Garz ist eine abgegangene mittelalterliche Siedlung nordnordwestlich von Bad Belzig im heutigen Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg). Die Wüstung lag im Bereich der Feldmark von Groß Briesen, während die genaue Dorfstelle unbekannt ist.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 125)

Geografische Lage Das ehemalige Gebiet der Siedlung befand sich im Norden der Groß Briesener Feldmark. Als orientierende Flurnamen sind die Garzer Berge überliefert. Auf der Höhenmarke 102, genau an der Grenze zwischen Ragösen und Groß Briesen, liegt der bekannte Findling Blauer Stein, der in der Wüstungsforschung mehrfach erwähnt wird.

Geschichte und Etymologie Die Bezeichnungen reichen von Garcz (1420, 1461) bis Garitzs wüste (1592). Die Namensformen deuten auf einen slawischen Ursprung hin, was in der Region häufig vorkommt.

Garz wurde erstmals im Jahr 1420 erwähnt, wobei die Quellen den Ort bereits als wüst bezeichnen. Genannt werden wüsten Dorfstetten genannt Garcz zusammen mit zugehörigen Holzungen, dem Wiesenwuchs und dem sogenannten Garczberg. Diese Angaben zeigen, dass die Siedlung zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig verlassen war. 1461 wurde die wüste Dorfstätte erneut erwähnt, diesmal gemeinsam mit den Garczerbergen, was bestätigt, dass die Flur weiterhin bekannt und genutzt, der Ort selbst jedoch nicht wieder aufgebaut wurde. Eine spätere Quelle aus dem Jahr 1592 nennt die Örtlichkeit Garitzs wüste, was die kontinuierliche Überlieferung der Wüstung bis in die frühe Neuzeit belegt. Eine Wiederbesiedlung erfolgte nicht.

Die Besitzverhältnisse wechselten im Spätmittelalter mehrfach: Zunächst lagen die Rechte über Garz bis etwa 1442 bei den von Itzenplitz, anschließend kurzzeitig bei den von Lindstedt. Ab 1444 erscheint der Besitz bei den von Brandt, möglicherweise im Rahmen eines Pfandverhältnisses. Danach gelangte die Flur bis 1461 an die Familie Bögelsack (Vogelsang) und anschließend an den Schultheißen zu Belzig. Vor 1487 übernahm schließlich die Familie Brandt von Lindau den Besitz, die ihn bis 1872 behielt. Trotz dieser wechselnden Herrschaft blieb die Siedlung selbst wüst. Die Feldmark ging vollständig in der großräumigen Nutzung von Groß Briesen auf und verlor ihre Eigenständigkeit endgültig.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 125)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1420 Kategorie:Geographie (Bad Belzig)