Die Geschichte vom Juwelendieb ist ein indisches Märchen und ein buddhistisches Jataka (194: Maṇicora-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 188–192, 515. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.

Handlung Als der Bodhisattva in der Familie eines Hausherrn wiedergeboren worden und herangewachsen war, bekam er die tugendhafte Sujātā, die Schöngeborene, zur Frau. Dieser verlangte es nach einer Weile, ihre Eltern in Benares wiederzusehen, und so begaben sie sich auf die Reise dorthin. Unterwegs begegnete ihnen jedoch der König Brahmadatta, der Sujātā, als er sie sah, begehrte und in der Folge beschloss, ihren Mann loszuwerden. Für diesen Zweck ließ er ihm einen Kronjuwel unterschieben und danach suchen sowie den in der Folge erkannten Juwelendieb zur Richtstätte prügeln.

Sakka nahm dies gewahr, stieg von der Götterwelt herab und vertauschte den Bodhisattva und den König, sodass letzterer hingerichtet wurde. Dann sprach er zum Volk, dass, wenn ein König ungerecht regiere, es zur unrechten Zeit regnen und zur rechten Zeit nicht regnen würde, woraus Hungersnot, Krankheit und die Furcht vor dem Schwert entstünden. Der Bodhisattva aber regierte gerecht und stieg in den Himmel empor.

Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 194 (Maṇicora-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte vom Juwelendieb. Ähnlicher Inhalt ist in der Geschichte vom Fridolin in der Gesta Romanorum zu lesen sowie am Schluss des grimmschen Märchens Hans Dumm, wo die Prinzessin ihrem Vater einen goldenen Becher unterschiebt. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam das Märchen den Titel Der ungerechte König.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 143–146.

Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 188–192, 515. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 143–146.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Jātaka