Die Gillière ist ein Zufluss des Genfersees im Kanton Waadt in der Schweiz. Sie entwässert einen Abschnitt des Berghangs in der Nähe der Stadt Rolle.
Geographie Die Gillière gehört zum Einzugsbereich der Rhone. Sie ist einer der längsten Wildbäche, die den für den Rebbau berühmten Berghang nordwestlich des Genfersees im Gebiet La Côte entwässern und nebeneinander zum See hinunterfliessen. Nur je ungefähr einen Kilometer neben der Gillière fliessen im Südwesten, orographisch gesehen rechts von ihr, der Merdasson, ein Zufluss der Dullive, und im Nordosten, also links, der Flon de Tartegnin sowie der Ruisseau de Langolloux zum See hinunter.
Der Lauf des Baches beginnt auf in einem etwa 1,5 Quadratkilometer grossen Erosionstal, das der Bach über Jahrtausende im mächtigen eiszeitlich entstandenen Massiv aus Schotter und Grundmoräne am Jurasüdfuss geschaffen hat. Alfred Falconnier: Geologischer Atlas der Schweiz 1:25'000. Atlas géologique de la Suisse 1:25'000. Feuilles 430 Les Plats 431 Marchairuz 431bis La Cure 432 Arzier 433 Gimel avec annexes des feuilles 436 Aubonne, 436bis Rolle et 443 Begnins. Notice explicative. Bern 1951. S. 8, 23. Der Quellbach wird in älteren Landeskarten als Ruisseau de Siaua bezeichnet.Topographischer Atlas der Schweiz, Blatt 433 «Gimel». Nach einem Lauf von ungefähr einem Kilometer tritt der Bach im Gebiet La Capetanna aus dem Tal hinaus und fliesst in einer Rinne durch den Rebberg Coteau de Vincy bei Gilly. Die Weinbaugegend hoch über dem Genfersee ist als Landschaftsschutzgebiet mit dem Namen «La Côte» im Inventaire fédéral des paysages, sites et monuments naturels d’importance nationale, deutsch: Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, verzeichnet.Objektblatt «La Côte» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (PDF; 2,3 MB). Die Schlossanlage von Vincy neben dem Bach ist ein geschütztes Kulturgut von nationaler Bedeutung. Nach der Siedlung hat der Bach auch seinen Alternativnamen Flon de Vincy. Bei Vincy überquert die Wanderroute «Alpenpanorama-Weg», die durch das Weinbaugebiet führt, den Bach.Alpenpanorama-Weg Etappe 27: Aubonne – Nyon auf der Karte von SchweizMobil.
Unterhalb des Dorfes Gilly überquert der Bach die einen Kilometer breite Landschaftsterrasse bei Sur la Dolle. Diese Geländestufe wird vom ausgedehnten Schwemmkegel gebildet, den die Gillière nacheiszeitlich mit Sedimenten aus dem Erosionstal seines Quellgebiets aufbaute. Der Bach veränderte dabei seine Lage manchmal. In einem ehemaligen, vom heutigen Bachlauf abgeschnittenen Bachbett fliesst heute der kurze Bach Ruisseau de Langolloux.
Auf dem Schwemmgebiet wird die Gillière von der Hauptstrasse 124 (Route cantonale 30), der Autobahn A1, einer Feldwegbrücke, über die auch der Fernwanderweg «ViaJacobi» führt,Via Jacobi. Etappe 18: Rolle – Commugny auf der Karte von SchweizMobil. und der Bahnstrecke Lausanne–Genf überquert. Beim historischen Landsitz Beaulieu, das ebenfalls als national bedeutendes Kulturgut gilt, erreicht die Gillière den Abhang zum Ufer des Genfersees, wo sie in einem bewaldeten Graben auf dem letzten Kilometer noch eine Höhe von rund 50 Metern überwindet. Auf dieser Strecke überqueren ein Fussweg bei Beaulieu, die Hauptstrasse 1 Route de Genève und eine Brücke im kleinen Flussdelta am See den Bach. Die Mündung der Gillière liegt im Gebiet Fleur d’Eau, das zur Stadt Rolle gehört, mitten zwischen privaten Landgütern am Seeufer.
Am Seeufer und an den Berghängen liegen von der Erosion freigelegte Findlinge, und im flachen Uferstreifen vor der Gillièremündung wurden im 19. Jahrhundert mehrere prähistorische, als palafittes (Pfahlbauten) bezeichnete Siedlungsstellen entdeckt.
Der Unterlauf der Gillière wurde zum Schutz vor Hochwasser mit starkem Blockwurf verbaut.
Siehe auch Liste von Zuflüssen des Genfersees
Weblinks
Verlauf der Gillière (swisstopo) Verlauf der Gillière auf dem Geoportal des Kantons Waadt
Einzelnachweise
Kategorie:Bezirk Nyon