Jadwiga Józefa Schoen (* 4. Juli 1897 in Krakau; 23. April 1987 in Krakau) war eine polnische Chemikerin, die an der Jagiellonen-Universität zu Krakau lehrte und forschte. Sie wurde insbesondere für ihren Widerstand bekannt, den sie während der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg am Chemischen Institut ihrer Universität leistete. Sie hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Globus Jagellonicus nicht in die Hände der Deutschen fiel.

Leben Jadwiga Schoen war das jüngste von sechs Kindern von Henryk (Buzawa) Schoen (1852–1900) und Zuzanna Schoen geb. Ciechanowskich (1860–1953). Der Vater war von Beruf Rechtsanwalt und Präsident des Bezirksgerichts in Rzeszów.

Jadwiga Schoen besuchte die Grundschule und die Realschule in ihrer Heimatstadt Krakau. 1916 erlangte sie das Abitur. Daraufhin schloss sie 1917 eine kaufmännische Ausbildung ab.

Im Jahr 1917 begann Jadwiga Schoen das Studium der Chemie an der Jagiellonen-Universität zu Krakau. Während ihrer Zeit als Studentin engagierte sie sich auch politisch. Von 1921 bis 1925 arbeitete sie als Lehrerin am Ursulinen-Mädchengymnasium und unterrichtete hier die Fächer Chemie und Physik. 1923 erhielt sie von der Universität Krakau das Diplom in Chemie. Daraufhin wurde sie dort als wissenschaftliche Assistentin angestellt und arbeitete an ihrer Dissertation. 1928 wurde Jadwiga Schoen mit der Arbeit Synteza, i przemiany chemiczne kwasu 6-oksy- i 6-amino-2-naftoesowego („Synthese und chemische Umwandlungen von 6-Oxy- und 6-Amino-2-Naphtoesäure“) promoviert. Ihr Doktorvater war Karol Dziewoński.

Jadwiga Schoen wurde erst 1955 zur außerordentlichen Professorin an der Jagiellonen-Universität habilitiert. Dieser Titel wurde ihr erteilt aufgrund ihrer Arbeit Studia nad kondensacją N, NP-dwuarylo-pochodnych tiomocznika z cyklohelisanonem. Synteza połączeń typu l, 3-dwuarylo-2, 4-dwutioketo- oktahydrochinazoliny („Studien zur Kondensation von N,NP-Diaryl-Thiocarbamid-Derivaten mit Cyclohelicanon. Synthese von Verbindungen vom Typ 1,3-Diaryl-2,4-dithioketo-octahydrochinazolin“).

Jadwiga Schoen spielte während des Zweiten Weltkriegs und der Besatzung Polens durch die Deutschen eine prominente Rolle in der Rettung und dem Schutz von astronomischen Instrumenten wie zum Beispiel dem Jagiellonen-Globus. Sie schrieb die Geschichte der Rettung des Globus Jagellonicus am 8. November 1973 aus ihrer Erinnerung nieder. Außerdem beteiligte sie sich von 1942 bis 1945 an geheimen Lehrveranstaltungen und Vorlesungen an der Medizinischen und Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Jagiellonen-Universität.

Sie war langjährige Leiter Leiterin des Labors für Organische Chemie der Jagiellonen-Universität.

1967 beendete Jadwiga Schoen ihre Tätigkeit als Professorin. Jedoch setzte sie ihre Forschung fort.

Bei ihren Schülerinnen und Schülern galt Jadwiga Schoen als exzellente Dozentin und Berühmtheit der Jagiellonen-Universität. Als Chemikerin leistete sie Pionierarbeit auf dem Forschungsgebiet der heterozyklischen Verbindungen.

Am 23. April 1987 verstarb Jadwiga Schoen in Krakau. Sie wurde auf dem Rakowicki-Friedhof beerdigt.

Auszeichnungen seit 1929 Mitglied der Polnischen Chemischen Gesellschaft Ehrenabzeichen der Polnischen Chemischen Gesellschaft (1981 und 1989) Ritterordenskreuz der Polonia Restituta Medaille der Kommission für Nationale Bildung Goldenes Abzeichen des Polnischen Lehrerverbandes Goldenes Verdienstabzeichen der Stadt Krakau

Schriften Synteza, i przemiany chemiczne kwasu 6-oksy- i 6-amino-2-naftoesowego (1928). Studia nad kondensacją N, NP-dwuarylo-pochodnych tiomocznika z cyklohelisanonem. Synteza połączeń typu l, 3-dwuarylo-2, 4-dwutioketo- oktahydrochinazoliny (1955).

Literatur Jadwiga Schoen, Anna Środoń und Marcin Banaś, Wojenne Losy Globusa Jagiellońskiego I Globusa Bylicy, in: Alma Mater. Miesięcznik Uniwersytetu Jagiellońskiego, Jg. 179, 2015, S. 46–49. Małgorzata Taborska, Złoty Globus Jagielloński ze zbiorów Muzeum Uniwersytetu Jagiellońskiego – niezwykły obiekt z fascynującą historią, in: Opuscula Musealia, Jg. 27, 2020, S. 39–65. Krystyna Bogdanowicz-Szwed, Jadwiga (Buzawa) Schoen (1897–1987). Chemik organik, in: Elżbieta Szczepaniec-Cięciak (ed.), Złota księga Wydziału Chemii (Złote Księgi Uniwersytetu Jagiellońskiego), Krakau 2000, S. 251–258, ISBN 978-83-233-1304-5.

Einzelnachweise

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