São Félix do Xingu ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Pará im Norden des Landes. Sie liegt im Südosten des Bundesstaates am Rio Xingu und ist mit einer Fläche von über 84.200 km² die sechstgrößte Gemeinde in Brasilien. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 65.000 geschätzt, wobei sich die Bevölkerung auf den Hauptort und einige Dörfer im Norden des Gemeindegebiets verteilt.
Geografie und Klima São Félix do Xingu liegt im Südosten des Bundesstaates Pará auf einer Höhe von etwa 220 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine sehr große Fläche und umfasst Teile des Amazonasbeckens mit ausgedehnten Wald- und Flusslandschaften entlang des Rio Xingu. Teile der Gemeinde gehören zum Parque Nacional da Serra do Pardo und anderen Schutzgebieten.
Das Klima ist tropisch mit hohen Temperaturen und ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 20 und 36 °C.
Gliederung Die riesige Gemeinde gliedert sich in die folgenden 6 Distrikte:
São Félix do Xingu (Hauptort) Sudoeste Taboca Vila Ladeira Vermelha Vila Lindoeste Vila Nereu.
Geschichte Die Region des heutigen São Félix do Xingu wurde im 20. Jahrhundert im Zuge der Erschließung Amazoniens intensiver besiedelt. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der wirtschaftlichen Entwicklung von São Félix wurde der Ort am 31. Dezember 1936 zum Bezirk der Gemeinde Xingu (heute Altamira) erhoben. 1961 wurde São Félix do Xingu offiziell zur eigenständigen Gemeinde erhoben.
Mit der Eröffnung der Staatsstraße Staatsstraße PA-279 im Jahr 1976 wurde der erstmals eine Verbindung zur Außenwelt geschaffen. Die Eröffnung der Autobahn führte zu einem enormen Zustrom von Menschen in die Region, was unter anderem zu intensiven Spekulationen um Landbesitz führte. Infolge der Autobahneröffnung kam es zu mehreren Konflikten zwischen Landbesetzern und Landräubern, kleinen ländlichen Grundbesitzern und Großgrundbesitzern.
Im Jahr 2011 beteiligte sich São Félix, zusammen mit der gesamten südöstlichen Region von Pará, aktiv an der Volksabstimmung über die Teilung des Bundesstaates Pará. Obwohl das Plebiszit in São Félix mit über 90 % Zustimmung der Bevölkerung für die Gründung eines Bundesstaates Carajás eine überwältigende Mehrheit ergab, wurde diese Forderung bisher noch nicht umgesetzt.
2019 erhielt die Sprache der Kayapo einen offiziellen Status in der Gemeinde.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 65.000 Personen geschätzt. Die Urbanisierungsrate lag 2022 bei knapp 60 Prozent, obwohl das Gebiet nur sehr dünn besiedelt ist. Ethnisch sind die meisten Bewohner Farbige oder vermischter Abstammung (ca. 70 Prozent). 18,4 Prozent sind Weiße und 9,4 Prozent sind Afrobrasilianer. 3,7 Prozent gehören der Indigenen Bevölkerung Brasiliens an.
JahrEinwohner199124.891200034.621201091.340202265.418Volkszählungen
Wirtschaft Die Wirtschaft von São Félix do Xingu basiert vor allem auf Viehzucht und Landwirtschaft. Die Gemeinde gehört zu den bedeutenden Rinderzuchtregionen Brasiliens.
Darüber hinaus spielen Holzgewinnung, Handel und Dienstleistungen eine Rolle für die lokale Wirtschaft, wobei die Region auch mit Herausforderungen im Bereich Umwelt- und Ressourcenschutz konfrontiert ist.
Religion São Félix do Xingu gehört zum römisch-katholischen Bistum Xingu-Altamira. Neben der katholischen Kirche sind auch protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Pará Kategorie:Município in Pará Kategorie:Gemeindegründung 1961