mini|Souterrains im County Cork Es gibt etwa 500 Souterrains im County Cork und mehrere tausend in Irland. In Cork bilden Souterrains nach Ráths die zweitgrößte Fundstättenkategorie. Sie kommen häufig in der Nähe oder innerhalb von runden Erdwerken vor, obwohl in Verbindung mit ihnen auch rechteckige Erdwerke, Kirchen, Promontory- und Steinforts vorkommen.
Eine Datenanalyse in Bezug auf kirchenbezogene Fundstätten im Süden von Cork ergab ein interessantes Faktum mit größeren Souterrains. Dunisky südöstlich von Macroom, Kilmocomogue bei Kealkil und Templebryan bei Clonakilty wurden in Kirchennähe gefunden. Allerdings gibt es nicht genügend Fälle, um eine Affinitätsaussage bezüglich kirchennaher Anlagen zu rechtfertigen. Kilclogh bei Blarney, das größte Souterrain Corks, ist nicht mit Gebäuden verbunden, sondern grenzt an ein Gräberfeld.
In Ráths gibt es keinen bestimmten Standort für Souterrains. Sie können sich an den Seiten oder im Zentrum befinden. Viele liegen komplett im Inneren, vereinzelt enden sie in angrenzenden Bereichen.
Souterrains, die in steinernen Ringforts mit Steinhäusern verbunden sind, wurden in Ballywee, im County Antrim, Cush, im County Limerick und Leacanabuaile im County Kerry entdeckt. Bei Souterrains wird zwischen earth-cut, rock-cut, stone built und mixed (meist eine Kombination aus rock cut und stone built oder stone built und wooden Souterrains) unterschieden. Von geologischen Fakten beeinflusst wurden Corks Souterrains in drei Arten erstellt. Sie können aus Trockenmauerwerk errichtet sein, in Lehm gegraben oder in weichen Fels gehauen sein.
Das Verfahren für (stone built) Souterrains bestand darin, einen Graben auszuheben, innerhalb dessen Mauerwerk errichtet wurde. Der Bau für in Lehm gegrabene oder in Fels gehauene Souterrains erfolgte durch das Ausheben eines oder mehrerer vertikaler Schächte, bis in die geeignete Tiefe. Unter Berücksichtigung der Deckenhöhe und einer ausreichenden Menge Lehm oder Stein über dem Hohlraum, wurden dann horizontal Gänge und Kammern ausgearbeitet.
Souterrainuntersuchungen führten zur Gruppierung in funktionale und strukturelle Merkmale. Zu den strukturellen gehören Bauschächte, Lagepläne und Mauereigenschaften. Funktionale Merkmale wie Abflüsse, Belüftungen, Schächte, Stufen und Zugänge spiegeln die Nutzung. In flachem Gelände entsprechen die Bereiche normalerweise entweder grob oder scharf einer Grundform. Es handelt sich um lange, schmale Galerien und rechteckige oder runde Kammern.
Archäologen fanden Alter und Nutzung betreffend keinen Ansatz, da die Anlagen keine greifbaren Antworten liefern. Datierung und Funktion wurden anhand der Fundassoziation beurteilt. Datierung durch Assoziation bedeutet, dass eine Datierung der Oberflächenstruktur anerkannt wird und untergestellt wird, dass der Unterbau zeitgleich erfolgte. Bei Ráths deren Datierungen selten zu erkennen sind, bedeutet das, dass ihre Souterrains zwischen der frühchristlicher Zeit und dem Mittelalter (5.–13. Jahrhundert) erbaut und genutzt wurden. Dies trägt nicht zur umfassenden Datierung für Souterrains bei.
Souterrains anhand von Funden zu datieren, birgt dasselbe Problem. Während Artefakte, Oghamsteine und Radiokohlenstoffdatierungen, wie 670 n. Chr. bis 690 n. Chr. für einen ausgegrabenen Ráth mit Souterrain in Raheen einem Vorort von Limerick, gut in den frühchristlichen/mittelalterlichen Zeitraum passen, helfen sie nicht zu bestimmen, wann der Souterrainbau begann und wann sie außer Nutzung gingen.
An Funktionen für Souterrains wurden vorgeschlagen: 1. Lager für Haushaltsgegenstände 2. Temporäre und dauerhafte Wohnstätten. 3. Versteck für Wertgegenstände 4. Schlafplätze für Steinmetze (in Ringforts) 5. Zellen von Einsiedlern 6. Refugium Die Theorien basierten auf der Annahme, dass alle Souterrains dieselbe Monumentart darstellten. Theorien, wie die temporären und permanenten Behausungen, Einsiedlerzellen und Schlafplätzen in Ghettos, lassen sich nicht belegen. Die Funktion eines kleinen, einkammerigen Souterrains muss nicht mit der eines sieben- oder achtkammerigen Souterrains zusammenhängen.
Dass sie als Lager-, Versteck- und Zufluchtsorte dienten, lässt sich anhand von Funden und Merkmalen oder anhand von Assoziationen und frühen Dokumenten nahelegen.
Felsbänke in Dunisky, sowie Abflüsse und Lüftungsöffnungen an vielen Fundstätten deuten auf die drei Funktionen hin. Münzen wurden in Castle Freke, bei Rathbarry im County Cork und Knowth, im County Meath gefunden.
Im County gibt es im Wesentlichen drei Typen: Typ A. Steingehauene Galerien und Kammern. Typ B. Bienenkorbförmige Kammern, die in Steinbauten und in Mergel oder Ton vorkommen. Typ C. Erd- und Felskammern. Jeder Typ ist dreifach unterteilbar: A1. Einzelne Galerie oder Kammer (27) A2. Zwei Galerien oder Kammern mit T- oder L-förmigen Grundriss (12) A3. Drei oder mehr Galerien oder Kammern im rechten Winkel zueinander (8) B1. Ein Gang, der zu einer Bienenkorbkammer führt (9) B2. Zwei oder drei Kammern, mit oder ohne zuführenden Gang, die durch Kriechgänge verbunden sind (9) B3. Vier oder mehr Kammern in einer Gruppe oder Linie (5) C1. Zwei Kammern mit parallelen Längsachsen, durch einen Kriechgang verbunden (8) C2. Eine Gruppe von Kammern, um eine oder zwei Säulen (3). C3. Reihen von 3 bis 7 Kammern mit Längsachsen die parallel, rechtwinklig oder geradlinig verlaufen (32).
Bauformen mit weniger als 3 Beispielen wurden der Sammelgruppe 0 zugeordnet. Sie umfasst Fundstätten die bis zur Aufspürung neuer Typenreihen oder bis sie als Abnormitäten angezeigt werden, separiert wurden.
Literatur James P. McCarthy: Summary of a study of county Cork souterrains. In: Journal of the Cork Historical and Archaeological Society, 88 (247), 1983 S. 100–105. James P. McCarthy: Dunisky, Co. Cork: a refuge souterrain? Journal of the Cork Historical and Archaeological Society, 108 2003 S. 15–30 Mark Clinton: The Souterrains of Ireland. 2001, ISBN 1-869857-49-6.
Kategorie:Archäologischer Fundplatz im County Cork