Toumba Diakité, geboren als Aboubacar Sidiki Diakité (geb. 30. April 1968 in Conakry, Region Conakry, Guinea; gest. 25. März 2026 ebenda), war ein Militär, Truppenarzt und Politiker in Guinea.
Von 2008 bis 2009 war er Adjutant (aide de camp) des guineischen Präsidenten Moussa Dadis Camara, den er zu ermorden versuchte, und Chef der Präsidentengarde. Seit dem 21. September 2024 war er Präsident der von ihm gegründeten Parti démocratique pour le changement (Demokratischen Partei für Wandel, PDC). Im Juli 2024 wurde er wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Leben Jugend und Ausbildung Toumba Diakité wurde am 30. April 1968 in der guineischen Hauptstadt Conakry geboren. Er ist der Sohn von Diaraye Barry und dem pensionierten Oberst Mamadi Diakité, ursprünglich aus Bagafèa, ein ehemaliges Mitglied des Panzerbataillons, welcher an der Operation Mar Verde gegen die Portugiesen teilnahm und 14 Jahre lang für die vier Kampfpanzer der guineischen Präsidentschaft (1970–1984) unter der „Ersten Republik“ verantwortlich war.
Er trat der medizinischen Fakultät der Gamal-Abdel-Nasser-Universität in Conakry bei, wo er einen Abschluss machte. An der Universität lernte er Moussa Dadis Camara kennen.
Karriere Nach dem Putsch von 2008 wurde Toumba Diakité zum Adjutanten von Hauptmann Moussa Dadis Camara ernannt und schloss sich der Eliteeinheit der „Bérets rouges“ an (Rote Barette, eine für die Sicherheit des Präsidenten zuständige Einheit), deren Anführer er wurde.
Nach dem Massaker vom 28. September 2009 im Stade du 28 Septembre von Conakry, wurde er als Verantwortlicher beschuldigt. Am 3. Dezember 2009 eröffnete er das Feuer auf Präsident Moussa Dadis Camara und verletzte ihn schwer, während dieser ihn offenbar für die Massaker verantwortlich machte. Im Anschluss an diese Tat verließ er Guinea und tauchte unter. Am 16. Dezember äußerte er sich im Radiosender Radio France internationale (RFI) und beschuldigte Dadis Camara, die Massaker angeordnet und versucht zu haben, ihm die Schuld zuzuschieben. Er behauptete außerdem, Gegnern bei der Flucht vor der Gewalt geholfen zu haben. Diese Version wurde von François Louceny Fall, dem ehemaligen Premierminister Guineas, bestätigt. Der Bericht der Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch vom 17. Dezember war für Toumba wesentlich schwerwiegender; er wird für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich gemacht.
Im Dezember 2016 wurde er in Dakar, Senegal, wohin er ins Exil gegangen war, verhaftet. Nach der Auslieferung nach Guinea im März 2017 war er zunächst im Zentralgefängnis von Conakry (maison centrale de Conakry) inhaftiert. Am 10. Februar 2026 folgte eine Verlegung in das Zentralgefängnis Coyah (Prison civile de Coyah), nachdem bei einer überraschenden Durchsuchung des Zentralgefängnisses Conakry Toumba sich widersetzte und dabei laut Generalstaatsanwaltschaft am Berufungsgericht Conakry ein aggressives Verhalten (attitude agressive) an den Tag legte. Im Anschluss an seine Verlegung brachen im und um das Gefängnis herum Zusammenstöße aus und es fielen Schüsse. Daraufhin kam es zu einer Blockade der Halbinsel Kaloum an der Brücke des 8. November.
Am 21. September 2024 gründete er aus dem Gefängnis heraus seine eigene politische Partei, die Parti démocratique pour le changement (PDC, Demokratische Partei für Wandel), deren Hauptsitz sich in Conakry im Bezirk Gbessia befindet.
Die Kandidatur von Toumba Diakité für die Parti pour la renaissance et le travail (PRT, Partei für Renaissance und Arbeit) für die Präsidentschaftswahl am 28. Dezember 2025 wurde vom Obersten Gerichtshof für ungültig erklärt.
Prozess Zusammen mit seinen Mitangeklagten nahm er am Prozess wegen des Massakers vom 28. September 2009 teil. Die Verhandlung begann am 28. September 2022. Die Anhörung vor dem Gericht verlief vom 19. Oktober bis zum 2. November 2022.
Am 31. Juli 2024 wurde er wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ für schuldig befunden und zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt.
Seit Beginn des Prozesses ist die Bekanntheit von Toumba Diakité in Guinea und Afrika gestiegen, insbesondere dank der Musik der nigrischen Künstlerin Tichou oder des guineischen Künstlers Lama Sidibé nach dem Urteil.
Tod Während seiner Haftstrafe im Zentralgefängnis von Coyah wurde Toumba Diakité am 23. März 2026 nach einer plötzlichen Erkrankung in das Militärkrankenhaus des Lagers Almamy Samory Touré (hôpital militaire du camp Almamy Samory Touré) in Conakry eingeliefert. Dort verstarb er zwei Tage später im Alter von 57 Jahren nach einer eingeklemmten Linea alba-Hernie, die durch eine generalisierte akute Peritonitis kompliziert wurde.
Toumba Diakité wurde am 3. April 2026 in Bagafèa, in der Unterpräfektur Niantania beigesetzt.
Ehrungen 2023: Personnalité Guinéenews de 2022
Siehe auch Claude Pivi
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