Uiramutã ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Roraima im Norden des Landes. Sie liegt im äußersten Nordosten des Bundesstaates im Grenzgebiet zu Venezuela und Guyana und bildet die nördlichste Gemeinde Brasiliens. Mit dem Monte Caburaí befindet sich hier der nördlichste Punkt Brasiliens. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf etwa 16.000 geschätzt.

Geografie und Klima Uiramutã liegt im Bereich des Guayana-Schildes und zeichnet sich durch eine außergewöhnlich abwechslungsreiche Landschaft aus, die von Hochlandplateaus, Tafelbergen (Tepuis) und Savannenlandschaft geprägt ist. Die Gemeinde umfasst Teile des Dreiländerecks Brasilien–Venezuela–Guyana und gehört zu den geographisch markantesten Regionen Nordbrasiliens. Besonders hervorzuheben der Parque Nacional do Monte Roraima, der den Monte Roraima enthält, einem der bekanntesten Tepuis Südamerikas, der die höchste Erhebung in Roraima darstellt. Neben den Hochlandformationen finden sich ausgedehnte Savannen (lavrado) sowie Übergangszonen zu dichterer Vegetation. Die gesamte Gemeinde gehört zum Indigenen-Territorium Raposa Serra do Sol und ist streng geschützt.

Aufgrund der Höhenlage, die zu den höchsten im Bundesstaat zählt, ist das Klima vergleichsweise gemäßigt. Es handelt sich um ein tropisches Hochlandklima mit leicht niedrigeren Durchschnittstemperaturen als in den Tieflandgebieten Roraimas.

Geschichte Die Region des heutigen Uiramutã war traditionell von indigenen Völkern bewohnt und blieb lange außerhalb intensiver kolonialer und staatlicher Einflussnahme. Die Stadt wurde einst vom Vereinigten Königreich als Teil von Britisch-Guayana in einem Territorialstreit mit Brasilien beansprucht, bevor ein Schiedsspruch des Königs von Italien im Jahr 1904 den größten Teil des britischen Anspruchs bestätigte, jedoch dieses Gebiet Brasilien zusprach.

Die Stadt Uiramutã wurde 1911 von Severino Pereira da Silva, einem Goldgräber, gegründet, der das Dorf sowohl für die indigene als auch für die nicht-indigene Bevölkerung errichtete. Im 20. Jahrhundert wurden Schutzgebiete für die indigene Bevölkerung eingerichtet und 1989 wurde der Parque Nacional do Monte Roraim eingerichtet. 1995 wurde Uiramutã im Zuge einer Verwaltungsreform als eigenständige Gemeinde gegründet. Das Gebiet gehörte davor zu den Gemeinden Boa Vista und Normandia.

Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 16.000 Personen geschätzt. 2022 gehörten knapp 97 Prozent der Bevölkerung zur indigenen Bevölkerung Brasiliens, die über das Gemeindegebiet verteilt lebt. Die Bevölkerung ist im Durchschnitt sehr jung und lebt hauptsächlich in ländlichen Gebieten. Der Ortskern hatte 2022 lediglich knapp 1000 Einwohner.

JahrEinwohner19914.79920005.80220108.375202213.751Volkszählungen

Wirtschaft Die Wirtschaft von Uiramutã ist nur schwach entwickelt und stark durch traditionelle Lebensweisen geprägt. In vielen Teilen der Gemeinde dominiert Subsistenzwirtschaft, insbesondere innerhalb indigener Gemeinschaften. Es bestehen erhebliche Einschränkungen bei der Landnutzung um lokale Kulturen und Ökosysteme zu schützen. Daher gilt Uiramutã auch als die brasilianische Gemeinde, die am stärksten von staatlichen Mitteln abhängig ist: 80 % ihrer Einnahmen stammten 2013 aus der öffentlichen Verwaltung, darunter Sozialversicherungen und Sozialprogramme wie Bolsa Família.

Potenziale werden vor allem im Bereich nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen sowie im ökologischen Tourismus gesehen, insbesondere im Zusammenhang mit der einzigartigen Landschaft des Monte Roraima.

Religion Uiramutã gehört zum römisch-katholischen Bistum Roraima.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Roraima Kategorie:Município in Roraima Kategorie:Gemeindegründung 1995