Ann Margaret Clarke (* 3. November 1928 in Madras; † 2015 in Barnet) war eine britische Psychologin und emeritierte Professorin an der University of Hull. Ann and Alan Clarke (The Clarkes) - Recording auf History of Psychology Centre, Archive Catalogue, abgerufen am 30. April 2026.

Leben Sie wurde in Indien geboren, wo ihre Mutter, eine dänische Missionarin, ihren Vater, einen Quäker und Direktor des Madras Museums, kennengelernt hatte. Sie studierte ab 1945 an der University of Reading und erwarb 1948 ihren B.A., für den sie als beste Studentin den Priestley Preis bekam. Ab 1948 studierte sie an dem University College London und promovierte 1950 zum Ph.D. am Institut für Psychiatrie des Maudsley Hospital in der psychologischen Abteilung von Hans Eysenck. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Alan D. B. Clarke wechselte sie 1951 zum Manor Hospital in Epsom, wo sie bis 1960 als Klinische Psychologin mit Kindern mit geistiger Behinderung arbeiteten; 1960 wurde sie dort leitende Klinische Psychologin. 1963 wechselte sie als Forschungsstipendiatin der Nuffield Foundation und der American Association for the Aid of Crippled Children an die University of Hull, wo ihr Gatte den Lehrstuhl für Psychologie übernahm. Ab 1973 wurde sie dort Lecturer, Reader und ab 1985 Professor (Personal Chair) am Department of Educational Studies. Seit 1988 war sie Emerita.

Werk Ihre frühe Arbeit im Manor Hospital belegte, dass viele institutionalisierte Kinder, die als „geistig behindert“ galten, deutliche kognitive Verbesserungen erreichen, wenn sie strukturierte Unterstützung erhalten; dieser Befund stellte gängige medizinisch-psychologische Annahmen in Frage, wie beispielsweise die von John Bowlby vertretene Hypothese der kritischen Phase der Frühförderung. Diese Ansichten wurden durch ihre Forschungsergebnisse auch zu den überwiegend positiven Ergebnissen für Kinder, die aus schweren Notlagen gerettet wurden, revidiert. Nach Ann und Alan Clarke ist Resilienz dem menschlichen Organismus angeboren, benötigt aber ein positives soziales Umfeld, um sich voll zu entfalten. Damit wurde auch ein Nachweis geliefert, dass Armut die Entwicklungschancen einschränkt. Mit ihrer Arbeit wurde die Sozialpolitik in den Bereichen Behinderung und Bildung beeinflusst.

Ehrungen/Positionen 2007: Ehrenmitglied der British Psychological Society (BPS) 1982: Auszeichnung für herausragende wissenschaftliche Leistungen der International Association for Scientific Study of Mental Deficiency 1977: Research Award der American Association for Mental Deficiency 1974: Dozent am Australian Council for Rehabilitation of Disabled 1969: Beraterin der World Health Organisation 1964: Gründungsmitglied der International Association for the Scientific Study of Mental Deficiency, Kopenhagen Mitglied des Herausgeberbeirats der Fachzeitschrift „Educational Psychology“.

Privates Ihren Ehemann und Kollegen Alan D. B. Clarke (1922–2011) lernte sie bei ihrem gemeinsamen Studium an der Universität Reading in Großbritannien kennen, wo beide mit Auszeichnung in Psychologie abschlossen. Beide promovierten am Institut für Psychiatrie des Maudsley Hospital in der psychologischen Abteilung von Hans Eysenck. Nach ihrer Heirat im Jahr 1950 nahmen beide Stellen als Psychologen am Manor Hospital und später an der University of Hull an. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne Bob und Peter hervor.

Publikationen (Auswahl) Monografien Mit Alan D. B. Clarke: Human resilience: A fifty year quest. Jessica Kingsley Publishers, London 2003, ISBN 978-1-84310-138-3. Mit Alan D. B. Clarke: Mental Deficiency: The Changing Outlook (4th ed.). The Free Press, Washington, DC 1986, ISBN 978-0-02-905970-8. Mit Alan D. B. Clarke: Early Experience: Myth and Evidence. Open Books Pb, Cambridge 1976, ISBN 978-0-7291-0140-0. Mit Alan D. B. Clarke: Recent Advance in the Study of Subnormality: a Miniature Textbook. Mind Publications, London, 1975. Mit Alan D. B. Clarke: Mental Retardation and Behavioural Research Institute for Research into Mental Retardation . Churchill, Livingstone 1973, ISBN 978-0-443-00952-5. Mit Alan D. B. Clarke: Readings from Mental Deficiency The Changing outlook. Methusn's manuals of Psychology. Methuen, London 1965.

Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge Mit Alan D. B. Clarke: Early Adversity and Adoptive Solutions. In: Adoption and Fostering, 2001, 25 (1), S. 24–32. Mit Alan D. B. Clarke: How Modifiable Is the Human Life Path?. In: International Review of Research in Mental Retardation, 1992, 18, S. 137–157. Mit Alan D. B. Clarke: The adult outcome of early behavioural abnormalities. In: International Journal of Behavioral Development, 1988, 11 (1), S. 3–19. Mit Alan D. B. Clarke: Mental testing: origins, evolution and present status. In: History of Education, 1985, 14 (4), S. 263–272. Mit Alan D. B. Clarke: Some recent advances in the study of early deprivation. In: Child Psychology and Psychiatry, 1960, 1, S. 34–36.

Weblinks

Ann and Alan Clarke (The Clarkes) - Recording auf History of Psychology Centre – Archive Catalog der British Psychological Society vom 29. August 2007, abgerufen am 29. April 2026.

Literatur

Einzelnachweise

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