mini|St. Severin in Lindlar, Westansicht mini|Altarraum mini|Blick aus der romanischen Empore ins Langhaus St. Severin ist die römisch-katholische Pfarrkirche in Lindlar im Oberbergischen Kreis, Nordrhein-Westfalen. Die größtenteils neugotische Hallenkirche gehört zum Seelsorgebereich Lindlar des Erzbistums Köln. Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Severin von Köln und ist unter der Nr. 114 in der Liste der Baudenkmäler in Lindlar eingetragen.
Geschichte und Bauwerk Die früheste urkundliche Erwähnung des Fronhofs Lindlar und seiner Kirche stammt von 1109. Das Anwesen gehörte dem Kölner St.-Severins-Stift. Von der damaligen romanischen Kirche ist noch der Turm mit Patronatslogenöffnung zum Langhaus erhalten. Er wurde nach kriegsbedingtem Brand 1626 teilerneuert und verstärkt. Mit der barocken Haube und Laterne misst er etwa 42 Meter. Die spätgotische polygonale Apsis mit SterngewölbeFoto des Apsisgewölbes stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das romanische Langhaus so baufällig, dass es abgerissen wurde. An seiner Stelle entstand 1824–1826 zwischen Turm und Apsis nach Vorgaben des führenden preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel eine neugotische Halle mit drei gleich hohen, kreuzrippengewölbten Schiffen in den Proportionen des Goldenen Schnitts.
Ausstattung Bedeutendstes Ausstattungsstück ist der Taufstein von 1235 aus Siebengebirgs-Trachyt. Das mit einem floralen Band verzierte Becken steht auf sechs schlanken Säulen.Foto des Taufbeckens Die Pietà stammt aus dem 15., die Kreuzigungsgruppe des Altars aus dem 19. Jahrhundert.
Die romanische Öffnung der einstigen Patronatsloge, auch Michaelskapelle genannt, ist mit einem modernen Wandgemälde des Erzengels Michael gestaltet.Foto des Wandbildes
Die 1912 gebaute (dritte) Orgel von St. Severin, zuletzt 1984 überarbeitet, war seit Jahren erneuerungsbedürftig und wurde durch einen Kirchenbrand am 5. September 2022 unspielbar. Sie wurde durch eine „virtuelle Pfeifenorgel“ der Firma OSI ersetzt,Projektinformationen (osi-profisoundsysteme.de) die am 19. April 2026 geweiht wurde. Das Instrument ermöglicht die Wiedergabe des Klangs von drei bedeutenden Pfeifenorgeln. Die Lautsprecher stehen hinter dem Prospekt des Vorgängerinstruments.Martin Außem: Eine Königin stellt sich vor. Die Orgel von St. Severin Lindlar. Begleitheft zur Orgelweihe, Kath. Pfarrgemeinde Lindlar, 2026
Weblinks
Kath. Pfarrkirche St. Severin (lindlar.de) St. Severin Lindlar (katholisch-in-lindlar.de)
Einzelnachweise
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