Eugeniusz Stawiński (* 23. September 1905 in Łódź; † 28. Juli 1989 in Warschau) war ein Politiker der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR), der unter anderem von 1947 bis 1949 Stadtpräsident von Łódź, zwischen 1949 und 1968 Minister für Leichtindustrie sowie 1956 Stellvertretender Ministerpräsident der Volksrepublik Polen war.
Leben mini|200px|Grabstätte von Eugeniusz Stawiński auf dem Powązki-Militärfriedhof in Warschau. Eugeniusz Stawiński begann im Alter von fünfzehn Jahren 1920 als Weber in den Textilfabriken von Łódź zu arbeiten und trat 1930 der Kommunistischen Partei Polens KPP (Komunistyczna Partia Polski) bei. Er engagierte sich auch in der Gewerkschaft der Seidenarbeiter, deren Vorsitz er Ende der 1930er Jahre übernahm, und verbrachte die Zeit während der deutsche Besetzung Polens zwischen 1939 und 1945 in Łódź. 1944 wurde er Mitglied der Polnischen Arbeiterpartei PPR (Polska Partia Robotnicza) und wurde nach dem Einmarsch der Roten Armee in Łódź von der PPR zur Mitarbeit in Gewerkschaftsorganisationen entsandt. Während dieser Zeit wurde er am 3. Mai 1945 Mitglied des Landesnationalrates (Krajowa Rada Narodowa), dem er bis angehörte. Nachdem er von 1945 bis 1947 Erster Generalsekretär des Hauptvorstands der Textilarbeitergewerkschaft war, wurde er 1947 als Nachfolger von Kazimierz Mijal Stadtpräsident von Łódź (Prezydent Łodzi) und bekleidete das Amt des Bürgermeisters, bis er 1949 durch Marian Minor abgelöst wurde.
Auf dem Gründungsparteitag der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei PZPR (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza) vom 15. bis 22. Dezember 1948 wurde Stawiński erstmals Mitglied des Zentralkomitees (ZK) und gehörte diesem Parteigremium zwanzig Jahre lang bis zum V. Parteitag (11. –16. November 1968) an. Am 2. April 1949 wurde er zudem Minister für Leichtindustrie (Minister przemysłu lekkiego) und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 11. April 1968 in den Regierungen von Bolesław Bierut und Józef Cyrankiewicz.„Die neue Regierung der Volksrepublik Polen“, in: Neues Deutschland vom 23. November 1952„Minister besuchten Modekongress“, in: Neues Deutschland vom 28. März 1961„Minister Wittik empfing polnischen Kollegen“, in: Neues Deutschland vom 10. September 1966
Am 20. November 1952 wurde Eugeniusz Stawiński für die PZPR zudem Mitglied des Parlaments Sejm und gehörte diesem bis zum 31. Mai 1965 an, wobei er in der ersten Legislaturperiode (1952 bis 1956) den Wahlbezirk „Nr. 9 Pabianice“, in der zweiten Legislaturperiode (1957 bis 1961) den Wahlbezirk „Nr. 66 Kalisz“ sowie zuletzt in der dritten Legislaturperiode (1961 bis 1965) den Wahlbezirk „Nr. 49 Sieradz“ vertrat. Als Nachfolger von Jakub Berman fungierte er im Kabinett Cyrankiewicz II des Weiteren vom 4. Mai 1956 bis zu seiner Ablösung durch Stefan Ignar am 24. Oktober 1956 auch noch als Stellvertretender Ministerpräsident (Wiceprezes Rady Ministrów).„Arbeiter überwinden Schwierigkeiten. Anstrengungen zur Produktionssteigerung in Volkspolen / Kumpel fördern mehr Kohle“, in: Neues Deutschland vom 27. Oktober 1956 Er war des Weiteren von August bis Oktober 1956 stellvertretendes Mitglied des Politbüros des ZK der PZPR.„Polnische Bruderpartei grüßt KPdSU. Tagung des ZK beendet / III. Parteitag im März 1957“, in: Neues Deutschland vom 31. Juli 1956
Für seine Verdienste in der Volksrepublik Polen wurde Stawiński mehrfach ausgezeichnet und erhielt unter anderem das Goldene Verdienstkreuz (1946), das Ehrenzeichen der Stadt Łódź (1960), das Kommandeurkreuz mit Stern des Ordens Polonia Restituta (1964), die Medaille zum 40. Jahrestag des polnischen Staates (1966), die Gedenkmedaille zum 40. Jahrestag der Gründung des Staatlichen Nationalrats (1983) sowie die Medaille zum 10. Jahrestag der Volksrepublik Polen und die Medaille zum 30. Jahrestag der Volksrepublik Polen. Nach seinem Tode wurde er auf dem Powązki-Militärfriedhof in Warschau beigesetzt.
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Einzelnachweise
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