Silber(III)-oxid ist eine instabile chemische Verbindung und eines von mehreren bekannten Oxiden des Silbers.

Geschichte Die Verbindung wurde erstmals 1985 von Burkhard Standke und Martin Jansen synthetisiert.

Gewinnung und Darstellung Silber(III)-oxid kann durch elektrolytische anodische Oxidation einer stark verdünnten Silbersalzlösung dargestellt werden. Dabei können Silberperchlorat-, Silbertetrafluoroborat- oder Silberhexafluorophosphat-Lösungen genutzt werden. Bei der Elektrolyse von Silbernitrat entsteht Ag7O8(NO3). Die Spannung muss bei 0,95 bis 1,1 V liegen, bei niedrigeren entsteht Silber(II,III)-oxid, bei höheren zu viel Sauerstoff. Die Konzentration der Silberlösung sollte zwischen 0,01 und 0,4 mol/l liegen, da bei niedrigeren keine Reaktion erfolgt, bei höheren wiederum Silber(II,III)-oxid entsteht.

Eigenschaften Silber(III)-oxid ist ein schwarzer, metallisch glänzender Feststoff, der sich bei Raumtemperatur langsam unter Sauerstoffabgabe zersetzt. Bei −18 °C ist die Verbindung über mehrere Wochen stabil.

Silber(III)-oxid kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der , den Gitterparametern a = 1286,9(1) pm, b = 1049,0(1) pm und c = 366,38(5) pm sowie acht Formeleinheiten pro Elementarzelle. Die Struktur besteht aus leicht verzerrten quadratisch-planaren AgO4-Koordinationspolyedern mit Ag-O-Bindungsabständen von 196 bis 205 pm. Jedes Sauerstoffatom ist mit zwei weiteren Silberatomen verbunden, so dass eine dreidimensionale Netzstruktur entsteht.

Sowohl in starken Säuren als auch starken Basen zersetzt sich Silber(III)-oxid und wird zu einwertigem Silber reduziert.

Einzelnachweise

Kategorie:Silberverbindung Kategorie:Oxid