Der Anschlag in Kiew 2026 war eine Massenschießerei am 18. April 2026 im Stadtteil Demijiwka des Rajons Holossijiw in Kiew, Ukraine, wo ein Mann das Feuer auf seine Nachbarn und Passanten auf der Straße eröffnete, bevor er einen Supermarkt betrat und dort Geiseln nahm. In einem anschließenden Schusswechsel mit der Polizei wurde er getötet, als die Schnelleinsatzgruppe der nationalen Polizei der Ukraine (KORD) den Supermarkt stürmte. Acht Menschen, darunter der Täter, starben und dreizehn, einschließlich zwölf Schussopfer, wurden verletzt.
Der Täter war der 57-jährige Dmytro Wassiljewitsch Wassyltschenkow, ein in Russland geborener ukrainischer Staatsbürger.Laut Gerichtsakten im Zusammenhang mit dem Strafverfahren gegen Wassyltschenkow aus dem Jahr 2024 wurde er in Kiew geboren. Ukrainische Polizeibeamte gaben hingegen an, er sei in Moskau geboren. Er hatte Streit mit seinen Nachbarn und hatte antiukrainische und neonazistische Äußerungen. Zwei Polizisten, die am Einsatz beteiligt waren, wurden wegen Fahrlässigkeit angeklagt, da sie Wassyltschenkow angeblich nicht ordnungsgemäß konfrontiert hatten.
Verlauf Als der Täter seine Wohnung nach zehn Minuten verlassen hatte, betrat er einen Supermarkt, wo er mehrere Geiseln nahm, sich im Inneren verbarrikadierte und Schüsse auf die Einsatzkräfte und im Laden abgab. Kurz danach nahm die Polizei nahm im Supermarkt Kontakt zum Täter auf und verhandelte etwa 40 Minuten lang mit ihm. Sein Verhalten wurde von der Polizei als „offenkundig instabil“ beschrieben. Nachdem die Verhandlungen gescheitert waren, stürmte die Polizei den Supermarkt. Am Ende erschossen Spezialeinheiten der Polizei den Täter beim Versuch, ihn festzunehmen, nachdem Verhandlungen gescheitert waren.
Tote und Verletzte Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hatte nach dem Anschlag angegeben, dass sechs Menschen erschossen und 15 weitere verletzt wurden. Unter den Toten und Verletzten war eine lebensgefährlich verletzte junge Frau, die später ihren Verletzungen erlag. Dabei wurden gemäß dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mindestens neun Menschen nach dem Angriff verletzt oder traumatisiert ins Krankenhaus eingeliefert worden. Nach Informationen des Generalstaatsanwalts Ruslan Krawtschenko wurden vier Menschen auf der Straße und eine Geisel im Supermarkt getötet.
Täter Der Täter wurde als der 57-jährige Dmytro Wassiljewitsch Wassyltschenkow (ukrainisch: Дмитро Васильович Васильченков; * 21. April 1968, † 18. April 2026), ein in Moskau, Russland, geborener ukrainischer Staatsbürger, identifiziert. Für den Besitz der Tatwaffe hatte der 57-Jährige eine Erlaubnis.
Laut mehreren Berichten hatte er in sozialen Medien antiukrainische und antisemitische Beiträge veröffentlicht, in denen er sich wünschte, Russland hätte Bachmut früher eingenommen, das Existenzrecht der Ukraine leugnete und von einer ethnischen Säuberung der Gesellschaft mit den Methoden Adolf Hitlers fantasierte.
Folgen Zwei Kiewer Polizisten wurden vom Dienst suspendiert, nachdem sie angeblich in einem Webvideo vom Tatort flohen, anstatt den Täter zu stellen, da sie sich in einer Gruppe von Zivilisten befanden.
Untersuchung Der Sicherheitsdienst der Ukraine hatte den Anschlag als einen Terroranschlag eingestuft. Bei der im Angriff verwendeten Waffe handelte es sich um einen legal registriertes Kel-Tec SUB-2000-Karabiner.
Reaktionen Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach den Angehörigen der Toten und Verletzten des Anschlags in einer Videobotschaft sein Beileid aus. Die Polizei und der Geheimdienst seien dabei, die Hintergründe der Tat zu ermitteln.
Der Vorfall löste in der Öffentlichkeit einen Sturm der Entrüstung über den Ausbildungsstand der Nationalen Polizei der Ukraine aus. Innenminister Ihor Klymenko kritisierte das Vorgehen der beiden ersten Beamten am Einsatzort als „beschämend“. Der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko kritisierte Polizeibeamte, die Berichten zufolge in der frühen Phase der Tat nicht angemessen reagierten, als „beschämend“, „unprofessionell“ und „ihrer Rolle als Polizisten unwürdig“, und schrieb, dass gegen sie dienstlich ermittelt wurde. Jewhenij Schukow, Chef der ukrainischen Patrouillenpolizei, übernahm als Folge der Reaktion seiner Einsatzkräfte die Verantwortung. „Als kampferfahrener Offizier habe ich beschlossen, meinen Rücktritt von meinem derzeitigen Amt einzureichen. Ich halte das für richtig“, sagte Schukow bei einer Pressekonferenz in Kiew. Am 21. April 2026 wurde Iwan Wychiwskyj zum Berater des Chefs der Nationalen Polizei der Ukraine ernannt. Das Innenministerium reagierte darauf mit Änderungen in der Kampfausbildung der Beamten, unter anderem durch die Einbindung von kampferfahrenem Militärpersonal.
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