Fünf Freunde auf neuen Abenteuern (englischer Originaltitel Five Go Adventuring Again) ist ein Abenteuerroman der britischen Schriftstellerin Enid Blyton, der 1943 mit den Illustrationen von Eileen Soper beim Verlag Hodder & Stoughton veröffentlicht wurde. Der Roman ist die zweite Geschichte aus der Fünf-Freunde-Buchreihe. Die deutsche Erstausgabe erschien 1953 beim Blüchert Verlag.
Inhalt Weil die Mutter von Anne, Julius und Richard an Scharlach erkrankt ist, können die drei nicht wie ursprünglich geplant in den Weihnachtsferien zusammen mit ihrer Cousine Georg und deren Hund Tim zu sich nach Hause fahren. Stattdessen sollen sie Weihnachten im Felsenhaus bei Georgs Eltern verbringen. Die Enttäuschung ist groß, noch dazu erhalten sie dort von einem Hauslehrer während der schulfreien Tage Unterricht, um ihre nicht gerade berauschenden Schulnoten auf Vordermann zu bringen.
Nichtsdestotrotz ist die Wiedersehensfreude der fünf Freunde groß, haben sich die Burschen und Mädchen doch seit ihrem letzten Abenteuer im Sommer nicht mehr gesehen. Während Anne, Julius und Richard den von Onkel Quentin engagierten Hauslehrer, Herrn Roland, ganz in Ordnung finden, sind Georg und Tim von Anfang an misstrauisch. Noch dazu nennt dieser sie auch noch regelmäßig Georgina!
Schon bald darauf machen die Kinder im Felsenhof, einem benachbarten Bauernhof, der von dem alten Ehepaar Sanders bewirtschaft wird, eine spannende Entdeckung: In einem Geheimfach hinter einer Vertäfelung, die zufällig von Tim bei der Verfolgungsjagd einer Katze geöffnet wird, finden die Kinder ein Buch mit Rezepten und einen Tabaksbeutel, der ein Stück Stoff enthält, auf dem eine Skizze und einige lateinische Wörter abgebildet sind. Julius, der zumindest die Überschrift ‚via occulta‘ übersetzen kann, vermutet sogleich, dass es sich um einen Hinweis auf einen Geheimgang handelt. Auch ein Kasten mit einer Rückwand, die zur Seite gleitet, sowie ein weiteres Versteck im Steinboden weckt das Interesse der Kinder.
Wieder zu Hause feiern alle das Weihnachtsfest. Sehr zum Missfallen von Georg weiht Julius den Hauslehrer in ihr Geheimnis mit dem Stück Stoff ein, weil sie beim Enträtseln der Schriftzeichen nicht weiterkommen. Und tatsächlich kann Herr Roland die restlichen lateinischen Worte übersetzen. Die Kinder suchen daraufhin im Felsenhof mehrere Zimmer nach dem Eingang zum Geheimgang ab, werden aber nicht fündig. Inzwischen sind dort zwei Gäste eingetroffen, zwei Maler, die ein paar Tage auf dem Bauernhof verbringen wollen. Als Herr Roland eintrifft, um den Kindern bei der Suche zu helfen, hat es den Anschein, als kenne er die beiden Männer nicht. Während sich Georg sicher ist, Herrn Roland und die zwei Maler zuvor bei einem gemeinsamen Gespräch beobachtet zu haben, glauben ihr Julius, Richard und Anne nicht und sind überzeugt, dass sie sich geirrt haben müsse.
Georg, die mittlerweile den Hauslehrer regelrecht hasst, da dieser Tim nicht ausstehen kann, ertappt Herrn Roland in der Nacht darauf mit einer Taschenlampe im Büro ihres Vaters. Weil Tim dabei den Lehrer beißt, was er schon einmal zuvor während einer Unterrichtsstunde gemacht hat, wird der Hund von Onkel Quentin aus dem Haus verbannt. Georg ist todunglücklich und leidet mit ihrem Liebling mit, der sich auf Grund der Kälte in der Hundehütte einen Husten zuzieht. Georg behandelt ihn daraufhin heimlich und unerlaubterweise in der Nacht im Arbeitszimmer ihres Vaters mit Kampferöl, vergisst dabei jedoch das Ölfläschchen auf dem Kaminsims, wodurch schließlich aufkommt, dass sie sich im Zimmer ihres Vaters befunden hat. Und weil genau in dieser Nacht auch noch streng vertrauliche Papiere von ihrem Vater entwendet werden, die eine geheime Formel beschreiben, gerät Georg in Verdacht, etwas damit zu tun zu haben.
Georg erhält Zimmerarrest und muss lange warten, ehe sie Julius ihre Entdeckung mitteilen kann, die sie in der Nacht zuvor im Zimmer ihres Vaters gemacht hat: Dort befinden sich nämlich in der Wandvertäfelung genau jene acht Quadrate, die auf dem Stück Stoff abgebildet sind. Und sie teilt Julius ihren Verdacht mit, dass Herr Roland der Dieb der Papiere ihres Vaters sein müsse. Julius verfolgt daraufhin den Hauslehrer, als sich dieser aus dem Haus begibt, und beobachtet tatsächlich, wie dieser den zwei vermeintlichen Malern die Dokumente übergibt.
In der Nacht hat es so stark geschneit, dass das Felsenhaus und auch der Felsenhof komplett von der Außenwelt abgeschnitten sind. Während Onkel Quentin Schnee schaufelt, Herr Roland mit einer Erkältung das Bett hütet und Tante Fanny in der Küche beschäftigt ist, schleichen sich die Kinder in das Arbeitszimmer ihres Vaters. Mit Hilfe der Skizze auf dem Stoffstück finden sie einen Hebel, der im Boden eine Steinplatte öffnet, die den Eingang zu einem Geheimgang verdeckt. Der Gang führt unterirdisch zum Felsenhof und mündet dort über einen Schacht in einer Tür, die in den Kasten mit der falschen Rückwand führt.
Die Kinder durchsuchen daraufhin die Zimmer der zwei Maler, doch sie können die gestohlenen Geheimpapiere nirgends finden. Als die beiden Männer auf ihr Zimmer kommen, müssen sich die Kinder unverrichteter Dinge zurückziehen. Doch Georg greift beim Verschwinden im Kasten zufällig in die Tasche eines Mantels, der einem der beiden angeblichen Maler gehört, und findet dabei die entwendeten Geheimdokumente ihres Vaters. Weil Georg beim Abstieg im Schacht mit ihrem Pullover an einem Eisenkrampen hängenbleibt, kann Tim nicht mehr beruhigt werden und verrät mit seinem Gebell den zwei Gaunern den Geheimgang hinter dem Kasten.
Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd, bei der sich der tapfere Tim schließlich den beiden Ganoven in den Weg stellt und diese zum Rückzug zwingt. Wieder im Arbeitszimmer von Onkel Quentin angekommen, werden sie von diesem und Tante Fanny, die das Loch im Boden des Arbeitszimmers beim Saubermachen entdeckt hat, bereits erwartet. Die Kinder klären Georgs Eltern über die Geschehnisse der letzten Stunden auf. Onkel Quentin tut es mächtig leid, dass er so streng zu Tim und seiner Tochter gewesen ist und dass er sich in dem Hauslehrer so sehr geirrt hat. Gemeinsam beschließen sie, Tim den Eingang zum Geheimgang bewachen zu lassen, und als die beiden Komplizen von Herrn Roland am nächsten Tag tatsächlich dort auftauchen, werden sie gemeinsam mit dem Hauslehrer in dessen Zimmer eingesperrt. Den Rest erledigt die Polizei.
Rezeption Das US-amerikanische Magazin Kirkus Reviews schreibt: „Ein weiteres spannendes Krimi-Abenteuer mit Julius, Richard, Anne, Georg – und dem Hund Tim –, in dem die fröhlichen Kinder wie immer die Erwachsenen auf die Schippe nehmen – was vielleicht den Erfolg dieser Bücher erklärt. […] Geheime Tunnel, Tims Knurren und eine Verfolgungsjagd machen den Bösewichten den Garaus. Wieder einmal ist die lockere britische Art zu sprechen der Handlung sowohl zuträglich als auch hinderlich, aber alles in allem ein fröhliches Unterfangen.“
Referenzen Stellvertretend für die gesamte Fünf-Freunde-Buchreihe ist der erste Band Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 8+ Jahre enthalten.
Ausgaben
Adaptionen Der Roman diente als Vorlage für den Film De fem og spionerne aus dem Jahr 1969. Die Geschichte wurde sowohl in der Fünf-Freunde-TV-Serie von 1978 als auch in der TV-Serie von 1996 verfilmt. Fünf Freunde auf neuen Abenteuern wurde außerdem als Hörspiel vom Label Europa (Bearbeitung und Regie: Heikedine Körting) adaptiert.
Weblinks
Informationen zum Buch (englisch) bei EnidBlyton.net
Einzelnachweise
Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Werk von Enid Blyton Kategorie:Literarisches Werk