Memphis Willie B. (* 4. November 1911 im Shelby County, Tennessee, USA als William Borum; † 5. Oktober 1993 in Memphis, Tennessee, USA) war ein US-amerikanischer Bluesmusiker (Gitarre, Mundharmonika, Gesang) und Songwriter.

Biografie William (Willie) Borum wurde am 4. November 1911 im Shelby County (Tennessee) geboren (auch Memphis wird als Geburtsort genannt). Sein Vater brachte ihm das Gitarrespielen bei, und als Teenager spielte er als Straßenmusiker und auf Festen mit Jack Kelly’s Jug Busters. Bald darauf schloss er sich der Memphis Jug Band an, die sowohl in der Region als auch beim Mardi Gras in New Orleans auftrat. Sein Repertoire erweiterte er, nachdem ihm Noah Lewis von Cannon’s Jug Stompers das Mundharmonikaspielen beigebracht hatte.

Willie B. entwickelte sich vom strengen Jug-Band-Stil weiter, und er spielte mit verschiedenen umherziehenden Bluesmusikern, darunter Robert Johnson, Garfield Akers, Sonny Boy Williamson II. und Willie Brown. Im September 1934 machte Willie B. für Vocalion Records in New York seine ersten Aufnahmen unter eigenem Namen, die jedoch unveröffentlicht blieben. Danach kehrte er bald wieder in die Gegend um Memphis zurück und spielte dort in Clubs mit Little Son Joe, Will Shade und Joe Hill Louis.

Im Januar 1942 trat Willie B. in die US Army ein und diente im Dezember 1942 bei der Invasion in Nordafrika (Operation Torch) und später in Italien. Nach seiner Entlassung aus der Armee fand er nur schwer Arbeit als Musiker und nahm schließlich andere Jobs an. Anfang der 1960er Jahre kehrte er im Zuge des Folk- und Blues-Revivals ins Musikgeschäft zurück und nahm im August 1961 genügend Material für zwei Alben bei Bluesville Records in Memphis auf. Dies gab seiner musikalischen Karriere neuen Schwung, und er spielte auf verschiedenen Musikfestivals und in Cafés. Oft trat er mit Gus Cannon und Furry Lewis auf und ließ so ihre frühen Tage in Memphis wieder aufleben. 1962 nahm Sam Charters ihn für seinen Dokumentarfilm The Blues auf.

Ende der 1960er Jahre beendete Memphis Willie B. seine musikalische Karriere abrupt, und man hörte bis zu seinem Tod 1993 im Alter von 81 Jahren kaum noch etwas von ihm.

Diskografie (Quellen: ) 1961: Introducing Memphis Willie B. (Bluesville Records) 1962: Hard Working Man Blues (Bluesville Records) 2012: A Mess of Blues (Black Cat Records) – Kompilation

Weblinks

Stefan Wirz: Illustrated Memphis Willie B. discography. Wirz.de Memphis Willie B. channel auf YouTube

Einzelnachweise Memphis Willie B. Biography by Cub Coda. AllMusic (englisch), abgerufen am 1. Mai 2026 Memphis Willie B. Blind Dog Radio (englisch), abgerufen am 1. Mai 2026 Stefan Wirz: Illustrated Memphis Willie B. discography. Wirz.de (englisch), abgerufen am 1. Mai 2026 Introducing Memphis Willie B. Concord Label Group (englisch), abgerufen am 1. Mai 2026 Memphis Willie B. Discogs, abgerufen am 1. Mai 2026 Memphis Willie B. AllMusic, abgerufen am 1. Mai 2026 Big Road Blues Show 10/23/22: I’m Going Away Blues – John Tefteller’s Rare Blues & Gospel Swansongs. Big Road Blues, sundayblues.org, 23. Oktober 2022 (englisch), abgerufen am 1. Mai 2026

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