mini|hochkant=1.3|Ferrari 225S Spyder Vignale mit der Fahrgestellnummer 0154ED; Siegerwagen von Vittorio Marzotto, hier bei der Coppa della Consuma 1952 mini|hochkant=1.3|Ferrari 225S Nr. 90 mit Vignale-Kotflügeln von Antonio Stagnoli und Clemente Biondetti vor der Hafenkulisse. Stagnoli fuhr damit die schnellste Rennrunde Der Große Preis von Monaco 1952 war ein Sportwagenrennen das am 2. Juni 1952 auf dem Circuit de Monaco in Monte-Carlo stattfand. Offiziell XII Grand Prix Automobile de Monaco genannt wurde der Wettbewerb ausnahmsweise für Sportwagen ausgeschrieben. Im Hauptrennen am Pfingstmontag gingen Wagen über zwei Liter Hubraum an den Start, im Nebenrennen am Sonntag waren die kleineren Sportwagen unterwegs.
Das Rennen Zwar war der Große Preis von Monaco, der 1929 eingeführt worden war, in seinen ersten neun Austragungen bis 1937 sportlich durchaus anerkannt und seit 1935 auch Teil der von der AIACR ausgeschriebenen Grand-Prix-Europameisterschaft, aber der Begriff „Großer Preis“ ist seit je her wörtlich zu nehmen: das kleine Fürstentum konnte ab 1938 das nötige Budget nicht aufbringen. Erst ab dem Großen Preis von Monaco 1955 war Monaco wieder fester Bestandteil des Formel-1-Kalenders, sogar als Saisonhöhepunkt angesehen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand der Großen Preis von Monaco 1948 keine Fortsetzung im Folgejahr, als der Fürst Louis II. starb. Zwar hatte Monaco nach Einführung der Automobil-Weltmeisterschaft 1950 mit dem Großen Preis von Monaco 1950 das zweite Formel-1-WM-Rennen der Geschichte ausgetragen, allerdings war dieses nach einer Massenkarambolage vorentschieden und langweilig gewesen. Im Jahr 1951 gab es erneut keinen Grand Prix in Monaco, denn die junge Formel 1 war mit ihren alten Fahrzeugen absehbar in einer Krise, da nur noch Ferrari konkurrenzfähige Boliden stellte, sobald Alfa Romeo die betagten aus den 1930er Jahren stammenden Kompressor-Rennwagen Alfa Romeo Tipo 158 Alfetta zurückziehen würde. Erlaubt waren in der Formel 1 entweder 1,5-Liter-Triebwerke mit Kompressor, oder 4,5-Liter-Saugmotoren, beides weit weg von Serientechnik der Nachkriegszeit. Die Automobil-Weltmeisterschaft 1952 wurde mangels Formel-1-Boliden mit Formel-2-Fahrzeugen ausgetragen, bei denen Zweiliter-Saugmotoren erlaubt waren. Die Organisatoren in Monaco erwarteten nach den kurzfristigen WM-Regeländerungen wenige Teilnehmer und setzen lieber auf ein Rennen mit den bekannten Sportwagen, die bei populären Rennen wie der Mille Miglia 1952 zum Einsatz gekommen waren, jüngst in einem Rahmenrennen beim Großer Preis der Schweiz 1952 fuhren, und zwei Wochen später beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1952 an den Start gehen würden.Fahrer die nur in Monaco gewannen
Tatsächlich waren beim ersten WM-Rennen Mitte Mai in der Schweiz zwar acht Marken mit 22 Formel-2-Wagen angetreten, aber nur acht Fahrzeuge in die Wertung gekommen, teils mit sieben Runden Rückstand auf die zwei von Giuseppe Farina und Piero Taruffi gesteuerten Ferrari 500, die gewonnen hatten. Allerdings war das Sportwagen-Ergebnis in Monaco im Endeffekt sowohl dem Formel-1-Grand-Prix von 1950 ähnlich, da es zur Karambolage kam, als auch dem Schweizer Formel-2-Grand-Prix, denn nur acht Sportwagen kamen in Wertung, die meisten mit mehreren Runden Rückstand. Im Training zur kleinen Sportwagenklasse verunglückte Luigi Fagioli, beim Großen Preis von Monaco 1935 Start-Ziel-Sieger auf Mercedes-Benz, in der Lancia Aurelia B20, die er bei der Mille Miglia trotz Hubraumhandicap und früher Startnummer 437 auf Gesamtrang drei und Klassensieg bei den GT 2.0 gefahren hatte, hinter dem Tunnel und erlitt Brüche an Arm und Bein. Er war vermeintlich auf dem Weg der Besserung, verstarb jedoch drei Wochen nach dem Unglück. Robert Manzon gewann am Pfingstsonntag vom Ende des Starterfeldes aus das 65-Runden-Rennen Prix de Monte Carlo für Sportwagen bis 2 Liter auf dem Vierzylinder-Gordini Type 15S mit Startnummer 14. Das Modell wurde mit Motorgrößen von 1,1 bis 2,3 Liter eingesetzt und wurde in der großen Klasse mit Nr. 56 gefahren. Manzon fuhr die schnellte Rennrunde mit 1:58,6 (96,0135 km/h). Stirling Moss hatte in einem Frazer Nash Le Mans Replica mit 2:04,7 die Trainingsbestzeit erzielt und geführt, bis sich ein Rad gelockert hatte.Trainingsergebnisse
Für das Hauptrennen fuhr Pierre Levegh im Talbot-Lago Type 26 Grand Sport mit 2:00,2 min auf die Pole-Position vor Moss, der den beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1951 siegreichen Jaguar C-Type (Chassis 003) an den Start brachte, und mit 2:00,5 min auf Platz zwei qualifizierte. Bis Platz 13 und 2:03,5 min lagen sechs Marken auf einem Niveau, nur die Allard und der Delahaye Type 135S fielen ab, die Pegaso waren nicht konkurrenzfähig. Im Rennen fiel Levegh durch Nockenwellenbruch früh aus. Dadurch wurde eine Schwachstelle offenbar, die so gut verbessert wurde, dass Levegh in Le Mans bis kurz vor Schluss führte. Moss ging in Führung und musste vor einem Viertel der Renndistanz Manzon passieren lassen. Dann rutschte der zurückliegende Aston Martin Nr. 72 von Reg Parnell ausgangs der Sainte-Dévote-Kurve auf seinem eigenen Öl aus und hing auf den Strohballen. Der führende Manzon auf Gordini Nr. 56 verunfallte auf dem Öl, kollidierte mit dem Aston Martin und klemmte dabei das Bein des bereits ausgestiegenen Parnell ein.Über den Unfall Hume auf Allard Nr. 84 schleuderte ebenfalls auf die beiden Wagen. Auch Carini im Ferrari Nr. 96 produzierte einen Dreher und fuhr bis Runde 37 weiter. Moss im Jaguar Nr. 78 war ebenfalls betroffen, konnte jedoch seinen Blechschaden geradebiegen und weitere 20 Runden fahren, aber zwei eifrige englische Zuschauer hatten mit Hand angelegt, daher war auch sein Rennen zu Ende. Dadurch lagen fünf Ferrari an der Spitze. Vittorio Marzotto gewann dank schnellerer Boxenstopps vor Eugenio Castellotti. Antonio Stagnoli lag zwei Runden zurück, fuhr aber mit seinem mit Kotflügeln versehene Ferrari 225S die schnellste Rennrunde in 1:56,4 min (97,27 km/h). Das Sportwagenrennen blieb einmalig bis mit dem Porsche Supercup im Rahmenprogramm der Formel 11 wieder Zweisitzer ihre Runden um den Hafen von Monaco drehten.
Ergebnisse Schlussklassement Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Fahrzeug Runden 1 S + 2.0 94 Scuderia Marzotto Vittorio Marzotto Ferrari 225S Spyder Vignale 100 2 S + 2.0 92 Scuderia Guastella Eugenio Castellotti Ferrari 225S 100 3 S + 2.0 90 Scuderia Guastella Antonio Stagnoli Clemente Biondetti Ferrari 225S Vignale Spyder 98 4 S + 2.0 58 Luigi Chinetti Jean Lucas Ferrari 225S 96 5 S + 2.0 60 Pierre Boncompagni Pierre Boncompagni Ferrari 225S 95 6 S + 2.0 82 Tommy Wisdom Tommy Wisdom Jaguar XK120C 95 7 S + 2.0 74 Aston Martin Peter Collins Aston Martin DB3 92 8 S + 2.0 74 René Cotton René Cotton Delahaye 135S 85 Ausgefallen 9 S + 2.0 76 Aston Martin Lance Macklin Aston Martin DB3 73 10 S + 2.0 100 Francesco Masceranhas Francesco Masceranhas Allard J2X 64 11 S + 2.0 78 Jaguar Cars Stirling Moss Jaguar XK120C 44 12 S + 2.0 64 Louis Rosier Louis Rosier Maurice Trintignant Talbot Lago T26GS 37 13 S + 2.0 96 Scuderia Marzotto Piero Carini Ferrari 340 America Fontana 37 14 S + 2.0 56 Equipe Gordini Robert Manzon Gordini T15S 2.3 24 15 S + 2.0 84 Archie H. Bryde Anthony Hume Allard J2X 22 16 S + 2.0 72 Aston Martin Reg Parnell Aston Martin DB3 18 17 S + 2.0 88 Scuderia Guastella Giovanni Bracco Ferrari 225S 8 18 S + 2.0 68 Pierre Levegh Pierre Levegh Talbot Lago T26GS 5 Nicht gestartet 19 S + 2.0 54 Pegaso Joaquin Palacio Pegaso Z-102 1 Nicht qualifiziert 20 S + 2.0 52 Pegaso Juan Jover Pegaso Z-102 2 1 nicht gestartet 2 nicht qualifiziert
Nur in der Meldeliste Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge, die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.
Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis 21 S + 2.0 66 Louis Rosier Maurice Trintignant Louis Rosier Talbot Lago T26GS 22 S + 2.0 70 Pierre Meyrat Pierre Meyrat Talbot Lago T26GS 23 S + 2.0 80 Leslie Johnson Jaguar XK120C 24 S + 2.0 86 Francesco Buonaccorsi Ferrari 166 MMFerrari 225S 25 S + 2.0 98 André Simon Ferrari 225S
Klassensieger Klasse Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement S + 2.0 Vittorio Marzotto Ferrari 225S Spyder Vignale Gesamtsieg
Renndaten Gemeldet: 25 Gestartet: 25 Gewertet: 8 Rennklassen: 1 Zuschauer: unbekannt Wetter am Rennwochenende: warm und trocken Streckenlänge: 3,145 km Fahrzeit des Siegerteams: 3:21:28,400 Stunden Runden des Siegerteams: 100 Distanz des Siegerteams: 314,500 km Siegerschnitt: unbekannt Pole Position: Pierre Levegh – Talbot Lago T26GS (#68) – 2:00,200 Schnellste Rennrunde: Antonio Stagnoli – Ferrari 225S Vignale Spyder (#90) – 1:56,400 = 97,270 km/h Rennserie: zählte zu keiner Rennserie
Literatur Kettlewell, Mike. Monaco: Road Racing on the Riviera, in Northey, Tom, editor. World of Automobiles, Volume 12, pp. 1381-4. London: Orbis, 1974.
Weblinks
Rennergebnisse (englisch)
Einzelnachweise
#1952 Kategorie:Motorsportveranstaltung 1952 Kategorie:Circuit de Monaco