Die Geschichte vom betrogenen Hauspriester ist ein indisches Märchen und ein buddhistisches Jataka (62: Andhabhūta-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 143–150, 510. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.

Handlung Als der Bodhisattva als Sohn des Königs Brahmadatta von Benares wiedergeboren wurde, bestieg er in der Folge dessen Thron und später spielte er ab und zu ein Würfelspiel mit dem Hauspriester. Er sang dabei immer ein Lied von den Weibern, die Böses tun, wenn sie die Gelegenheit dazu bekämen, also gewann er stets. Da ersann der Brahmane einen Plan, wie er den König schlagen könne und so suchte er sich eine schwangere Frau, deren Tochter er behütet sowie von allen Männern abgeschnitten aufzog. Als sie dann wieder Würfel spielten, entgegnete er dem Gesang des Königs „Außer meinem Mädchen“, woraufhin er endlich gewann. Der Bodhisattva erkannte, was geschehen war und beauftragte einen Bösewicht die Tugend des Mädchens zu brechen.

Der Bösewicht gab sich daraufhin vor der Dienerin des Mädchens als ihr Sohn aus und erzählte ihr später, dass er liebeskrank, ob der Frau des Brahmanen, sei. Sodann beschloss sie ihm zu helfen und schmuggelte ihn in das Haus des Brahmanen ein, wo er und das Mädchen sich vergnügten. Beim folgenden Würfelspiel verlor der Brahmane dann wieder, woraufhin ihm der Bodhisattva erklärte, dass man ein Weib nicht bewachen könne und es keines gäbe, das nur einem Mann gehöre. Der Brahmane stellte seine Frau daraufhin zur Rede und diese erklärte sich bereit ein Wahrheitsgelübde abzulegen, demnach sie von keinem anderen Mann jemals mit der Hand berührt wurde. Spräche sie die Unwahrheit, so solle sie in einem Feuer verbrennen.

Der Brahmane ließ sodann einen großen Holzstoß errichten und ihn anzünden. Jedoch hatte das Mädchen ihren Liebhaber eingeweiht und gerade als es durchs Feuer schreiten wollte, sprang dieser aus der Menge hervor und ergriff, mit anprangernden Worten, ob der Tat des Brahmanen, des Mädchens Hand, wonach ihr Gelübde, vor den Leuten, zerstört war. Der Brahmane erkannte, dass er hereingelegt worden war, schlug das Mädchen und jagte die Listige davon.

Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 62 (Andhabhūta-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte vom betrogenen Hauspriester. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam es den Titel Der betrogene Hauspriester.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 297–213.

Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 143–150, 510. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 297–213.

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Jātaka