Siegfried „Sigi“ Graue (* 1937; † 1976) war ein Schauspieler, der ab 1968 vor allem an Filmen von Regisseuren des Neuen Deutschen Films mitwirkte, darunter jeweils mehrere Werke von Alexander Kluge, Rainer Werner Fassbinder und Hans-Jürgen Syberberg.

Leben Sigi Graue wurde 1937 geboren. Im Februar 1968 wurde er im Rahmen eines Sitzstreiks gegen den Vietnamkrieg im Münchener Amerikahaus festgenommen und zu einer sechswöchigen Freiheitsstrafe verurteilt, die er in Stadelheim verbüßte. Bei einer darauffolgenden Solidaritätskundgebung wurde die Stadelheimer Straße von Unterstützern symbolisch in „Sigi-Graue-Straße“ umbenannt; Zitiert nach: auf dem dazugehörigen Flugblatt wurde sein Beruf als Maler angegeben.Flugblattsammlung des Archivs der Münchner Arbeiterbewegung (online, abgerufen am 2. Mai 2026). In einer späteren zeitgeschichtlichen Darstellung wird seine damalige Rolle als „Arbeiter und Spaß-Guerillero“ beschrieben.

Ebenfalls 1968 gab Graue unter der Regie von Alexander Kluge sein Filmdebüt als Trapezartist Manfred Peickert in Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos, der unter anderem mit dem Goldenen Löwen sowie mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet wurde. Das Jahr 1970 bildete mit über einem halben Dutzend Kino- und Fernsehfilmrollen den Höhepunkt seines darstellerischen Schaffens.

Graue starb 1976 an Nierenversagen.

Filmographie (Auswahl) 1968: Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos 1970: Baal 1970: Die Unbezähmbare Leni Peickert (Regie: Alexander Kluge) 1970: Malatesta 1970: Ein großer graublauer Vogel 1970: Niklashauser Fart 1970: San Domingo 1971: Jaider – der einsame Jäger 1971: Der große Verhau 1971: Haytabo 1972: Händler der vier Jahreszeiten 1972: Ludwig – Requiem für einen jungfräulichen König 1973: Verflucht dies Amerika 1974: Output

Weblinks

Filme mit Sigi Graue beim Filmdienst

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 1976 Kategorie:Mann