Josef „Sepp“ Schmatz (* 31. Mai 1915 in München; † 17. Dezember 1985 ebenda) war ein deutscher SS-Hauptscharführer und Rapportführer im KZ Flossenbürg.
Leben Josef Schmatz war von Beruf Schlosser.Christa Schikorra, Jörg Skriebeleit und Jan Švimberský (Hrsg.): Fridolín Macháček: Pilsen – Theresienstadt – Flossenbürg. Die Überlebensgeschichte eines tschechischen Intellektuellen. Wallstein Verlag, Göttingen 2017, S. 290. Im Mai 1936 wurde er Mitglied der Waffen-SS. Am 7. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 5.020.916).Bundesarchiv R 9361-VIII KARTEI/19330198 Im selben Jahr wurde er Angehöriger der Wachmannschaft im KZ Dachau. Von August 1938 bis Mai 1942 gehörte er der Lagerkommandantur des KZ Flossenbürg an. Bis 1940 war er Blockführer, danach bis Mai 1942 Rapportführer. Im Frühjahr 1942 war er im Rahmen der Aktion 14f13 mitverantwortlich für die Überstellung von arbeitsunfähigen Häftlingen in die Tötungsanstalt Bernburg.Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 4: Flossenbürg, Mauthausen, Ravensbrück. C.H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-52964-X, S. 37. Zudem war Schmatz aktiv an den Hinrichtungen von Häftlingen beteiligt. Vom Mai bis November 1942 war er Kompanieführer im Außenlager Dresden (SS-Pionier-Kaserne). Anschließend kam er zum Fronteinsatz.
Nach dem Krieg wurde er verhaftet. Schmatz war zusammen mit fünf weiteren Personen Angeklagter im Nachfolgeprozess zum Konzentrationslager Flossenbürg „Ewald Heerde et al“. Am 12. Dezember 1947 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 10. August 1951 wurde das Urteil in eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren umgewandelt. Parole and Release Documents - Georg Weilbach, S. 6. Am 28. Juni 1954 wurde er aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg entlassen. Nach der Haftentlassung lebte Schmatz in München und arbeitete als Versicherungskaufmann.
Literatur Christa Schikorra, Jörg Skriebeleit, Jan Švimberský (Hrsg.): Fridolín Macháček: Pilsen – Theresienstadt – Flossenbürg. Die Überlebensgeschichte eines tschechischen Intellektuellen. Wallstein Verlag, Göttingen 2017, ISBN 978-3-8353-1886-1.
Weblinks Review and Recommendation Prozess gegen Schmatz (PDF, 8,3 MB, englisch) Zeugenaussage von Schmatz Prozess gegen Fritz Popp, Luitpold Kuhn und Leonhard Metzger (PDF, S. 52)
Einzelnachweise
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