mini|Béla Gerster (1902) Béla Miklós Gerster (* 20. Oktober 1850 in Kaschau, Königreich Ungarn; † 3. August 1923 in Budapest, Königreich Ungarn) war ein ungarischer Bauingenieur im Eisenbahn- und Kanalbau. Bekannt wurde er insbesondere als leitender Ingenieur beim Bau des Kanal von Korinth von 1881 bis 1893.
Leben Béla Gerster wurde 1850 als Sohn des Offiziers Miklós (Nikolaus) Gerster (1816–1874) und dessen Frau Karolina Schmidt (1822–1893) geboren.Gerster Béla (építész) Gerster Béla (építész). In: csemadok.sk vom 28. März 2016.Todesanzeige Nicolaus Gerster. In: dspace.oszk.hu, abgerufen am 26. April 2026.Karolina Schmidt. In: dspace.oszk.hu, abgerufen am 26. April 2026. Er hatte acht Geschwister, die Malerin Mária Karolína Gerster (1843–1930), Konstancia Franciska Gerster (1844–1894), den Arzt Árpád Gerster (1848–1923), Adalberta (* 1852), die Opernsängerin Etelka Gerster (1855–1920), József Gábor (* 1856), Anna (* 1859) und Károly Imre (* 1865).In memoriam: Gerster Béla. In klauzal.hu, abgerufen am 26. April 2026.
Gerster schloss die Schule in seinem Heimatort Kaschau ab, wo er das Prämonstratenser-Gymnasium besuchte, und studierte dann bis 1873 Ingenieurwesen an der Technischen Hochschule Wien. Im Anschluss an sein Studium war Gerster in Wien zunächst als städtischer Baumeister tätig und leitete dann von 1874 bis 1876 als Geschäftsführer das Unternehmen seines Schwagers István Kauser.
Mit István Türr nahm Gerster danach an einer Expedition zur Planung des Panamakanals teil und wurde danach von 1876 bis 1877 Türrs Referent. Als Ingenieur wirkte er 1877 bis 1878 am Bau von Kanälen des Donau-Theiß-Donau-Kanalsystems. Von 1878 bis 1880 diente Gerster als Reserveleutnant im Okkupationsfeldzug in Bosnien. Danach wirkte er wieder als Ingenieur für den Vukovar-Šamac-Kanal und den Oberen Kulpa-Kanal.
Ab 1881 war Gerster leitender Ingenieur der Korinthos-Kanalbaugesellschaft und verantwortete zusammen mit den Ingenieuren István Kauser, László Nyári, Pulszky Garibaldi und István Stegmüller den Bau des Kanal von Korinth. Diese Arbeiten zogen sich bis 1893 hin. Parallel plante Gerster von 1881 bis 1886 eine Eisenbahnlinie von Athen nach Larisa. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn plante er als freiberuflicher Ingenieur von 1886 bis 1919 etwa 20 Eisenbahnlinien. Von 1919 bis 1923 übernahm er die Bauleitung beim Ausbau des Donau-Theiß-Donau-Kanalsystems.
Béla Gerster war seit 1882 mit Ilona Gerster verheiratet. Aus der Ehe gingen vier Töchter hervor: Margit (* 1887), Jolán (1889–1957), Erzsébet (* 1891) und Sarolta (* 1893). Jolán Gerster war Musikpädagogin, Pianistin und Generalsekretärin der ungarischen Franz-Liszt-Gesellschaft.Klára Hamburger: Ein unbekanntes Dokument über Franz Liszts Tod. In: Studia Musicologica Academiae Scientiarum Hungaricae. Vol. 46, No. 3/4, 2005, S. 403–404, .
Nachwirkung mini|Gemeinschaftsgrab der Familie Gerster mini|Denkmal für István Türr und Béla Gerster am Kanal von Korinth
Das Gemeinschaftsgrab der Familie Gerster auf dem Budapester Friedhof Fiumei Úti Sírkert wurde 2004 unter Denkmalschutz gestellt.
Im Mai 2009 wurde am Kanal von Korinth ein Denkmal zu Ehren der beim Bau beteiligten ungarischen Ingenieure, insbesondere István Türr und Béla Gerster, eingeweiht.
Schriften Die Projecte zur Durchstechung des amerikanischen Isthmus. In: Mittheilungen der kaiserlichen und königlichen geographischen Gesellschaft in Wien 1978. XXI. Band (der neuen Folge XI.) L. C. Zamarski, Wien, 1978, S. 305–327, . L'Isthme de Corinthe et son percement. Markus, Budapest, 1896, 146 S, . Budapest közúti vasúti hálózatának fejlesztése. Pátria r. t. kvny, Budapest, 1904.
Weblinks
Béla Gerster 1850–1923 bei cassovia.sk (slowakisch)
Einzelnachweise
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