mini|hochkant=0.5|Altes Taufbecken Die römisch-katholische Kirche Mariä Geburt ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk und ein ehemaliger Wallfahrtsort in Böllenborn im Bistum Speyer. Das Patrozinium erinnert an die Geburt der Gottesmutter Maria, unter deren Schutz die Kirche gestellt ist.
Lage Das Gebäude steht am östlichen Rand der Bebauung auf der Ostseite der Kirchstraße, Hausnummer 1. Etwas weiter nördlich verläuft die Hauptstraße.
Geschichte Die Kirche wurde 1489 auf Initiative des Pfälzer Kurfürsten Philipp, der dafür ein Sammelpatent Laut Findbuch A 211 des Landesarchivs Baden-Württemberg ist ein Sammelpatent der „Aufruf zur Spende für einen zuvor bestimmten Zweck“. gewährte, als Wallfahrtskirche errichtet. An ihrer Stelle hatte bereits eine Kirche gestanden, die baufällig geworden war. Das Langhaus wurde aufgrund des zwischenzeitlichen Bevölkerungswachstums des Ortes in den Jahren 1722, 1741 und 1768 im Stil des Barock erweitert.
Bis Ende 2015 war Mariä Geburt Pfarrkirche. Seit 2016 bildet sie nach einer Strukturreform innerhalb des Bistums Speyer eine Filiale der in der Bad Bergzaberner Kernstadt ansässigen Pfarrei Hl. Edith Stein.
Architektur Die Kirche ist ein kleiner Saalbau; aus der Entstehungszeit ist der Chor erhalten. Das Schiff ist mit den Jahreszahlen 1741 und 1768 bezeichnet. Auf dem Dach am Übergang vom Schiff zum Chor sitzt ein Dachreiter mit Zwiebelhaube. Das ehemalige Portal aus dem Jahr 1741 in der Nordwand wurde zugemauert, wahrscheinlich in Verbindung mit einer Erweiterung des Kirchenschiffs, als auch die Vorhalle mit neuem Eingang gebaut wurde. Außen an der Nordwand steht eine beschädigte spätgotische Taufschale aus Sandstein, ein scherzhaft „Heidenkessel“ genanntes großes Rundbecken, dessen oberer Rand als Sechseck ausgebildet scheint. Der ursprüngliche Fuß fehlt.
In dem Dachreiter hängen zwei kleine Glocken, die der Gottesmutter Maria und dem heiligen Josef gewidmet sind. Die Marienglocke ist 105 kg schwer, Schlagton f″, die Josefsglocke wiegt 61,5 kg, Schlagton as″. Gegossen wurden sie 1951 von der Glockengießerei Hamm in Frankenthal.Auskunft des Bistumsarchivs Speyer vom 28. April 2026 per E-Mail.
Innenausstattung mini|Innenausstattung In der Kirche steht unter anderem das Gnadenbild der 1722 erwähnten Wallfahrt zu einer Madonnenstatue in Böllenborn. Es wird angenommen, dass die Figur Anfang des 16. Jahrhunderts geschaffen wurde und vorher in Birkenhördt gestanden hatte.Wallfahrtsorte in Deutschland A–Z. Abgerufen am 25. April 2026. Es ist eine Mondsichelmadonna in 1746 hinzugefügtem Strahlenkranz mit Jesuskind, das mit einer Taube spielt. 1769 wurde eine Rosenkranzbruderschaft zur Verehrung der Madonna gegründet, doch mit der Säkularisation 1803 endeten die Wallfahrten.
Eine Pietà im Vorraum, eine farbig gefasste Figur aus Ton, dürfte um 1500 entstanden sein. Sie zeigt den toten, zu Boden gesunkenen Jesus mit dem Kopf auf den Knien seiner Mutter, die sich über ihn beugt und zu halten versucht.
Die Fenster der Kirche stellte Pfarrer Rudolf Nether († 2. März 2019) nach eigenem Entwurf 1988/89 her. Die Darstellungen sind entsprechend dem Patrozinium Maria gewidmet. Im ersten Fenster verweist die alttestamentliche Szene mit Adam und Eva auf Maria, wie sie in der Offenbarung des Johannes () mit zwölf Sternen um ihr Haupt und dem Mond zu ihren Füßen beschrieben ist. Das nächste Fenster zeigt die Verkündigung des Herrn, dem Mariä Heimsuchung folgt, Maria mit ihrer Verwandten Elisabeth, und die Geburt Jesu. Das fünfte Fenster zeigt Maria bei der Hochzeit von Kana, gefolgt vom Bild einer Pietà, danach die Sendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten und zum Abschluss die Aufnahme Mariens in den Himmel.
Der Altarraum ist schlicht mit einer kantigen Mensa aus Stein und Sedilien, den Sitzen für Priester, Diakone und Messdiener, ausgestattet. Über der Mensa hängt ein Gabelkruzifix, an dem der gekreuzigte Christus die Arme mehr nach oben als zur Seite ausstreckt.
Bis 1945 besaß die Kirche eine Orgel mit zwei Manualen und Pedal, neun Registern und pneumatischer Traktur. Gebaut worden war sie 1899 von Friedrich Weigle, Stuttgart-Echterdingen. Durch Kriegseinwirkung war sie im Winter 1944/45 so stark beschädigt beschädigt worden, dass eine Reparatur undenkbar erschien. Statt einer Orgel wird deshalb seit 1989 zur Liedbegleitung im Gottesdienst ein elektronisches Harmonium benutzt.Auskunft des Bistumsarchivs Speyer vom 29. April 2026 per E-Mail.
In der Sakristei befindet sich eine Piscina, ein kleines Becken in einer Wandnische zum Spülen des liturgischen Geräts nach den Gottesdiensten, die nach wie vor genutzt wird.
Literatur Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südliche Weinstraße (PDF; 10,0 MB). Mainz 2023.
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Anmerkung
Einzelnachweise
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