richtung Pančevo, aber auch für internationale Fernzüge aus Rumänien. Anschließend wurde er gemeinsam mit der Bahnstrecke Topčider–Beograd Dunav stillgelegt; lediglich das kurze elektrifizierte Stück von der Abzweigstelle Pančevački most bis zum Haltepunkt Pančevački most (Dunavski peron) blieb als alternativer Ankunftsbahnsteig für Züge aus Richtung Pančevo bis zum 6. April 2026 in Betrieb. Die Oberleitung wurde anschließend in diesem Abschnitt zurückgebaut
Streckenbeschreibung mini|Dieseltriebwagen nach Beograd Dunav am Haltepunkt Pančevački most (Dunavski peron); der Fahrdraht endet kurz nach dem Bahnsteig (2014) Die Strecke verlief vom Bahnhof Beograd Dunav nach Osten auf die Pančevački most zu, wo die durch die Tunnel Stadion und Vračar in Süd-Nord-Richtung unter dem Stadtzentrum führende Neubaustrecke von Beograd Centar einmündet. Nach Überquerung der Donau verläuft die Strecke mit einigem Abstand dem Fluss folgend in nordöstlicher Richtung nach Pančevo und überquert bei Ovča die Temesch.
Betrieb Über die Strecke verkehren Regionalzüge zwischen Zemun, Beograd centar, Pančevo und Vršac, ergänzt durch meist mehrmals stündlich verkehrende Vorortbahnsystem BG:Voz nach Ovča. Von Ovča verkehren zudem Regionalzüge nach Zrenjanin. Grenzüberschreitender Fernverkehr findet nicht mehr statt.
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Serbien Bahnstrecke BeogradPancevo