mini|Charlotte von Rothschild Charlotte von Rothschild (geboren 13. Juni 1819 in Frankfurt; gestorben 13. März 1884 in London) war ein Mitglied der Familie Rothschild und stammte aus dem neapolitanischen Zweig der Familie.

Leben Charlotte von Rothschild war die einzige Tochter von Carl Mayer von Rothschild, der den Bankzweig in Neapel (C. M. de Rothschild e figli) führte und zwischen Neapel und Frankfurt pendelte, und Adelheid geb. Herz.Charlotte von Rothschild auf Rothschild Archive, abgerufen am 30. März 2026 Sie hatte vier Brüder: Mayer Carl (1820–1886), Adolphe Carl (1823–1900), Wilhelm Carl (1828–1901) und Anselm Alexander Carl (1835–1854). Ihren Cousin Lionel de Rothschild (1808–1879) aus dem Londoner Zweig der Familie heiratete sie am 15. Juni 1836 auf einer prunkvollen Hochzeit in Frankfurt. Ihr Schwiegervater Nathan Mayer Rothschild, der Begründer des Londoner Bankhauses, starb wenige Tage nach der Hochzeit und ihr Ehemann musste direkt die Verantwortung für das Londoner Bankhaus übernehmen. Mit seinen Brüdern gründete er dazu das Bankhaus „N M Rothschild & Sons“ und Charlotte zog mit ihm und der inzwischen geborenen Tochter Leonora (1837–1911) 1838 nach London in die Hill Street 10, später nach Piccadilly 148.

London In London wurden vier weitere Kinder geboren. Die Familie lebte zudem auf den Landsitz Gunnersbury Park. Charlotte von Rothschild pflegte ein enges Verhältnis zu den anderen Mitgliedern der Großfamilie Rothschild. Als intellektuelle, sprachbegabte Frau setzte sie sich leidenschaftlich für Bildungsfragen ein. Dieser Einsatz bezog sich nicht nur auf die eigenen Kinder, sondern sie kümmerte sich um Bildungsmöglichkeiten für alle Kinder. Auch unterstützte sie ihren Mann bei seinem Kampf um den Einzug in das Parlament, als erster jüdischer Abgeordneter. 1858 konnte er sein Mandat als liberaler Abgeordneter für die City of London antreten.

Charlotte von Rothschild pflegte einen großen Freundeskreis. Zu diesem gehörte der Politiker und Schriftsteller Benjamin Disraeli, der ihr sehr zugetan war, der Herausgeber der Times, John Delane, bewunderte ihre politischen und intellektuellen Fähigkeiten. An der Jewish Free School war sie maßgeblich beteiligt, wie auch an zahlreichen weiteren wohltätigen Projekten. Während ihrer aktiven Arbeit an der Schule entstanden zwei ihrer veröffentlichten Werke, „Prayers and Meditations“ und „Addresses to Young Children“.

Charlotte von Rothschild starb am 13. März 1884 in London.

Nachkommen Aus der Ehe mit Lionel de Rothschild gingen fünf Kinder hervor: Leonora de Rothschild (1837–1911) ⚭ 1857 Alphonse de Rothschild (1827–1905); Evelina de Rothschild (1839–1866) ⚭ 1865 Ferdinand James Anselm de Rothschild (1839–1898); Nathan Mayer de Rothschild, 1. Baron Rothschild (1840–1915), wurde 1885 das erste jüdische Mitglied des House of Lords, ⚭ 1867 Emma Louise von Rothschild (1844–1935); Alfred Charles de Rothschild (1842–1918); Leopold de Rothschild (1845–1917) ⚭ 1881 Marie Perugia (1862–1937).

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Einzelnachweise

Charlotte ⚭Charlotte Charlotte Kategorie:Geboren 1819 Kategorie:Gestorben 1884 Kategorie:Frau