St. Michael ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der bergischen Großstadt Solingen. Sie wurde 1957–1958 im Stil der Moderne nach Plänen des Architekten Bernhard Rotterdam erbaut.Thomas Duzia: Neubeginn mit Geschichte – Der Kirchenbau der Nachkriegszeit in Solingen, in: Die Heimat, Heft 19, Bergischer Geschichtsverein Abteilung Solingen e. V., Solingen 2004. S. 75f. Sie befindet sich an der Schlagbaumer Straße 148 im Ortsteil Gräfrath im Nordosten von Solingen.
Geschichte Im Bereich Zentral entstanden nach Ende des Zweiten Weltkriegs mehrere neue Wohnsiedlungen auf der grünen Wiese, darunter die Siedlung Wasserturm des Spar- und Bauvereins Solingen. So gründeten auch die katholischen Kirchengemeinden Solingen, Gräfrath und Wald unter Abspaltung ihrer dortigen Teilgebiete 1956 eine neue Pfarrei, die damit die jüngste im Solinger Stadtgebiet ist.
Mit der Planung einer Kirche für die neue Gemeinde St. Michael wurde der renommierte Kirchenarchitekt Bernhard Rotterdam beauftragt. Rotterdam hatte in Solingen Ende der 1940er Jahre bereits den Wiederaufbau von St. Katharina geplant. Der erste Spatenstich für St. Michael erfolgte am 13. Mai 1957, die Grundsteinlegung am 8. September 1957. Bereits am 15. Juni 1958 fand der erste Gottesdienst im noch nicht vollständig fertiggestellten Kirchenraum statt; am 13. Juli 1958 wurde die Kirche eingesegnet. Erst später erhielt das Gebäude seine vollständige kirchliche Weihe: Am 9. Oktober 1976 konsekrierte Weihbischof Klaus Dick Kirche und Gemeindezentrum feierlich.
Gestaltung
Architektur Rotterdam gestaltete St. Michael zeittypisch als schlichtes Gebäudeensemble mit 34 m hohem Campanile. Die schlichte Fassade aus rotem Backstein und die großen Glasfenster entsprechen der Architektursprache der 1950er Jahre, knöpfen aber auch an die Tradition Solingens als Industriestadt an, indem sie Anklänge an eine Maschinenhalle zeigen. So wurde der Innenraum der Kirche auch „Werkhalle Gottes“ bezeichnet. Der Kirchsaal ist ebenso als schlichter Raum gestaltet, der sich zum Altar hin konisch verjüngt.
Ausstattung Die äußerlich schlichte Kirche wurde durch auffallende Kunstgegenstände ausgestattet. Bemerkenswert ist das 10 × 13 m große Dreifaltigkeitsfenster des Solinger Glaskünstlers Georg Meistermann über dem Altarbereich. Es handelt sich dabei um das einzige in Solingen erhaltene Meistermann-Kirchenfenster. Ein weiteres Glasfenster in St. Michael wurde 1976 von dem Maler Franz Pauli gestaltet. Es handelt sich dabei um das Glasfenster über dem Eingangsportal der Kirche. Das Portal, das Tabernakel, der Kreuzgang und das Altarkreuz wurden von dem Künstler Egino Weinert geschaffen.
Literatur Thomas Duzia: Neubeginn mit Geschichte – Der Kirchenbau der Nachkriegszeit in Solingen, in: Die Heimat, Heft 19, Bergischer Geschichtsverein Abteilung Solingen e. V., Solingen 2004, S. 69–77.
Weblinks
Internetpräsenz der Kirche
Quellen
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