100px Ouvrage GalgenbergTyp: ArtilleriewerkFestungsabschnitt:ThionvilleBesatzung: 445 Mann des  RIF und 15 Offiziere sowie des FestungsartillerieregimentsKommandant: Hauptmann Guillaume de la TeyssoniéreAufbauEingänge: 2Kampfblöcke: 6Stromversorgung: 2 × CLM-Aggregate mit je 125 PSBewaffnungBlock 1: 1 × 4,7-cm-PAK/JM, 2 × Zwillings Maschinengewehr, 1 × GFM-GlockeBlock 2: 1 × 4,7-cm-PAK/JM, 2 × Zwillingsmaschinengewehr, 1 × GFM-GlockeBlock 3: 1 × Ausfahrbarer Panzerturm für 1 × Zwillingsmaschinengewehr, 1 × GFM-GlockeBlock 4: 1 × 8,1-cm Granatwerfer in ausfahrbaren Panzerturm, 1 × GFM-GlockeBlock 5: 1 × Zwillingsmaschinengewehr, 1 × GFM-Glocke, 1 × PeriskopBlock 6: 1 × Ausfahrbarer Panzerturm für 2 × 135-mm Haubitze, 1 × Panzerkuppel für Granatwerfer, 1 × GFM-Glocke

Das Artilleriewerk Ouvrage Galgenberg ist Teil der Maginot Line bei Thionville. Es befindet sich auf der gleichnamigen Gemarkung im Wald von Cattenom in der Nähe des größeren Werkes Kobenbusch (Breistroff-la-Grande) und des kleineren Werkes Petit Ouvrage de l'Oberheid. Die Anlage hatte die Aufgabe, das Moseltal zu kontrollieren, und wurde daher als „Wächter der Mosel“ bezeichnet. In den 1950er und 1960er Jahren gab es Überlegungen zur Reaktivierung, bis es schließlich endgültig außer Dienst gestellt wurde. Heute ist es ein Museum.

Planung und Bau

Der Standort Galgenberg wurde 1930 von der Commission d'Organisation des Régions Fortifiées (CORF), der Planungs- und Bauorganisation der Maginot-Linie, ausgewählt. Die Bauarbeiten begannen im darauffolgenden Jahr. Ab 1935 war die Anlage einsatzbereit. Die Baukosten betrugen 48 Millionen Francs. Die Blöcke 7 bis 9 waren in Planung, wurden aber nie realisiert.

Aufbau Das Werk besteht aus zwei Eingängen und sechs Kampfblöcken. Im Vergleich zu anderen großen Werken besitzt Galgenberg ein relativ kleines Magazin. Das Beobachtungswerk von Cattenom befindet sich hinter dem Galgenberg nahe der ehemaligen Kaserne von Cattenom. Der Beobachtungsposten war mit einer GFM-Glocke und einer Beobachtungsglocke ausgestattet.

Nördlich von Galgenberg liegt die Kasematte Sonnenberg. Alle erwähnten Anlagen sind nicht untereinander verbunden. Die Schmalspurbahn war nicht elektrifiziert und musste von den Mannschaften geschoben werden.

Besatzung Die Besatzung bestand aus 445 Soldaten und 15 Offizieren des 167. Festungsinfanterieregiments (RIF) und des 151. Festungsartillerieregiments (RAP), unter dem Kommando von Guillaume de la Teyssoniére. Die Einheiten unterstanden dem 42. Festungskorps der 3. Armee innerhalb der Heeresgruppe 2. Die Kaserne von Cattenom stellte im Frieden Unterkünfte und Versorgung für die Festungsanlage und andere Werke der Region bereit.

Geschichte Galgenberg war während des Westfeldzugs in keine großen Kampfhandlungen verwickelt. 1940 beschoss die Anlage deutsche Infiltrationstruppen in der Umgebung.

Am 14. Juni 1940 beschädigte ein Unfall mit einem 81-mm-Mörsergeschoss ein Mörserrohr, das binnen drei Tagen repariert wurde. Die deutschen Truppen umgingen größtenteils das Moseltal und rückten stattdessen entlang der Täler von Maas und Saar vor.

Der Rückzugsbefehl vom 17. Juni wurde später wieder aufgehoben, sodass die Besatzung auf ihren Positionen blieb. Nach Verhandlungen kapitulierten die Stellungen am linken Moselufer schließlich am 30. Juni 1940.

Heutige Nutzung In den 1950er Jahren befürchtete die französische Regierung eine mögliche Invasion des Warschauer Pakts über Deutschland. Mehrere große Werke wurden als Verteidigungszentren ausgewählt und das Ouvrage Galgenberg, zusammen mit den Kommandoposten in Rochonvillers, Soetrich und Molvangewar, war dabei als Kommunikationszentrale vorgesehen. Eine Umsetzung dieser Überlegung erfolgte nie.

Die Anlage wird seit 1987 von der Association Ligne Maginot du Secteur Fortifié du Bois de Cattenom betreut. Teile der Anlage sind im Sommer für Besucher geöffnet, während die Kampfblöcke regulär nicht zugänglich sind.

Quellen und Literatur Michaël Seramour: Histoire de la Ligne Maginot de 1945 à nos jours. In: Revue Historique des Armées. 2007, , S. 86–97. Galgenberg auf darkplaces.org, abgerufen am 2. Mai 2026 Internetauftritt des Vereins Ligne Magiont de Catetenom et Environs, abgerufen am 2. Mai 2026 BS Photography "Gros Ouvrage du Galgenberg" vom 16. März 2011, abgerufen am 3. Mai 2026

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Maginot-Linie Kategorie:Festung in Lothringen Kategorie:Festung in Europa