Mũkami Kĩmathi († Mai 2023 in Nairobi) war eine kenianische Freiheitskämpferin der Kenya Land and Freedom Army, die meist als Mau Mau bezeichnet wird, die Witwe des 1957 hingerichteten Anführers Dedan Kimathi und eine Symbolfigur der antikolonialen Unabhängigkeitsbewegung.

Leben Kĩmathi lernte Dedan Kimathi während seiner Tätigkeit als Lehrer an der Karuna-ini Primary School kennen; sie heirateten 1948. Anfang 1953 schloss sie sich ihm in den Wäldern an und organisierte dort den Alltag der Guerillakämpfer, darunter Lebensmittelversorgung und medizinische Hilfe für Verwundete. Danach wurde sie nach Nairobi geschickt, wo sie Verbindungen zwischen den Waldkämpfern und den Mau-Mau-Zellen der Stadt organisierte, Nachrichten sammelte und Lieferungen wie Nahrung, Kleidung, Decken und Medizin koordinierte. Im April 1954 wurde sie mit ihrem Kind in Nairobi verhaftet, zunächst nach Lang’ata gebracht und nach erneuter Festnahme zu lebenslanger Haft im Frauenlager Kamiti verurteilt. Nach der Gefangennahme Dedan Kimathis im Oktober 1956 durfte sie ihn im Industrial Area Remand Prison in Nairobi besuchen; am 18. Februar 1957 wurde er ohne weitere Benachrichtigung gehängt. Mukami Kimathi starb in der Nacht zum 5. Mai 2023 nach Atemproblemen in einem Krankenhaus in Nairobi, und ihr Leichnam wurde in das Lee Funeral Home gebracht. Sie wurde am 13. Mai 2023 in Njabini im Nyandarua County beigesetzt.

Wirken Kimathi wirkte im Mau-Mau-Aufstand als Organisatorin, die Frauen in der Widerstandsbewegung koordinierte, an Eiden, Mobilisierung, Spionage und Versorgung beteiligt war und unter Veteranen den Beinamen „die Wespe“ erhielt. Nach der Unabhängigkeit trat sie bei Kanu-Versammlungen auf, wurde 1966 in den Nyandarua County Council berufen und forderte immer wieder die öffentliche Anerkennung der Mau-Mau-Kämpfer. Im Jahr 1990 machte Nelson Mandelas Nachfrage nach ihr bei seinem ersten Kenia-Besuch ihre politische Ausblendung während der Ära Daniel arap Moi sichtbar und gab der Suche nach Dedan Kimathis Grab neue Aufmerksamkeit. Ein wichtiges Anliegen war die Suche nach den sterblichen Überresten Dedan Kimathis in Kamiti, die trotz wiederholter Bitten an kenianische Regierungen und britische Stellen erfolglos blieb. Sie klagte auch gegen die britische Regierung wegen Folter, Misshandlung, Zwangsarbeit und rechtswidriger Haft während des Ausnahmezustands, doch das Verfahren wurde aus technischen Gründen abgewiesen. Präsident William Ruto würdigte sie nach ihrem Tod als Freiheitsheldin und als Teil der kenianischen Freiheitsgeschichte. Im Zusammenhang mit dem Dokumentarfilm Our Land, Our Freedom suchte ihre Tochter Wanjugu Kimathi im Zusammenhang mit einer Landrückgabe-Bewegung für Nachfahren enteigneter Mau-Mau-Kämpfernach Dedan Kimathis Überresten. Die anhaltende Auseinandersetzung um ihr Begräbnis und ihre Symbolrolle zeigte, wie stark die Erinnerung an Mau Mau in Kenia politisch umkämpft blieb.

Einzelnachweise

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