mini|200px|Nezahat Baysel Onbaşı Nezahat Baysel Onbaşı (* 1909 in Erzurum; † 24. September 1994 in Üsküdar, Istanbul) war eine türkische Kriegsheldin, die an der Seite ihres Vaters von 1919 bis 1923 am Unabhängigkeitskrieg teilnahm und die erste Person, die für die Unabhängigkeitsmedaille vorgeschlagen wurde, diese aber nie persönlich erhielt. Aufgrund ihres Dienstgrades Korporal trug sie den Namen Onbaşı.
Leben Nezahat Baysel verlor früh ihre Mutter, woraufhin ihr Vater, Hafız Halit Bey, Kommandeur des 70. Regiments, sie während seines Militärdienstes im Ersten Weltkrieg mitnahm. Sie gewöhnte sich an die Kriegsbedingungen während der Schlacht von Gallipoli (19. Februar 1915 bis 9. Januar 1916) und nahm an der militärischen Ausbildung teil als das Regiment nach İzmit verlegt wurde, wo sie Reiten und den Umgang mit Waffen lernte. Sie nahm am Unabhängigkeitskrieg (19. Mai 1919 bis 29. Oktober 1923) teil und kämpfte zudem mit ihrem Vater, aber auch Persönlichkeiten wie Mustafa Kemal Pascha, Mustafa İsmet Pascha und Çerkez Ethem, an verschiedenen Fronten im Griechisch-Türkischen Krieg. Sie nahm an Schlachten wie der Schlacht am Sakarya (23. August bis 13. September 1921) teil und tötete über 100 feindliche Soldaten. Sie wurde 1921 mit zwölf Jahren zum Korporal (Onbaşı) befördert und trug diesen Rang als Familiennamen. Am 30. Januar 1921 wurde sie vom Abgeordneten der Provinz Bursa, Emin Erkul Bey, als erste Bürgerin der Republik Türkei für die Unabhängigkeitsmedaille (İstiklâl Madalyası) mit folgendem Text vorgeschlagen: „An den Vorsitzenden der Großen Nationalversammlung schlage ich vor, die erste Unabhängigkeitsmedaille an Nezahat Hanım, etwa 12 Jahre alt, die Tochter des Kommandeurs des 70. Regiments, Hafız Halid Bey, zu verleihen, der aktiv an Kämpfen an verschiedenen Fronten, insbesondere an den jüngsten Schlachten von Gördès und İnönü, teilgenommen und seine Soldaten stets ermutigt hat. Ich bitte darum, diesen Vorschlag der Generalversammlung zur Genehmigung vorzulegen.“ Dieser Vorschlag wurde von der Großen Nationalversammlung der Türkei aufgenommen. Aufgrund der Heftigkeit des Unabhängigkeitskrieges konnte er jedoch nicht umgesetzt werden und später geriet die Umsetzung des Beschlusses in Vergessenheit. Fünfundsechzig Jahre nach dem Beschluss, erhielt sie 1986 lediglich die „Dankesurkunde“ der Großen Nationalversammlung der Türkei. Nach ihrem Tode wurde sie auf dem Friedhof Karacaahmet im Istanbuler Stadtteil Üsküdar beigesetzt.
Am 31. Oktober 2013 wurde die Unabhängigkeitsmedaille von Nezahet Baysel Onbaşı ihrer Enkelin Gizem Ünaldı verliehen. In seiner Rede bei der Zeremonie bezeichnete der Präsident der Großen Nationalversammlung der Türkei, Cemil Çiçek, Nezahet Baysel Onbaşı als „mutige anatolische Frau“ („cesur bir Anadolu kadını“) und sagte: „Wir hatten eine Schuld zu begleichen. Auch wenn es sich verzögert hat, mussten wir sie erfüllen. Ich entschuldige mich dafür bei unserer Nation. Die verstorbene Baysel ist eine große Heldin in unseren Herzen und Gedanken, aber wir haben dies etwas zu spät offiziell anerkannt. Das ist unser Fehler, unsere Schande.“ („Bir borcumuz vardı. Gecikerek de olsa onu yerine getirmemiz gerekti. Bunun için milletimizden özür diliyorum. Merhum Baysel kalbimizde, gönlümüzde büyük bir kahraman ama bunu resmileştirmekte biraz geciktik. Bu da bizim kusurumuz, ayıbımız“) Çiçek erklärte, Baysel sei die erste Person gewesen, die für die Unabhängigkeitsmedaille in der Sitzung der Großen Nationalversammlung der Türkei am 30. Januar 1921 verliehen wurde.
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Einzelnachweise
Kategorie:Träger der İstiklâl Madalyası Kategorie:Militärperson (Türkei) Kategorie:Person im Türkischen Befreiungskrieg Kategorie:Türke Kategorie:Person (Osmanisches Reich) Kategorie:Geboren 1909 Kategorie:Gestorben 1994 Kategorie:Frau