mini|Artur Cavara Artur Cavara (geboren als Artūrs Vilhelms Priednieks; * 29. Juni 1901 in Liepāja; † 9. April 1979 in Florida) war ein lettischer Opernsänger (Tenor).

Cavara war der Sohn von Sīmaņas und Līze Priedniekas (geb. Krūms). Er begann seine Gesangsausbildung 1924 am Konservatorium Liepāja. Bei Auftritten außerhalb Lettlands nutzte er den Künstlernamen Artur bzw. Artūrs Cavara, in Anlehnung an seine Lieblingsrolle des Mario Cavaradosi aus Giacomo Puccinis Oper Tosca von 1900. In Lettland selbst verwendete er jedoch in der Regel seinen Geburtsnamen Artūrs Priednieks. Gelegentlich wurde er auch unter den alternativen Schreibweisen Kavara oder Kavarra angekündigt.

Cavaras Erfolg und Ruhm erreichten in den 1930er-Jahren ihren Höhepunkt, doch der Zweite Weltkrieg und Stalins Einmarsch in Lettland Anfang der 1940er-Jahre beendeten seine Gesangs- und Schallplattenkarriere vorzeitig; viele seiner Aufnahmen sind daher verloren gegangen oder in Vergessenheit geraten. 1941 wurde er verhaftet und kurzzeitig im Zentralgefängnis Riga inhaftiert. Nach seiner Freilassung arbeitete er weiterhin an der Lettischen Nationaloper Riga und gab Konzerte in verschiedenen lettischen Städten.

Cavara schloss Verträge mit den Staatsopern Wien, Berlin und Riga sowie den städtischen Opernhäusern in Liepāja, Zürich, Wiesbaden, Barmen-Elberfeld und dem Teatro Colón Buenos Aires in Argentinien.

1947 floh er mit seiner Familie aus Lettland über Ellis Island in die Vereinigten Staaten und ließ sich in St. Peter (Minnesota) nieder, wo er am Gustavus Adolphus College Gesang und Operndarstellung unterrichtete.

Er starb am 9. April 1979 in Florida. Seine Asche ist im Latvian Memorial Park in den Catskills, Elka Park, New York, beigesetzt.

Repertoire Im Laufe seiner Karriere stellte Cavara etwa 120 Opernrollen dar. Zu seinem Repertoire gehörten Almaviva in Rossinis Il barbiere di Siviglia, Assad in Carl Goldmarks Die Königin von Saba, Florestan in Beethovens Fidelio, Hans in Smetanas Die verkaufte Braut, Laca in Janáčeks Jenufa, Lionel in Flotows Martha, Nadir in Bizets Perlenfischern, Turiddu in Mascagnis Cavalleria Rusticana, Pinkerton in Puccinis Madama Butterfly, Sly in Wolf-Ferraris gleichnamiger Oper sowie der Tamino in Mozarts Die Zauberflöte und weitere Partien.

Cavara/Priednieks hat über zweitausend Konzerte gesungen. Sein Repertoire umfasste hier den Faust in Hector Berlioz’ dramatischer Legende La Damnation de Faust, die Tenorpartien in Beethovens Ode an die Freude, Verdis Messa da Requiem usw. Er hat auch Lieder lettischer Komponisten dargeboten (von Emīls Dārziņš, Alfrēds Kalniņš, Lūcija Garūta, Paul Schubert, Jānis Zālītis usw.). Außerdem interpretierte er Lieder russischer und deutschsprachiger Komponisten (Nikolai Rimsky-Korsakov, Richard Strauss und Hugo Wolf). Darüber hinaus hatte er Gaucho-, indische und spanische Lieder im Repertoire.

Filmauftritte Der weiße Teufel (1930), in diesem Stummfilm trat Cavara lediglich als Darsteller auf Der unsterbliche Lump (1930)

Weblinks Priednieks-Kavara Website: Nacionālā Enciklopēdija

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