Souad Lyagoubi (; auch Souad Lyagoubi-Ouahchi oder Souad Yaacoubi; * 9. Oktober 1938 in M’saken) ist eine tunesische ehemalige Politikerin, Hochschullehrerin und Medizinerin. Von 1984 bis 1988 war sie tunesische Gesundheitsministerin. Vor ihrer Zeit in der Politik war sie Mitbegründerin und Dekanin der Medizinischen Fakultät Sousse. Später war sie als Ständige Vertreterin Tunesiens bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) tätig und bekleidete mehrere andere Ämter in dieser Organisation, unter anderem war sie WHO-Geschäftsführerin für externe Beziehungen und gesetzgebende Institutionen.
Leben Akademische Laufbahn Lyagoubi studierte Medizin an der Universität Marseille, wo sie sich auf Elektroenzephalografie und Neuropsychiatrie spezialisierte. Nach Abschluss des Studiums arbeitete sie zwischen 1968 und 1972 als Medizinerin an verschiedenen Kliniken im Raum Marseille, darunter das Zentrum für epileptische Kinder Saint-Paul sowie eine psychiatrische Klinik.
Nachdem sie wieder nach Tunesien zurückgekehrt war, gehörte sie zum Kreise der Federführenden bei der Gründung der Medizinischen Fakultät Sousse im Jahr 1974. Von der Gründung bis 1983 fungierte sie als Dekanin der Einrichtung, ab 1981 war sie zusätzlich Professorin für Physiologie.
Politische Karriere Lyagoubi war Mitglied der Sozialistischen Destur-Partei. Im Januar 1984 wurde Lyagoubi im Kabinett Mzali als Nachfolgerin von Habib Touhami zur tunesischen Ministerin für öffentliche Gesundheit ernannt und blieb bis 1988 in diesem Amt.
Von 1989 bis 1991 war sie ständige Repräsentantin Tunesiens bei der WHO in Genf im Rang einer Botschafterin. 1991 wurde sie zur Vorsitzenden der Technical Discussions (technische Diskussionen) der Weltgesundheitsversammlung vorgeschlagen, eine Rolle, die sie während der 45. Weltgesundheitsversammlung 1992 innehatte. Die Weltgesundheitsversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der WHO.
Spätestens ab 1998 war sie als Teil des Führungsteams der WHO mit verschiedenen externe Angelegenheiten betreffenden Aufgaben betraut. 2000 wurde sie als WHO-Geschäftsführerin für externe Beziehungen und gesetzgebende Institutionen (Executive Director for External Relations and Governing Bodies) geführt.
Sonstiges 1988 wurde Lyagoubi im Bereich der biologischen Wissenschaften als ausländisches korrespondierendes Mitglied in die französische Akademie der Medizin aufgenommen.
Einzelnachweise
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