mini|Fassade der Kirche, fotografiert im Jahr 2012 mini|Innenraum mini|Lattanzio Querena (1768–1853): Franz von Assisi Nome di Gesù heißt eine Kirche im Westen des venezianischen Sestiere Santa Croce, die im frühen 19. Jahrhundert errichtet wurde. Sie befindet sich unweit der Piazzale Roma, zwischen dem Ponte della Libertà, der Brücke, die Venedig mit dem Festland verbindet, und der Kirche Sant’Andrea della Zirada.

Geschichte Die Kirche entstand ab 1815 nach Plänen des Baumeisters Antonio Selva, sie wurde 1834 von Antonio Diedo fertiggestellt und im selben Jahr vom Patriarchen von Venedig, Jacopo Monico, geweiht. Der Campanile aus istrischem Marmor stand ursprünglich auf dem Dach von San Basso und wurde im Jahr der Weihung nach Nome di Gesù verbracht.Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 142, S. 88 f.:

Bereits 1806, unter französischer Herrschaft, war Don Giuliano Catullo, Abkömmling einer vermögenden Pelzhändlerfamilie, die in der Calle detta de’Fuseri ansässig war, in den Besitz des Grundstücks gelangt, auf dem ein Frauenhospiz und ein Oratorium errichtet werden sollten.Dies und das Folgende nach Emmanuele Antonio Cicogna: Delle Inscrizioni Veneziane, Bd. VI, Tipografia Andreola, Venedig 1853, n. 45, S. 148–152. Dieses sollte zunächst der Maria Addolorata geweiht werden. Doch erst am 22. März 1815 konnte er dank der Unterstützung durch Conte Costanzo Taverna aus Mailand und anderen Privatpersonen den Grundstein legen. Unter diesen war dama Maria Gradenigo Ruzzini, die ihm spontan, wie es bei Emmanuele Antonio Cicogna heißt, 500 Zecchini aushändigte, ähnlich wie Conte Sebastiano Crotto, aber auch Contessa Lucrezia Mangilli Valmarana, Conte Antonio Revedin und zahlreiche andere. Es heißt, unter den beim Bau verwendeten Materialien befänden sich Überreste der abgerissenen Kirche San Geminiano am Markusplatz und einer Reihe anderer, zu dieser Zeit abgerissener oder geschlossener Kirchen. Als gesichert gilt nur, dass der kleine Glockenturm, der sich auf dem angrenzenden Haus erhebt, aus der aufgehobenen Kirche San Basso stammt und 1834 an den neuen Standort verbracht und dort angepasst wurde. Catullo behauptete, nur neue Materialien für die Bauwerke eingesetzt zu haben.

Den Hauptaltar sowie die beiden Nebenaltäre errichteten Antonio Diedo und Giuseppe Borsato, wobei letzterer auch das Deckengemälde schuf. Die Stuckarbeiten stammen von Battista Lucchesi. Von den Steinmetzen Luigi Zandomeneghi, Bartolomeo Ferrari und Antonio Bosa stammten die Skulpturen. Die Tafeln um die Seitenaltäre malte Lattanzio Querena († 10. Juli 1853). Am 12. Dezember 1834 weihte Jacopo Monico, der Patriarch von Venedig, das Gotteshaus. 1841 erhielten die Klarissen die kaiserliche Genehmigung für ihr Kloster, doch noch 1842 berichtete der Patriarch nach seiner dritten Visitation nur vom Institutum Catullianum, in dem sich zwölf Schwestern und vier Konversen aufhielten. Zu dieser Zeit wehrten sich Verwandte dagegen, dass der Stifter seinen gesamten Besitz dem Haus vermacht hatte. Ab dem 8. Dezember 1846 konnten, nachdem die kanonische Anerkennung erfolgt war, 13 Clarisse Sacramentarie dort in einer Klausur leben, und ebenso viele Contesse wurden matrine der Frauen. 1852 zählte Cicogna 14 Coriste professe, drei Novizie und zwei Probande, insgesamt also 19 Frauen. Äbtissin war Maria Chiara Gertrude Gastaldis.

Am 25. Juni 1849, in den letzten Monaten des Widerstands der Repubblica di San Marco, sahen sich die Ordensschwestern dem Beschuss der österreichischen Artillerie ausgesetzt. Sie mussten daher vorübergehend nach San Cassan und anschließend nach San Francesco della Vigna flüchten.

Der Komplex wurde zuerst durch den Bau des Ponte della Libertà und dann der Piazzale Roma verkleinert, das Kloster verschwand. 1866 wurde das Kloster entmietet (demaniato), doch einige der Schwestern blieben. 1897 fand sich eine neue Gemeinschaft im ehemaligen Haus Catullos zusammen, die bald wieder an ihren ursprünglichen Sitz in Rom zurückkehrte.Silvio Tramontin: Le nuove congregazioni religiose femminili dell’Ottocento nel Veneto, in: Albarosa Ines Bassani (Hrsg.): Il vescovo Giovanni Antonio Farina e il suo Istituto nell’Ottocento Veneto. Atti del convegno organizzato nel 150° anno di fondazione dell‘Istituto (Vicenza, 23–25 gennaio 1987), Storia e Letteratura, Rom 1988, S. 377–407, hier: S. 393 f.

Derzeit ist die Kirche der griechisch-katholischen Gemeinde der Ukraine zur Nutzung überlassen.

Literatur Pier Candido M. Romeri O.F.M.: Il Monastero del SS. Nome di Gesù delle Clarisse a Venezia, Venedig 1953. Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 142, S. 88 f. Emmanuele Antonio Cicogna: Delle Inscrizioni Veneziane, Bd. VI, Tipografia Andreola, Venedig 1853, n. 45, S. 148–152. (Digitalisat)

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Anmerkungen

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