Tom (Eigenschreibweise TOM, Telematics Earth Observation Mission) ist ein deutsches Forschungsprojekt zur Erdbeobachtung mittels einer Formation aus drei CubeSat-Kleinsatelliten, gestartet im Juli 2026. Die Mission zielt auf die dreidimensionale Vermessung von Vulkanaschewolken durch photogrammetrische Methoden ab.

Projektbeteiligte Die Mission wird von einem nationalen Konsortium unter Koordination des Zentrums für Telematik getragen: Das Zentrum für Telematik (ZFT) in Würzburg fungiert als technischer Koordinator und ist Satellitenbau, Systemintegration sowie Missionsbetrieb verantwortlich. Die Technische Universität München (TUM) ist als nationaler Industriepartner am Projekt beteiligt. Die Universität Würzburg, Lehrstühle für Informatik VII und VIII, übernimmt die internationale Teamkoordination sowie Beiträge zu Kommunikationsprotokollen und Datenverarbeitung.

Im internationalen Rahmen der übergeordneten TIM-Mission kooperieren weitere Partner des Regional Leaders Summit (RLS) aus fünf Kontinenten, darunter die Chinesische Akademie für Weltraumtechnologie, das Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais in Brasilien, die École polytechnique de Montréal in Kanada sowie die Universität Stellenbosch in Südafrika.

Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.Zentrum für Telematik: TIM & TOM Mission – Förderung, abgerufen am 20. April 2026. Es ist der bayerische Beitrag zur internationalen Telematics International Mission (TIM), einem multinationalen Verbundprojekt zur Erdbeobachtung mit Nanosatelliten.Zentrum für Telematik: TIM & TOM Mission, abgerufen am 17. März 2026.

Technische Details Die drei Tom-Satelliten sind im 3U-CubeSat-Formfaktor gebaut und haben Abmessungen von etwa 10 × 10 × 34 cm. Die Satelliten sollen in einer präzisen Formation fliegen, sodass sie dasselbe Zielgebiet gleichzeitig aus verschiedenen Blickwinkeln aufnehmen können. Aus den kombinierten Bilddaten lässt sich ein dreidimensionales Modell der beobachteten Szene erstellen.

Jeder Satellit trägt zwei optische Kameras an Bord, die vor allem aus Redundanzgründen parallel betrieben werden. Die Kameras wurden am Zentrum für Telematik entwickelt und haben über eine Brennweite von 100 Millimetern sowie einen 5-Megapixel-Sensor. Bei einer Bahnhöhe von 600 Kilometern ergäbe sich daraus eine Bodenauflösung (Ground Sampling Distance, GSD) von 30 Metern. Die Kameras decken das sichtbare Spektrum (RGB) ab; eine ist zusätzlich mit einem linearen Polarisationsfilter ausgestattet, der zusätzliche atmosphärische Messungen ermöglicht.

Die Satellitendaten werden über ein Bodenstationsnetz zur Erde übertragen, das die Bodenstation der Universität Würzburg, die Bodenstation des Zentrums für Telematik (ZFT) sowie die Stationen der internationalen TIM-Partner umfasst. Alle Satelliten sind über Inter-Satelliten-Links miteinander verbunden und können aufgezeichnete Erdbeobachtungsdaten untereinander weiterleiten.

Wissenschaftliche Ziele Das Haupt-Missionsziel ist die Überwachung von Vulkanausbrüchen und die Messung der räumlichen Ausdehnung von Vulkanaschewolken. Solche Wolken können Auswirkungen auf Gesundheit, Landwirtschaft und den Luftverkehr haben. Durch die gleichzeitige Beobachtung aus drei verschiedenen Winkeln soll die räumliche Verteilung, die Höhe über Grund sowie die dreidimensionale Struktur der Aschewolken bestimmt werden. Neben der Erdbeobachtung werden an Bord auch Kommunikationsexperimente durchgeführt, etwa zu Protokollen, Routing und Scheduling in Satellitennetzwerken.

Missionsverlauf Das Tom-Projekt wurde am 1. Februar 2017 initiiert und ist Teil der internationalen TIM-Formation. Der Start der drei Satelliten erfolgte am 7. Juli 2026 mit der Transporter-17-Mission auf einer Falcon 9-Trägerrakete von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien. Kurz nach dem Start wurden alle Satelliten erfolgreich ausgesetzt.BR24: Satelliten aus Würzburg erfolgreich ins Weltall gestartet, abgerufen am 7. Juli 2026.

Weblinks Projektseite TIM & TOM beim Zentrum für Telematik (ZFT) TIM/TOM-Publikationen

Einzelnachweise

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