Exit – Ausgang ins Nichts (Originaltitel: Invitation to Hell) ist ein US-amerikanischer TV-Thriller mit Mystery und Science-Fiction-Elementen von Kultregisseur Wes Craven aus dem Jahr 1984 mit Robert Urich, Joanna Cassidy und Susan Lucci in den Hauptrollen. Er handelt von einer Familie, die in eine scheinbar perfekte Vorstadt zieht, deren Bewohner von einem geheimnisvollen Club kontrolliert und ihrer Persönlichkeit beraubt werden.
Handlung Ingenieur Matt Winslow zieht mit seiner Frau Patricia und den Kindern Chrissy und Robert aus dem Mittleren Westen in eine wohlhabende Vorstadt in Südkalifornien. Er tritt eine neue Stelle bei der erfolgreichen, aber geheimnisvollen Firma Micro-DigiTech an, wo er an einem hitzebeständigen Hightech-Raumanzug arbeitet. Bei ihrer Ankunft werden sie von Mary und Tom Peterson empfangen, die ebenfalls in der Gemeinde leben. Bald begegnen sie Jessica Jones, Versicherungsvertreterin und Leiterin des exklusiven Steaming Springs Country Club.
Bei der Arbeit versucht die Sekretärin Grace, Matt geheime Unterlagen zu geben, wird aber kurz darauf ersetzt. Gleichzeitig wächst der Druck von Chef und Kollegen, dem Club beizutreten. Während Matt misstrauisch bleibt, hält Patricia eine Mitgliedschaft für vorteilhaft. Sie tritt mit den Kindern dem Club bei und wird in einer Zeremonie in einen nebelgefüllten Raum, die sogenannte „Quelle“ geführt. Kurz darauf erfährt Matt vom Tierarzt Walt, dass Patricia den Familienhund einschläfern lassen wollte, obwohl er gesund ist. Ihr Verhalten wirkt zunehmend verstörend und unnatürlich, ebenso das der Kinder. Zudem stirbt seine ehemalige Sekretärin bei einem mysteriösen Autounfall. An Halloween dringt Matt während einer Feier in die „Quelle“ ein und stellt fest, dass dort extreme Hitze herrscht. Ein Wachmann greift ihn an, doch Matt tötet ihn. Zuhause eskaliert die Situation: Die Kinder und Patricia verhalten sich gewalttätig. Er kehrt zu DigiTech zurück, holt den Raumanzug und tötet Tom, der ihn aufhalten will.
Verkleidet im Anzug schleicht sich Matt zurück in den Club. Jessica wird misstrauisch und verfolgt ihn. Matt kann sie sich mit einem Flammenwerfer vom Leib halten und betritt die „Quelle“. Dort herrschen Temperaturen von über 1000 Grad Celsius, und Matt erkennt, dass er sich in der Hölle befindet. Er gelangt in eine alternative Version der Vorstadt, wo Patricia wie besessen Klavier spielt. Jessica erklärt, dass seine Familie in einem Energiefeld gefangen ist. Aus Liebe gelingt es Matt, dieses zu durchdringen, woraufhin Jessica zerstört wird. Matt und seine Familie erwachen in ihrem Haus in der realen Welt. Draußen heulen Sirenen und Nachbarn berichten, dass der Country Club abgebrannt ist.
Hintergrund Der Film wurde für den Fernsehsender ABC produziert. Wes Craven musste sich deren strengen Zensurvorgaben beugen; daher gibt es im Film keine für ihn typischen Gore-Elemente.
Bei den Darstellern handelt es sich größtenteils aus Seifenopern-Schauspieler. Susan Lucci, die die verführerische Jessica spielt, war ein langjähriger Star der Seifenoper All My Children.
Als Kameramann wurde Dean Cunday engagiert, der bereits bekannt für seine Arbeiten in zahlreichen Horror- und Science-Fiction-Filmen wie Halloween (1978) und Die Klapperschlange (1981) war.
Die Dreharbeiten fanden in Südkalifornien statt, darunter in Westlake Village, Simi Valley, Woodland Hills und Culver City.
Die Filmmusik komponierte der ungarische Grammy-Preisträger Sylvester Levay.
Der Film hatte seine Premiere am 24. Mai 1984 im US-amerikanischen TV-Network ABC. In Deutschland erhielt der Film ungeschnitten eine FSK 16-Freigabe und erschien 1986 zuerst auf VHS und wurde 1992 im Free-TV bei Tele 5 gezeigt. 2026 erschien er erstmals als deutschsprachige DVD.
Art Director Hub Braden und Set Decorator Bill Harp waren 1984 für einen Emmy in der Kategorie Outstanding Art Direction for a Limited Series or a Special nominiert, welcher jedoch an Endstation Sehnsucht ging.
Besetzung und Synchronisation
RolleDarstellerSynchronsprecherMatthew "Matt" WinslowRobert UrichPatricia "Pat" WinslowJoanna CassidyViktoria BramsJessica JonesSusan LucciTom PetersonJoe RegalbutoMr. ThompsonKevin McCarthyMary PetersonPatricia McCormackWalt HendersonBill ErwinHerbert WeickerChrissy WinslowSoleil Moon FryeRobert WinslowBarret OliverChristian WolfSheriffNicholas WorthManfred ErdmannGrace HendersonVirginia VincentPeteGreg MonaghanMiss WinterLois HamiltonStepsonCal BartlettJanieAnnemarie McEvoyLarry FerrisBruce GrayFred KlausJimmyGino DeMauroBillyJason PressonDoormanJohn ZendaMoverBilly BeckValetMichael BerrymanNewsboyFrank von Zerneck Jr.
Kritiken
Die New York Times urteilte, wie viele Werke dieser übernatürlichen Art liefere der Film keine vollständig überzeugende Erklärung für seine bizarren Entwicklungen, da es nur beiläufige Hinweise auf Wesen aus dem All und Dämonen aus der Tiefe gebe. Dennoch gelinge es, gruselige Momente zu erzeugen, während sich zugleich ein Moralstück entfalte, in dem anständige Ehefrauen und Kinder durch die Verführungen dieser Welt bedroht würden.
Der Filmdienst nennt den Film einen "trivialen Horrorfilm, der sich nach seichtem Beginn zu apokalyptischem Grusel aufschwingt".
Die TV Spielfilm tadelt ihn als "Langeweile vom Freddy-Krueger-Papa". Auch ein Wes Craven habe mal einen schlechten Tag.
Die Filmwebsite Cinefessions befand 2015, dass das Drehbuch zwar etwas kitschig sei, aber einen starken dritten Akt aufweise. Die Besetzung sei solide, besonders Susan Lucci überzeuge als verführerische Clubbesitzerin. Hervorgehoben wurden die Schauwerte, etwa die Darstellung des innersten Kreises der Hölle – der Stadt selbst – die durch einen Farbfilter wie ein alter 3D-Film ohne entsprechende Brille wirke. Obwohl der Film weniger auf klassischen Horror setze, erzeuge er Spannung und bleibe interessant genug, um dranzubleiben. Zudem wirke er wie eine Zeitreise in die 80er Jahre, etwa durch modische Details wie extrem hoch sitzende Hosen oder eine Kostümparty, bei der jemand als Nazi verkleidet ist, wobei letzteres heute kaum gezeigt würde.
Screen Rant sprach 2020 von einer zwar etwas langweiligen, aber durchaus passablen Mischung aus Die Frauen von Stepford und Die Körperfresser kommen.
Die Horrorwebsite Bloody Disgusting nannte den Film 2024 kitschig, nicht beängstigend, aber unterhaltsam.
Einzelnachweise
Weblinks
Exit – Ausgang ins Nichts bei IMDb
Kategorie:Thriller Kategorie:Science-Fiction-Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmtitel 1984 Kategorie:Außerirdische im Film Kategorie:Horrorfilm Kategorie:Fernsehfilm (American Broadcasting Company) Kategorie:Hölle im Film